Ein Besuch bei Woolpower in Östersund – eine Bildreportage

Ein Klackern und Rattern umgibt uns, kleine Metallärmchen gehen auf und ab, große Garnrollen in verschiedenen Farben drehen sich emsig. Sie produzieren Woolpower Strickjacken.  Gestrickte Schläuche aus Merinowollen werden Millimeter um Millimeter länger. Morten steht mit offenem Mund vor riesigen Waschmaschinen, die doppelt so groß sind wie er selbst und das Bullauge bestimmt einen Meter weit ist. Weiter hinten sitzen Menschen an ratternden Nähmaschinen. Schwedische Frauen und Männer begrüßen uns mit einem freundlichen „hej“ und arbeiten weiter konzentriert an ihren Werkstücken.
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Eine Produktionshalle von Woolpower in Östersund in Jämtland

Wir sind beim schwedischen Hersteller Woolpower zu Gast. Hier werden tatsächlich, mitten in Schweden, unsere heißgeliebten Strickjacken, Wollsocken und Westen aus einem Merinowoll-Polyestergemisch hergestellt. Und wir treffen genau die Menschen, die mit ihrem Namensschildchen eine Qualititätsgarantie für die schwedischen Produkte abgeben. Nicht im weit entfernten China, sondern in der leicht hügeligen Landschaft, eine Stunde von den Bergen in Jämtland entfernt. Ich kann es irgendwie kaum fassen, wie gerade meine Outdoorausrüstung um so ein vielfaches Wertvoller wird, wenn ich ihre Enstehung hautnah sehe und erlebe. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter schafft ca. 50 bis 80 Woolpower Teile am Tag zu nähen. Und jedes Teil wird auch von jeweils einem Menschen von Anfang bis Ende zusammengenäht, nach der Endkontrolle kommt das Namensschildchen hinein. So kommt es dass, jeder seine Fähigkeiten erweitert und verbessert und nicht aufgrund einer eintönigen Arbeit mit nur einem Arbeitsschritt müde wird. Ein sehr gutes Konzept.
Woolpower ist hier in der kleinen Stadt Östersund mit seinen 25000 Einwohnern einer der größten Arbeitgeber mit 110 Mitarbeitern.

Warum sind wir nun eigentlich hier? Anfang April sind wir eingeladen an der Scandinavien Outdoor Academy teilzunehmen. Vier Tage volles Programm mit skandinavischen Marken der Scandinavien Outdoor Group. Testen, netzwerken und den Ort Åre in Jämtland kennenlernen.

Schon als wir die Einladung erhielten dachte ich, dass ich die Gelegnheit doch gerne am Schopfe packen würde, um noch ein bisschen Ski zu fahren in diesem Frühling. So sind wir schon drei Tage vorher auf dem Weg nach Åre.

Der Weg nach Åre über Östersund und die Woolpower Produktionsstätte

Am Dienstagmorgen stehe ich mit unserem Jüngsten sehr zeitig auf. Gerade war die Zeitumstellung, so dass der Wecker um sechs Uhr klingelt, was gefühlt um fünf Uhr ist. Unser Stammtaxifahrer bringt uns nach Berlin Tegel, wo wir um 8.30 den Flieger nach Stockholm nehmen.
In der schwedischen Hauptstadt angekommen, landet das Flugzeug jedoch nicht gleich, sondern dreht erst mal eine Ehrenrunde, weil es nicht landen darf… Die Zeit verrinnt und ich schaue nervös auf die Daten unseres Anschlussfluges nach Östersund. Der Kleine dagegen ist noch ganz gelassen.
In Stockholm am Gepäckband dauert es auch noch ein bisschen, so dass ich wirklich knapp unser Gepäck für den Anschlussflug einchecke. Puh mit Gepäckwagen, auf dem ein großer Rucksack, ein Technikkoffer und Morten mit kleinem Kinderrucksack aufeinandergestapelt lagen, rannte ich durch den Flughafen Arlanda von Terminal 2 zu Terminal 4. Das ist zugegebener Maßen nicht so weit, allerdings habe ich wirklich in der letzten Minute vor „Abgabeschluss“ den Rucksack aufs Band geschoben. Dann noch die persönliche Kontrolle und das Durchleuchten und so schnell es geht zum Gate. Morten jammert ein bisschen, macht aber tapfer alles mit. Wir schaffen alles pünktlich und nehmen den einstündigen Flug nach Östersund, wo wir Mittags eintreffen. Bei der SAS gibt es wenigstens ein Getränk umsonst. Auf dem vorherigen airberlin Flug, der von Nikita durchgeführt wurde, gab es noch nicht mal ein Wasser ohne bezahlen und Mortens Sehnsucht nach dem roten Schokoherz am Ende des Fluges wurde leider auch nicht erfüllt. Überall wird gespart – wie schade.

Am Flughafen empfängt uns Eva Arnlund, Export Sales Manager bei Woolpower. Die junge fröhliche Frau nimmt uns mit zur Fabrik, wo alle kuschligen Woolpower Sachen hergestellt werden. Hier verbringen wir zwei Stunden mit großen Augen und vor Staunen offenen Mündern.

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Der ganze Arbeitsablauf ist so logisch und transparent. Das gesamte Strickgarn wird in Deutschland bei Südwolle gesponnen und lagert in hunderten Kisten in einer Lagerhalle vor der Produktionshalle. Dann erklärt Eva uns mit viel Freude jeden einzelnen Arbeitsschritt. Morten ist zwar vom frühen Aufstehen außerordentlich müde, fragt aber interessiert nach und schaut überall genau hin und betastet jeden Wollstoff, der ihm in die Finger kommt. Schließlich schlupft er noch in einen halben Schlauch und spielt Gespenst, Eva und er haben richtig Spaß zwischen den ganzen Strickmaschinen.

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Eine wirklich kinderfreundliche Führung.
Nachdem ich noch im Outlet zugeschlagen habe, nehmen wir ein Taxi in die Innenstadt und gehen zu einem schönen asiatischen Mittagsbuffet im BBQ Garden gegenüber des Clarion Hotels.

Buffet ist ja immer prima für Kids. Die suchen sich was aus, was sie dann wirklich essen, wenn es dann doch nicht schmeckt, kann man nochmal was anderes probieren. Vor allem gibt es auch viel Süßes. Und überraschenderweise gibt es auch Sushi. Das mag Morten ja auch.

Mit unserem ganzen Gepäck spazieren wir noch ein bisschen in der Stadt umher, bevor wir uns zum Bahnhof aufmachen.

Die Fahrt von Östersund nach Åre im Zug

Der Zug bringt uns dann nach Åre. Wieder eine positive Überraschung, es gibt kostenloses Wifi im Zug Norrtåg. In Åre angekommen, müssen wir nur über eine Indoorbrücke über die Gleise und sind schon mitten im Holiday Club Hotel, das die nächsten zwei Nächte unsere Heimat ist.

Holiday Club Hotel in Åre

Die Einrichtung in der Lobby sind schon mal gewaltig aus. Viel Holz  und Naturstein, dann ein langer Gang zu unserem Zimmer im Erdgeschoss. Ich denke mir so, naja, die letzte hintere Ecke.. aber kaum schließen wir die Türe zu unserem Zimmer auf, strahlt uns die Abendsonne vom anderen Seeufer aus entgegen. Eine Bergkette und der zugefrorene See sind unsere besten Freunde. Wir staunen nicht schlecht als wir auf die hölzerne Terrasse zum See rausgehen. Morten entdeckt natürlich gleich das Hochbett. Das hat er sich innig gewünscht, da die oberste Etage im Doppelstockbett zu Hause der großen Schwester vorbehalten ist.

Wir genießen noch den Sauna und Adventure Pool Bereich und sind eigentlich schon fix und foxi, aber ein bisschen was zu futtern holen wir uns noch aus dem nahegelegenen ICA Supermarkt. Ein bisschen Salat, ein paar Köttbullar und Polarbröd mit Räkost müssen schon sein.

Dann schlägt der lange Reisetag zu buche und wir fallen in unsere Betten. Eigentlich will ich keinen Wecker stellen. Aber da wir an unserem ersten Skitag eine Verabredung mit Helena von der Destination Åre haben, stelle ich ihn mal sicherheitshalber auf acht Uhr.

Vielen Dank für die Unterstützung unserer Reise durch die Destination Åre.

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

Ein Kommentar:

  1. Pingback: Skifahren in Åre mit Kindern - Nordicfamily

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