Ankunft in Atlantik Kanada, Halifax

Endlich ein Gefühl von Ankommen, in der Morgensonne sitzen, die Kinder jagen Bunnies draußen vor der Hütte, Das Meer rauscht. Die Temperaturen sind frisch, es riecht nach Salz, Algen und Kiefern.

Die Reise nach Nova Scotia

Vor zwei Tagen sind wir gerade von zu Hause los. In aller Frühe steigen wir ins Taxi, nehmen einen Flieger von Berlin nach Frankfurt, wuseln uns am Frankfurter Flughafen zurecht, um den richtigen Abflug Terminal zu finden und schon sind 4 Stunden Umsteigezeit vorüber.
Mit Condor fliegen wir von Frankfurt nach Halifax an der Ostküste Kanadas.

Sieben einhalb Stunden Flug liegen vor uns und werden uns überraschender- und glücklicherweise versüßt mit einem Sitz in der Premium Economy Class, wo es ein 5-Gänge Menü und eine umfangreiche Filmauswahl gibt, die auf dem Bildschirm vor einem läuft.

Zu Beginn des Fluges schienen noch alle Passagiere um uns recht aufgeschlossen, was den Kinderlärm und die Toberei anbelangt. Als dann Morten gegen Ende entdeckte, dass man auf die Sitze klettern kann und in einer Grätsche über dem Gang stehen kann, waren einige Klettergerüst „Besitzer“ etwas genervt von den kleinen Patschehändchen ständig in ihrer Nähe.
Irgendwie haben wir es überstanden und Morten hatte nach einer Stunde Mittagschlaf soviel Energie, dass er bis nach Mitternacht heimatlicher Zeit durchhielt.
5 Stunden Zeitverschiebung sind nicht ohne.

Endlich gelandet, begrüßt uns ein netter Kanadier im Schottenrock… willkommen in Neuschottland – Nova Scotia.

Das Gepäck läßt auf sich warten, An der Autovermietung brauchen wir auch ein Weilchen. Und wie so oft, gibt es keine Assistenz beim Befestigen der Kindersitze, nur eine kopierte Anleitung. Das ist uns schon in Schweden aufgefallen. Aus versicherungstechnischen Gründen, darf das niemand anders machen, als die übermüdeten Eltern.

Dafür ist das Fahrzeug supertruper cool… ein Chrysler Town and Country, bei dem wir erstmal die letzte Sitzreihe im Boden versenken und somit reichlich Platz für unser Gepäck haben, justieren den Bildschirm, auf dem die Kinder DVDs gucken können und stellen die Adresse des ersten Hotels im Navi ein. Jan muß sich erstmal an die Automatik und den elektronischen Schnick Schnack gewöhnen. Aber dann fahren wir in unserer Luxus Limousine vom Hof zum Delta Hotel in Halifax.

Ich lege mich mit den Kindern sofort hin, Jan geht noch was zu essen jagen.

Tag1  Halifax

Morten ist natürlich um 6 Uhr früh Ortszeit wach, ich auch, so gehen wir ein bißchen an die frische Luft, holen uns jeder ein Starbucks Heißgetränk und spazieren am Hafen. Dort gibt es Fähren zu beobachten, wie auch Möwen, Tauben und ein paar Menschen, die zur Arbeit eilen.

Die Altstadt hat schottisch maritimen Charme. Viele große Straßen durchkreuzen das Stadtzentrum. Morten bewundert die großen Trucks, die ein bißchen aussehen wie aus den 70ern.
Um halb neun sind wir zum Frühstück verabredet. Im Hotel treffen wir unseren Kontakt vom Tourismus Board Nova Scotia und bekommen noch ein paar Dinge unseres Stundenplans erklärt. Der ist reichlich gefüllt mit Unternehmungen, die man heute noch in Halifax machen könnte.  Wir entscheiden uns dafür die Zitadelle zu besuchen. Eine Festung auf einer Anhöhe gleich hinter dem Hotel.

Die Zitadelle

Stilecht laufen Menschen aus dem 19 Jahrhundert in den Festungsanlagen herum, Dudelsackspieler in Uniform, spielende junge Mädchen, eine Trommlergruppe, Wachposten… Schottenkaro überall.

Merle bekommt ein Explorerheft mit Aufgaben, die dafür sorgen würden, dass sie über zwei Stunden gut beschäftigt wäre. Man solle sich mit dem und dem unterhalten und über sein Leben im 19 Jahrhundert ausfragen, die Kanonen zählen oder die Wahrzeichen vom Festungsrand ausmachen. Ein gut ausgeklügeltes Programm, was auch jeden Erwachsenen in jede Ecke der Festung führen würde und so ist es ja sogar ein FamilienbildungsprogrammJ. Wir sehen jedoch auch auch einen Vater, der mit einer Wache das Programm „Soldat für einen Tag“ macht, dazu muss er sein Gewehr richtig halten und marschieren können, natürlich in zünftiger Tracht. Seine Tochter, vielleicht 10 Jahre alt, macht so etwas ähnliches auch mit einer Betreuungsperson und lernt Trommeln und solche Dinge. Sehr beeindruckend wie authentisch und auf Augenhöhe diese Kultur vermittelt wird. Sehr zu empfehlen, auch wenn man kein Militärfan und dazu noch Pazifist ist. Alles sehr historisch.

Mir geht es zugegebener maßen nicht gut, mir ist übel und irgendwas läuft nicht so richtig rund, so daß ich das Halifax Sightseeing nicht richtig genießen kann.
Nach dem Besuch in der Zitadelle wollen wir einkaufen und dann entlang der Lighthouseroute die Küste zum White Point Beach entlangfahren.

Es ist relativ schwül. Einkaufen gehört nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.

Ich bleibe im Auto und wir starten das erste Mal den DVD Player. Jan macht den Großeinkauf und kommt nach einer knappen Stunde aus dem Superstore genervt zurück.

Die Unterschiede in den Preisen fordern Konzentration, denn was bei uns günstig ist, wie z.B. Milchprodukte ist hier sehr teuer, bei anderen Dingen ist es umgekehrt und man findet nicht dass, was man denkt zu finden und wenn ja, nur in riesengroßen oder viel zu kleinen Abpackungen.. vielleicht war es einfach nur der falsche Laden.

Letztlich fallen wir heißhungrig über Blaubeeren, Melone, Bananen, Möhre und Apfel her.

Jetzt kann es ja endlich losgehen, bis ich mich frage, wo denn eigentlich mein Portmonaie sei und die große Suche beginnt und sogar nochmal ein Abstecher zum Delta Hotel erfolgt… nach langer Suche, dann doch in der Fototasche entdeckt. Puh.

Peggy’s Cove

Wegfen anhaltender Übelkeit kann ich die etwas serpentinenartige Route zu Peggy’s Cove nicht genießen, bin aber im entscheidenden Moment wieder fit, um die grandiosen Granitfelsen mit dem schlichten weiß roten Leuchtturm drauf zu fotografieren. Der erste Ort, wo wir mal andere Touristen sehen. Dann aber gleich viele.

Die Kinder sind zum Klettern aufgelegt und ich muss sehr gelassen bleiben, damit sie ihren Spaß haben können – einige Spalten und Abgründe sehen schon recht gefährlich aus. Ein Zweieinhalbjähriger würde von Natur aus auch vorsichtiger sein, wenn ihm nicht eine große Schwester waghalsige Sprünge vor macht. So muss er leider an der Hand bleiben.

Es ist schon früher Abend und da ich nicht fit bin, kürzen wir die Lighthouse Route ab, obwohl ich mich später wahrscheinlich grün und blau ärgern werde. Wir brauchen trotzdem noch zwei Stunden zu unserem Zielort.White Point Beach.

Nadelwälder und Gewässer, meist Meerbuchten begleiten unseren Weg auf breiter Straße zum White Point Beach. Wie auch schon aus dem Flugzeug gesichtet, hat diese Landschaft viel skandinavisches.

White Point Beach

Die Sonne steht schon etwas tiefer hier und wir beziehen zügig unsere Hotelhütte mit fast Meerblick. Wie im Hotel gestern auch schon, gibt es es zwei Doppelbetten, wo wir alle vier gut Platz finden.
Ich bin wieder so fix und fertig, dass ich mich fürs Schlafen entscheide und mit dem Kleinsten zusammen einnicke, während Jan und Merle noch im Restaurant essen gehen.

Für Kinder bis einschließlich 6 Jahren ist das Essen umsonst, danach ungefähr die Hälfte. Das finde ich sehr familienfreundlich.

Tag 2 White Point Beach – Ein Tag am Meer

Noch etwas in der alten Zeit verhangen, wacht Morten gegen sechs auf und ich habe auch eigentlich lang genug geschlafen…

Wir machen einen Morgenspaziergang und sagen den Bunnies, all den kleinen und großen weißen Hasen, die Teil der Attraktionen des Resorts sind, „Guten Morgen“. Auf den Schildern an der Straße steht auch geschrieben: “Attention, Bunnies and children are everywhere!“

Wir sind bei faszinierendem Sonnenaufgangslicht am Strand, ich fotografiere, Morten wirft Steine ins Wasser. Es sind wenige Menschen zu sehen. Einige Chinesen sammeln große breite Stränge Seegras ein. Sie wollen es kochen und mit Sesamöl und Essig in kleine Streifen schneiden und essen. Andere Länder anderes Frühstück.

Gegen acht holen wir Jan und Merle aus der Hütte, um gemeinsam frühstücken zu gehen.

Im großen „Speisesaal“ mit Blick auf den Strand und das Meer gibt es ein Frühstücksbuffet ala Amerika. Viele gebratene Varianten von Kartoffel, Ei, Pfannkuchen & Co, wie Brote und bunte Cerealien.

Die Kids gehen auch mal nach der ersten Sättigung in den Kinderspielbereich im Souterrain und die Eltern können nochmal in Ruhe eine Tasse Tee trinken.

Heute geht es mir viel besser und ich kann das reichhaltige Frühstück genießen.

Wir machen dann einen Strandspaziergang mit Badeoption, aber kaum jemand anderes badet im Meer, so starten wir dann erstmal einen kleinen Versuch im Kinderpool vor dem Hotel. Der ist auch noch ganz schön kalt.

Vom Strand aus sehen wir Menschen, die auf einem See etwas abseits vom Strand Stand up Paddling betreiben. Plötzlich bekomme ich Lust, auch so etwas zu machen.

In Mortens Mittagsschlafzeit gehen Merle und ich zum Bootshaus und erkundigen uns nach allen Möglichkeiten. Sie möchte unbedingt surfen, was aber gleich auf einen halben Tag mit Neoprenanzug etc . ausgelegt ist. Und die Standup Paddles sind den ganzen Tag ausgebucht. So begnügen wir uns mit einem Tretboot. Das ist sogar kostenlos. Damit schippern wir ein bißchen über das Brackwasser, legen an einer kleinen Granitfelsen Insel an und bekommen den ersten Urlaubssonnenbrand. Soll ja jeder wissen, dass wir in einem Beach Resort waren.

Wir wecken die Männer vom Mittagsschlaf und halten ein kleines Picknick auf dem Balkon ab. Die große ist überglücklich über ihr Campingfood, dass aus Instant Noodles besteht, die anderen essen Brot mit Erdnußbutter und Obst.

Im Kinderprogramm steht als nächstes Charade. Wir schauen mal, ob da vielleicht noch andere Kinder sind. Leider nicht. Aber die zwei engagierten Betreuer spielen auch mit uns und später als ein anderes Mädchen dazukommt, gibts noch eine Bastelrunde.

Im Abendsonnenschein lümmeln wir ein bißchen am Strand, buddeln aus dem weichen Sand Kunstwerke und zerstören wieder, üben Kung Fu und Merle übt sehr intensiv ein Rad schlagen und Handstand bis wir hungrig genug sind, Marshmellows am Feuer zu grillen – das ist auch ein Punkt auf dem offiziellen White Point Beach Entertainment Programm.

Die Kinder schlafen heute so schnell ein wie schon lange nicht mehr und wir haben das erste Mal Gelegenheit die Fotos zu sortieren und zu schreiben.

Diese Reise wird unterstützt durch die Destinationen Nova Scotia, Labrador&Newfoundland, wie Explore Canada und dem Reiseveranstalter Fasten your Seatbelt. Vielen Dank dafür.

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

7 Kommentare:

  1. Das klingt ganz, ganz toll! Im September sind wir auch kurz in Halifax, nur für einen Tag allerdings. Von daher großartig, dass ich bei dir schon mal spitzeln konnte. 😉 Die Landschaft sieht wirklich wunderschön aus, und das Resort klingt nett. Und wie gut, dass deine Unpässlichkeit schnell vorbei ging. Sowas verhundst einem ja leicht den schönsten Urlaub sonst. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung! 🙂

    Viele Grüße,
    Lena

  2. Liebe Lena, vielen Dank. Es ist tatsächlich sehr schön hier drüben und ihre werdet bestimmt auch in der Zitadelle zB. eure Freude haben.
    Verfolg uns gerne weiter. Mittlerweile sind wir in Digby.
    beste Grüße
    von uns!
    Geertje

  3. Meine Lieben! Habt viel Spaß und viele spannende Erlebnisse…. Wir fahren wie immer mit, also immer schön schreiben und viiiiele Fotos bitte :-)) Lieben Gruß von der sonnigen Nordsee – R+J+M+T+L (und Holi in Japan…)

  4. Das klingt super und ich werde gespannt mitlesen! Immerhin kommt dieser Teil Kanadas immer wieder ins Gespräch, wenns um unsere Reiseplanung geht.
    Lieber Gruss,
    Ellen

  5. OPASCHWIEGERVATER

    9.Foto:In Anlehnung von Kasper David Friedrich „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“-hier zwei Jungs in Betrachtung des Atlantiks !!

  6. Ja Bezüge zur bildenden Kunst sehen wir hier gerne!
    Gibt es berühmte Werke mit Eisbergen?

  7. Danke fürs Mitlesen. Hier ist es auch grad ziemlich warm, aber immer weht eine frische Briese – fast wie an der Nordsee!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.