Mit Familie zum Spinnenworkshop auf die IGA in Berlin

An einem sonnigen Herbstwochenende machen wir uns als ganze Familie zur IGA in Berlin auf, um dort einen Familien Workshop zum Thema Spinnen vom Projekt „Urbanität und Vielfalt“ zu erleben.

Es ist Marathonwochenende in Berlin und eigentlich genau die falsche Zeit, um mit dem Auto irgendwohin zu fahren. Wir entscheiden uns dennoch von Potsdam mit dem Auto Richtung Berlin Marzahn zu fahren.

Der Weg auf die IGA in Berlin

Es dauert wie erwartet zirka eine Stunde bis wir am Haupteingang an den Gärten der Welt vorfahren. Mal schauen, ob es irgendwo einen Parkplatz gibt, denn wir sollen hier im Lagezentrum unsere Eintrittskarten abholen.
Fehlanzeige hier an den „Gärten der Welt“ gibt es keine öffentlichen Parkplätze in Laufweite- wären wir mal doch mit den Öffentlichen gefahren.
Dann erfahren wir aber den ultimativen Geheimtipp. Auf der gegenüberliegenden Seite des IGA Geländes zu parken und von dort das Gelände aufzurollen. Ich und Morten steigen aus um auf der einen Seite die Karten zu holen, Jan und Merle fahren aussen herum.

Mit der Seilbahn über die IGA  in Berlin

Der Kleinste und ich besorgen die Eintrittskarten, gehen durch den Haupteingang und klettern in die große Seilbahn. So etwas kennen wir sonst nur aus Skiurlauben in wirklich großen Skigebieten.
Dem Kleinen steht der Mund vor Staunen offen und ich versuche schon mal grob einen Plan zur Entdeckung des Geländes zu schmieden. Man bekommt von hier oben einen fabelhaften Überblick. Leider auch über die Entfernungen auf dem IGA Gelände. Eine Mitarbeiterin der IGA erzählt uns, dass man unbedingt Schwerpunkte setzen sollte, ansonsten benötigt man zum Besuch der IGA mehrere Tage.

IGA in Berlin

Auf der anderen Seite sehen wir eine lange Schlange an der Seilbahn anstehen, aber auch den Rest der Familie am Eingangstor auf die Karten warten.

Hier gibt es auch eine gute Möglichkeit, die IGA in Berlin mit der U-Bahn Linie 5 zu erreichen. Deshalb ist es hier wahrscheinlich auch voller als am anderen Eingang.

IGA in Berlin

Die Wanderung über das IGA Gelände vom Eingang Kienbergpark zu den Gärten der Welt

Wegen der langen Schlange entschließen wir uns schnell, über das Gelände zu laufen und uns zum anderen Ende treiben zu lassen. Ich staune, wie viele bunte Blumenbeete in diesen Herbsttagen noch blühen und vor allem duften. Der Weg führt uns am Forschungsfloss vorbei, entlang  von Pop-Up Decks. Hier gab es eine interessante „Sehenswürdigkeit“ nach der anderen.

IGA in Berlin

Die Kinder waren gar nicht von einer Holzmurmelbahn zu lösen. Für 50 Cent konnte man eine Holzmurmel beim Automat erwerben und diese durch verschiedene Hindernisse kullern lassen. Ganz nebenbei erfährt man einiges zum Klimaschutz, zum Thema Müll und Wasser. Ich selbst bin von der handwerklichen Qualität der Anlage begeistert.

Die  folgende Inspiration  weckt meine Baumhaus-Erinnerungen Destinatur bietet kleine Unterkünfte aus Sperrholz, die man leicht in der Natur aufstellen kann. In gleicher Bauart ist auch eine Minisauna auf einem Anhänger gebaut und kleine Hochbeete.

Die Kids laufen schon vor, während ich noch ganz in Gedanken versunken die kleinen Bauwerke studiere. Weiter vorne sind mittelalterlich gekleidete Menschen zu sehen, die ein Feuer schüren und Handwerksarbeiten machen. Sie kommen aus dem Museumsdorf Düppel. Und Merle stellt sich gleich vor, dort mal ganz lange Urlaub zu machen und zu leben wie die Menschen früher. Ob das geht?

IGA in Berlin

Wir schlendern weiter und um uns herum wird es immer chinesischer. Kleine Tempel und Brücken, wie auch chinesische Gärten stellen eine exotische Atmosphäre her. Dort essen wir auch zu Mittag, natürlich gibt es gebratene Nudeln für alle.

Gut gestärkt ziehen wir weiter und finden uns in einem Heckenlabyrinth wieder. Oje, schnell verliere ich die Kids aus den Augen und finde selbst nicht in die Mitte. Immer wieder bin ich schon ganz nahe dem zentralen Ausguck. Der Turm ragt etwa zwei Meter über das Labyrinth und  markiert das Zentrum. Im Video kann man das eventuell erahnen.

Unglaublich wie lange ich dorthin brauche. Zum Glück kommt Morten vorbeigewetzt und führt mich zum Türmchen. Puh – jetzt aber noch hinaus finden. Eine Abkürzungsnottür ist leider verschlossen. Irgendwie finde ich mit der Hilfe des Kleinsten aber auch wieder raus und schaue erschrocken auf die Uhr. Jetzt soll  gleich der Spinnenworkshop von „Urbanität und Vielfalt“ beginnen. Eiligen Schrittes hetzen wir an einem wunderschönen Spielplatz mit Holz Wal entlang. Der kleinste verschwindet kurzerhand wie Jona im Wal und kommt erst nach fünf Minuten wieder zum Vorschein. Ein Grund mehr, zu eilen. Alsbald sitzen wir aber wieder in der Seilbahn, um zum anderen Ende des IGA Geländes zu reisen.

Urbanität und Vielfalt - Spinnen

Der Spinnenworkshop von „Urbanität und Vielfalt“

Auf der IGA in Berlin gibt es einen Garten mit quadratischen Pflanzflächen – die Archeflächen. Dort ist der verabredete Treffpunkt für den Spinnenworkshop.

Urbanität und Vielfalt - Spinnen

Bedrohte Pflanzenarten werden hier von ihren Paten gehegt und gepflegt. im Idealfall werden die Samen wieder eingesammelt und an das Projekt „Urbanität und Vielfalt“ geschickt, erklärt Gesa Domes. Sie begleitet den Workshop über Spinnen. Dieser wird vom Potsdamer Steffen Ramm geleitet. Er ist nach einer Spinnenphobie ein wahrer Experte geworden.

In einem kurzweiligen Gespräch treten alle Vorurteile und Ängste über die Achtbeiner zu Tage.
Die angereisten Familien sitzen an langen Tischen und lauschen dem Spinnenexperten aus Potsdam. Steffen Ramm lockert die Runde mit Spielen auf und jeder darf mal im wahrsten Sinne des Wortes in eine andere Haut schlüpfen. Dass sich Spinnen ja auch häuten, habe ich nicht gewusst und wenn wir manchmal so achtbeinige Gebilde irgendwo herum liegen sehen, sind es oft nur Hüllen.
Nach der Theorie folgt die Praxis, wir dürfen die Haut einer Mexikanischen Vogelspinne mal in die Hand nehmen. Sie hat ganz feine Härchen und leuchtende Farben in schwarz und orange. Wir in sind alle fasziniert.

 

 

 

Dann strömen wir aus ins Gelände und suchen nach Spinnen und ihren Netzen. Ein fein gewebtes Baldachinnetz kommt erst richtig zum Vorschein, als Steffen es mit einem Wassersprüher vorsichtig ansprüht. In Lupenbechern halten die Kids  kurzfristig kleine Spinnen gefangen, um sie eingehend zu betrachten. Wir sind  vollkommen in der Spinnenwelt gefangen, jedenfalls in Gedanken und sehr dankbar für den tiefen Einblick.

Die kleinen Tiere sind wichtig für das Gleichgewicht in Ökosystemen und für Menschen hier in Deutschland nicht gefährlich. Die Angst oder auch Ekelgefühle sind immer weitergegeben und die Kinder lernen diese ohne Grund zu übernehmen. Hier konnten wir wirklich einiges davon ablegen.
Interessanterweise haben die Menschen in fernen Ländern, wo Spinnen auch auf den Mittagsteller gehören, gar keine Angst vor den Tieren, so Steffen Ramm, der damit aus südamerikanischen Gegenden berichtete.

Über die Aktivitäten des Projektes „Urbanität und Vielfalt“ kann man auf der Webseite vieles nachlesen und sich auch als Pflanzenpate zur Verfügung stellen. Wenn du auch bedrohte Pflanzen in deinem Garten oder auf einer Archefläche pflegen willst, kannst du dich dort anmelden.

Danke für die Einladung zu dem Spinnenworkshop und dem damit verbundenen Besuch auf der IGA in Berlin an das Projekt „Urbanität und Vielfalt“.

Die IGA ist übrigens noch bis zum 15. Oktober 2017 geöffnet.

 

 

 

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

6 Kommentare:

  1. MEXIKANISCHE Vogelspinne?!?! 😱 Ich muss sofort unseren Flug stornieren….

  2. Oh, das hätte ich meiner Tochter auf der iga auch gern gezeigt! Die ist trotz beständiger Aufklärungsversuche schon beim Anblick einer Minispinne am Kreischen… 🙄
    Die Aussage der iga- Mitarbeiterin stimmt offenbar: Ihr habt an eurem iga-Tag ganz andere Sachen gesehen als wir!

    LG
    Jenny

  3. Liebe Jenny, gerne hätten wir auch noch viel mehr Zeit dort verbracht. Es gibt echt soviel zu entdecken, unglaublich interessant.
    der Spinnenworkshop findet hin und wieder mal statt in Berlin, Potsdam oder sonstwo… vielleicht passt es ja mal irgendwann für euch.

  4. hihi, ich glaube nicht…. seid wachsam und „do as the natives do“ 🙂 gute Reise!

  5. Gibt ja sehr viel zu entdecken und ist schön für die Kids. 🙂

  6. Oh ja, wir hätten noch zwei Tage mehr auf dem IGA Gelände verbringen können!

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