Barfußschuhe und eine Wanderung um den Sacrower See

Barfußschuhe sind in diesem Frühling unser ständiger Begleiter. Nun sind wir schon einige Wochen mit unseren Barfußschuhen von Wildling unterwegs und es wird Zeit, dass ich mal ausführlich darüber berichte.

Wandern mit Barfußschuhen

Alles fing bei einer Wanderung um den Sacrower See so richtig intensiv an. Der Frühlingswald war noch sehr licht, der Bärlauch stand in vollster Blüte. Der Kleinste durfte sein Fahrrad mitnehmen. Wir waren noch mit anderen Familien unterwegs und so eine ganz schöne Truppe mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Ansprüchen an diese Unternehmung.
Die Wege um den Sacrower See haben ganz unterschiedliche Qualität. Einige sind breit und flach, andere schlängeln sich schmal durch die Büsche und Bäume.
Ich merke nach einer Weile meinen unteren Rücken deutlicher als sonst bei Wanderungen. Erstaunlich wie anders meine Gehbewegung ist, ich laufe viel mehr auf dem Vorderfuß und rolle sanft ab. Dabei federe ich Unebenheiten des Weges ganz gut ab und latsche nicht einfach drauf. Ganz deutlich, aber angenehm spüre ich Wurzeln und manchmal auch Zapfen und Steine im Untergrund.
Der Keinste ist mit seinen halbhohen Barfußschuhen ganz flink unterwegs, auch das Fahrradfahren scheint mit ihnen gut zu funktionieren. Die Große läuft Waldhügel hinauf und herunter und balanciert über dicke Baumstämme, als würde sie wirklich keine Schuhe anhaben, bewegt sie sich elegant wie ein Tier durch den Wald.

Puh, nach diesem Tag bin ich ganz schön geschafft. Ich vermute auch die ungewohnte Gehbewegung in den Barfußschuhen trägt dazu bei, dass sich Muskeln und Partien im Körper melden, von denen man lange nichts gehört hat. In den folgenden Wochen lässt das nach und mein Bewegunsgapparat scheint sich dran gewöhnt zu haben.
Die Kinder melden keine körperlichen Beschwerden nach der zehn Kilometer langen Wanderung.

Jan trägt in diesem Jahr übrigens noch keine Wildlingschuhe, weil es sie schlicht in seiner Größe noch nicht gibt.
Dafür sind die Kinder und ich mit unseren Modellen beste Freunde geworden.

Wie ich Barfußschuhe kennenlernte

Irgendwann sagte jemand, mit dem ich mich über Naturerfahrung und Reisen austauschte: Wildling Schuhe würden aber auch gut zu Euch passen.
Bisher hatte ich mich mit dem Thema Barfußschuhe noch nicht näher beschäftigt und habe nur am Rande mitbekommen, dass Jan immer wieder Ausschau hält und im Sommer sehr gerne ohne Schuhe unterwegs ist.
Und klar habe ich immer im Hinterkopf, dass es für die kleinen Kinderfüße ein tolles Training ist, barfuß zu laufen.

Morten ist Ninja Fan. Und auf leisen Sohlen wie ein Krieger durch den Wald zu schleichen, ist für ihn das höchste der Gefühle.
Merle klettert liebend gerne auf Bäume und mag Katzen. Am liebsten imitiert sie die kleinen Tiger und bewegt sich galant durch die Landschaft.
Und ich habe es gerne luftig an den Füßen.

Wir entscheiden uns, folgende Modelle der Barfußschuhe von Wildling zu testen: Der Dachs (Morten), Die Wildkatze (Merle), Silberfuchs (Geertje).

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Der Prozeß und wie man Barfußschuhe von Wildling kauft

Als ich so durch die Webseite mit den Barfußschuhen stromere, fällt mir auf, mit wieviel Liebe zum Detail und zur Atmosphäre um ein Produkt hier gearbeitet wird. Die Bilder sind Wild und gleichzeitig schick. Wer möchte nicht so eine wilde Räubertochter sein. Sich so fühlen wie ein junges Tier, was sich durch die Landschaft bewegt, auch wenn unsereiner häufig in Stadtlandschaften unterwegs ist.

Ich schaue auf die Produktbeschreibungen und staune über Bezeichnungen wie „Bio-Baumwolle“ und „vegan“. Der Randbesatz sieht bei den meisten Modellen aus wie Wildleder ist aber wasserdichte Mikrofaser. Das trägt dazu bei, dass Schmutz leicht abperlt. Die Sohle ist aus recyceltem Gummi und Kork hergestellt. Sie ist ganz dünn und bedeckt auch gar nicht die ganze Fußsohle. An den Zehen und an der Ferse ist sie einige Millimeter hochgezogen. Der Oberstoff aus Baumwolle ist atmungsaktiv. Das erklärt das herrlich luftige Gefühl, was ich seit einigen Wochen an den Füßen habe.

Jetzt müssen wir nur noch die richtige Größe finden. Im Webshop befindet sich ein Fit-Kit. Das sind Blätter, die man jeweils in der vermuteten Schuhgröße ausdruckt. Dann stellt man den Fuß drauf und kontrolliert, ob der empfohlene „Luftraum“ in der Größe gewährleistet ist. Bei Kinderschuhen finden wir es besonders bemerkenswert, dass es ca. einen Zentimeter zum Hineinwachsen gibt und etwas weniger als einen Zentimeter als Bewegungsspielraum. denn beim Laufen rutscht man automatisch immer ein kleines Stückchen nach vorne. Würde man dabei an eine Begrenzung stoßen, wäre der Sinn des Barfußlaufens schon wieder dahin.
Beim ersten Mal haben wir nicht drauf geachtet, dass wir das Fitkit 1:1 ausdrucken, man darf das pdf nämlich nicht auf die Seite anpassen. Beim zweiten Mal haben wir dann alles richtig gemacht.
Macht auch nicht nichts, jetzt haben wir ein paar schön illustrierte Blätter mit Fußsohlen zu Hause rumliegen.

Bei den Accessoires finden wir noch verschiedenfarbige Schnürsenkel, Einlegesohlen, Imprägnierspray und Membransocken. Was es damit auf sich hat, erklärt der folgende Artikel des Herstellers. Wir haben die nämlich noch nicht ausprobiert und finden das Prinzip aber Klasse: Nasse Schuhe, trockene Füße.

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Knackpunkte bei unseren Barfußschuhen

Wenn man noch nicht so vertraut mit Barfußschuhen ist, könnte das ungewohnte Laufgefühl, in der Folge Muskelkater oä. schon irritieren. An dieser Stelle möchte ich aber ermutigen, nicht gleich aufzugeben. Es ist wie ein kleines Training und dann ist es umso schöner überall fast barfuß zu laufen.
Mir erscheinen die schönen Materialien so wertvoll, dass wahrscheinlich die Kids gar nicht achtsam genug damit umgehen können. Jedoch sollen sie doch umherstromern und sich frei bewegen. Da ist eine Mutter, die immer sagt: „Mach deine Schuhe nicht schmutzig“ genau das blödeste, was es geben kann. Mir haben die Erfahrungen anderer Wildling Shoe Fans in der Facebook Gruppe geholfen. Einerseits werden hier gebrauchte Barfußschuhe angeboten, aber auch Erfahrungen und Tipps ausgetauscht. Zum Beispiel gibt es Threads über Imprägniermöglichkeiten und Dekorationselemente für Prinzessinen Schuhe.

Für unseren Fünjährigen ist das Anziehen nicht so ganz einfach. Ich als Mutter denke natürlich, spätestens jetzt kann er mal Schleife binden lernen. Er denkt:“ Ich will einfach mal schnell raus und es dauert mir zu lange, den Reißverschluss aufzumachen und Schleife zu binden.“ An dieser Stelle probieren wir eventuell mal die elastischen Schnürsenkel aus.

Das Video von unserer Barfußwanderung um den Sacrower See

Falls du jetzt neugierig geworden bist, schau dich gerne im Wildling Shop um.
Dass uns diese Schuhe zu Testzwecken zur Verfügung gestellt wurden, ändert nichts an unserer Meinung. Für weitere Fragen zu diesem Thema, lies gerne den Outdoorbloggercodex
Vielen Dank an Wildling Shoes für die Testmuster.

Hast du schon Erfahrungen mit Barfußschuhen gesammelt? Schreib es uns gerne in die Kommentare.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

3 Kommentare:

  1. Wir sind eine Leguano-Familie. Damit sind wir schon seit 2 Jahren unterwegs und wir haben damit glaub schon alles gemacht, wo es immer heißt „feste Schuhe“ erforderlich 🙂
    Wir waren damit auf Bergen, in Höhlen, in Städten, am Strand …
    Nach Flipflops ist das meine 2. Wahl bei Schuhen 😀

    Viele Grüße
    marc

  2. Danke Marc für den Tipp, die Schuhe werden wir auch mal austesten. Wir sind gespannt auf den Vergleich.
    Beste Grüße Geertje

  3. Pingback:Die Ausrüstung für die ganze Familie - Werbung - Nordicfamily

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