Ein Tag mit dir unterwegs auf Reisen [Reisegepäck gesponsert]

#liveyouradventure ist für mich mehr als nur ein Spruch. In vielen Situationen und Phasen meines Lebens habe ich das Gefühl , alles genau richtig zu machen, das Abenteuer Leben zu bestehen. Aber manchmal läuft alles auch krumm und schief.

Als du neulich vor meiner Tür standest, hatte ich gerade eine große Enttäuschung zu verarbeiten. Monatelang plante ich eine wissenschaftliche Expedition nach Grönland zu begleiten, um zu dokumentieren und dem Klimawandel auf die Spur zu kommen. Ich sah mich schon mit Zuggeschirr und Pulka, Ziehschlitten, über das grönländische Inlandeis ziehen. Aber einige Umstände, vor allem finanzielle, geboten, der Expeditionsgruppe nur eine Minimalvariante durchzuführen. In der Minimalvariante war meine Teilnahme nicht inbegriffen.
Und da standest du, gut gebaut, kräftig, stabil und erwartungsvoll grinsend vor meiner Tür.

Erst einmal bat ich dich hinein, beschaute dich von allen Seiten. Reißverschluss auf, Reißverschluss zu. Irgendwie sehr ähnlich zu einer Pulka, die man über das Eis zieht. Wolltest du dir hier mit mir einen Scherz erlauben und noch tiefer in die Wunde graben?

Ich versuchte ruhig zu bleiben und mich weiter in deine Details zu vergucken. Viele kleine Taschen. Gute Griffe. Tolle Fortbewegungsmöglichkeiten. Du bist einer von diesen Skatertypen, aha. Super starke Rollen. Mit denen kannst du bestimmt über echt viele Hindernisse hinweg rollen.
Das sind ja nur die äußeren Werte, schauen wir mal was innen so los ist.  Ganz schön weit und großzügig. Bei dir scheint echt Platz zu sein.
Oje und ich ahne schon, du bist so ein ganz ordentlicher. Hier eine Unterteilung und da noch eine extra Netztasche zum Sortieren und hier noch ein Riemchen zum Festzurren.
Ich befürchte, wir passen gar nicht gut zusammen und schäme mich ein bisschen für meine Unordnung. Aber wer weiß Gegensätze ziehen sich an oder ergänzen sich gar.

Laß es uns gemeinsam versuchen und ein kleines Abenteuer zusammen starten.
Ich muss eh am Montag früh los, da kannst du gerne mitkommen.

Sonntag treffen, wir uns zum Packen ja?

Noch einmal richtig schlafen und dann geht es am Montagvormittag in den Flieger. Wohin, habe ich dir noch gar nicht verraten. Aber du fandest es schon merkwürdig, was ich alles eingepackt habe, oder?
Als erstes mußtest du Platz machen für einen Strohhut, ein paar T-Shirts und sogar einen Badeanzug. Ich glaube, du hast dich schon ein bisschen auf Strandurlaub gefreut oder? Weiß nicht, ob Skatertypen auf Strandurlaub stehen. Na jedenfalls hast du dann ein bisschen deine Stirn gerunzelt, als ich mit meinen Werkzeugen ankam: Seitenschneide, Tacker, Hammer, Arbeitshandschuhe, so eine abgelederte Arbeitshose.. Ich befürchte, du wärest am liebsten auf der Stelle wieder umgedreht.

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Nun, jetzt gibt es kein Zurück mehr. Du musst mit.

Wir haben Glück, Jan fährt uns zum Flughafen. Er guckt dich auch ein bisschen skeptisch an und bemerkt noch zum Abschied: Passt gut aufeinander auf.

Ich nehm dich an die Hand und wir überqueren gemeinsam einen großen Parkplatz vor dem Flughafen Schönefeld. Die Sonne strahlt vom Himmel und irgendwie bin ich schon etwas Reisefiebrig.

Bei dir hatte ich noch eine kleine Thermos mit Tee verstaut. Die krame ich raus und genieße sie noch, bevor es ins Flughafengetümmel geht.  Hier müssen wir uns wohl oder übel Trennen. Wir nehmen zwar das gleiche Flugzeug, können aber nicht nebeneinander sitzen. Wie schade. Als wir uns trennen, schiele ich nochmal mit einem Auge auf die Wage, ziemlich genau 20 Kilogramm. Gut geschätzt gestern Abend.

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Gemeinsam fliegen

Ich habe noch ein Stündchen bis zum Bording zu warten. In Gedanken an dich schlendere ich im Zeitungskiosk herum und träume schon mal ein bisschen von unserer gemeinsamen Weiterreise. Ich glaube, der Weg wird das schönste für uns zwei. Wenn wir erst einmal angekommen sind, könnte es für dich etwas langweilig werden. Nun ja, vielleicht bist du ja offen für ganz ungeahnte Dinge.
Wir steigen gegen Mittag in den Flieger. Nach anderthalb Stunden landen wir dann wieder sanft auf der Erde und befinden uns 1500 Kilometer weiter südlich.  Futuristische Betonarchitektur empfängt uns, der Himmel ist blau.  Wir kriegen den Mund vor Staunen nicht wieder zu Hause. Leider muss ich dich kurz mal an der Seite stehen lassen, um eine Fotorunde durch den Bahnhof zu drehen. Auch meine Kamera habe ich bei dir verstaut. Aber die ist schnell rausgeholt, dank deiner wunderbaren Ordnung.

Unseren nächsten Abschnitt bewältigen wir mit einem super schnellen Zug. Aber vorher ist noch Zeit für einen Kaffee. Im Starbucks treffen wir einer Kollegin von mir und du stehst wieder nur gelangweilt an der Seite rum, während wir fast die Zeit vergessen vor lustigem Gequassel. Es stellt sich heraus, dass wir das gleich Reiseziel haben, aber unterschiedliche Züge nehmen.

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ReisegepäckGemeinsam Zug fahren

Wir zuckeln jetzt zu viert vom Flughafen zum futuristischen Bahnhof und suchen unseren jeweiligen Bahnsteig. Du kommst echt gut voran mit deinen guten Skaterrollen. Allerdings ist es für dann ein bisschen umständlich, dir in den Zug hinein zu helfen. Zwanzig Kilogramm ist schließlich kein Pappenstiel.
Geschafft, erst mal hinsetzen. Diese Veloursitze im schnellsten französischen Zug aller Zeiten sind sehr fein. Du steht trotzdem lieber zwischen den Abteilen und schaust aus dem Fenster. Kleine Dörfer ziehen an uns vorbei. Die Berge draußen werden immer höher. Aus dem Flieger habe ich auch schon schneebedeckte Gipfel gesehen. Und jetzt werde ich ganz aufgeregt, als die Spitzen mit dem Restschnee aus dem vergangenen Winter immer dichter kommen.

Nach einer Stunde müssen wir umsteigen. Gleiche Prozedur. Raus hiefen. Losrollern. Treppe runter zuckeln. In den nächsten Zug wieder rein hieven. Das sind die Passagen, die ich mit dir etwas anstrengend finde. Ich meine, du lässt dir gerne helfen und genießt es. Ob es so schön ist Trepp auf und ab geruckelt zu werden, weiß ich nicht. Du nimmst es einfach hin und beschwerst dich nicht groß. Die Gelassenheit möchte ich manchmal haben.

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Endstation für dich und mich

Ein kleiner Bahnhof in den Rhone Alpen ist unsere Endstation mit dem Zug. Hier treffen wir wieder auf meine Kollegin Elisabeth aus Norwegen. Und jetzt ahnst du, was hier passieren wird. Wir unterhalten uns nur noch über Arbeit. Dies hier ist gar kein Urlaub!
Ich kann es nicht mehr geheim halten, denn ich freue mich tierisch auf die Abreit mit all den anderen Künstlern, wir werden die Woche über mit Stroh und Heu in den französischen Alpen arbeiten.

Dein Gesicht verdunkelt sich und es wird dir immer klarer, dass dieser Montag wohl der interessanteste Teil der Reise für dich war.

Wir nehmen ein Taxi, um nach Valloire, genauer gesagt in den kleinen Ort Les Verneys zu kommen. Mittlerweile ist es Abend und die Sonne geht unter.
Du warst heute eine echt gute Begleitung und dafür möchte ich dir von Herzen danken. Bitte nimm es nicht persönlich, wenn ich mich in den nächsten Tagen hier nicht so gut um dich kümmern kann.
Du hast ein schönes Zimmer mit Blick auf den Col du Galibier, den höchsten Pass hier in der Gegend. Hier fahren die Radfahrer der Tour de France in ein paar Tage den Berg rauf und kommen vielleicht an unseren Strohskulpturen vorbei. Genieße den Ausblick, ja?

In einer Woche fahren wir wieder zurück nach Potsdam. Da haben wir noch mal einen intensiven Tag zusammen und alle Zeit der Welt uns gegenseitig viel zu erzählen und von der Reise zu zeigen. Sowas schweißt ja dann doch zusammen.

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Hinweis: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Marke Eddie Bauer und dem Outdoor Blogger Network entstanden. Er ist Teil der Kampagne #liveyouradventure und ist vergütet worden. Der Expeditions Trolley, sowie eine Daunenweste wurden mir von Eddie Bauer kostenlos zur Verfügung gestellt.  Die Tatsachen beeinflussen nicht meine Meinung und die Darstellung in dem Artikel.

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Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

3 Kommentare:

  1. Wie interessant so eine Begegnung mit einer Tasche sein kann… 😉
    Toll finde ich auch deinen Film, erinnert mich irgendwie an solche Filmchen von früher „z.B. Sendung mit der Maus“ 😉
    Ich hoffe, ihr zwei hattet Spaß zusammen.

  2. Pingback: Strohskulpturen in Valloire - kein Reisetagebuch - ein Arbeitstagebuch mit Videos - Nordicfamily

  3. Hallo Tanja, Ja dauernd kann man so etwas wahrscheinlich nicht im Blog veröffentlichen – aber mal eins ist das vielleicht ganz unterhaltsam – was da so abgeht mit dem neuen Reiegefährten. :)Wir hatten Spaß! Was den Film anbelangt würde ich gerne viel öfter machen, aber benötige noch einen guten workaround dafür. Gruß Geertje

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