Den Rucksack finden, der zu dir paßt

Wir benötigen für unseren Lapplandtrip im Sommer einen großen Wanderrucksack. Wie wir genau den richtigen für uns finden, beschreiben wir in diesem Blog Post.
Das erste Mal wollen wir zu viert ausgiebiger wandern, vielleicht sogar Campingutensilien mit in‘s Fjell nehmen, um zu übernachten. Zu Hause breiten wir alles aus, was wir mindestens benötigen.

Man, ist das viel, was in den Rucksack soll!

Das sind 4 Schlafsäcke, vier Isomatten, ein Zelt, Kochgeschirr und persönlicher Krimskrams, wie Ersatzhose für die Kids oä. Ein riesiger Berg, wie uns scheint. Wir überlegen, wie wir das Volumen verkleinern könnten. Da fallen uns zunächst die Isomatten und Schlafsäcke auf und bei einer Recherche stoßen wir auf wirklich sehr kleine Modelle. Eine Isomatte funktioniert wie eine Luftmatratze und lässt sich auf das Volumen einer Trinkflasche reduzieren. Davon vier Stück wären lediglich so groß wie eine jetzige Isomatte. Das gleiche mit den Schlafsäcken: Wir sehen Daunenschlafsäcke für einen Temperatur Komfortbereich um null Grad, die sich sehr klein zusammenstopfen lassen. All das würde insgesamt eine Investition von ca. 2000 Euro für uns bedeuten. Das liegt nicht in unserem Budget.
Das Dilemma mit dem Volumen stammt aus der Überlegung, dass unsere Große evtl. ihren Schlafsack und Isomatte selbst transportieren kann, Der kleinste, 3,5 Jahre,  lediglich in seinem 10 Liter Rucksack etwas kleines leichtes pro forma trägt und einer von uns das Hauptvolumen tragen soll, damit der oder die andere zur Not auch mal den Kleinen auf den Rücken nehmen kann.

Eine logistisch schwierige Aufgabe und ich würde fast sagen, unter den Bedingungen fast nicht zu lösen. Ein Wegepunkt ist ein Rucksack mit einem großen Volumen.

Was gibt es für Rucksäcke auf dem Markt

Wir beginnen, uns über Rucksäcke mit einem Volumen von 60 Liter aufwärts zu informieren. Die Vielfalt von Modellen auf dem Markt ist überwältigend.

Die Aufgabenstellung ist es, ein Rucksackmodell zu finden, was mir (weiblich 1,75m) als auch meinem Mann (1,85m) gut passt – so dass wir flexibel in der Aufteilung der Tragerollen sind.

Eine App, um den richtigen Rucksack zu finden?

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Screenshot Packsizer von Osprey

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Screenshot Packsizer von Osprey

Wir entdecken die App „Packsizer“ von Osprey. Hier wird uns versprochen, dass wir mit Hilfe eines Fotos, also rein virtuell, das richtige Modell für unseren Anwendungszweck finden. Wir versuchen das.  Erstmal ist es ganz unterhaltsam: Männlich oder weiblich auswählen. Profilfoto vor einer Wand schießen. Die Hände soll man auf den Hüftknochen legen. Körpergröße eingeben. Ober- und Unterkante des Körpers auf dem Foto markieren. Schulter und Hüftknochen markieren. Dann die gewünschte Aktivität auswählen, Wandern, Skifahren etc. Folgend wird einem eine Liste mit passenden Modellen in der jeweiligen Größe vorgeschlagen.

Eine schöne Inspiration. Wir sind jedoch etwas skeptisch und wollen nicht aufgrund einer solchen virtuellen Information einen Rucksack bestellen. Denn wir denken, dass man ihn mal Probe tragen muss.

 

Persönliche Beratung im Einzelhandel

Wir freuen uns, dass es in Potsdam mindestens zwei Geschäfte mit Outdoorausrüstung gibt.
Sehr  aufgehoben fühle ich mich im Jojo Treckingladen in der Gutenbergstraße. Das kleine Ladengeschäft ist vollgestopft mit unzähligen Produkten. Einen extra Raum gibt es nur für Rucksäcke, Isomatten und Schlafsäcke. Hier an der Wand hängen einige Modelle verschiedener Marken. Ein Verkäufer nimmt sich für uns Zeit und erklärt ausführlich die Besonderheiten verschiedener Modell, dann probieren wir auch schon welche auf. Zum Glück ist in den Rucksäcken jeweils ein bisschen Gewicht und Volumen. Unter fachkundiger Anleitung lernen wir, wie man den Rucksack richtig am Körper justiert. Das Modell Aether 70 von Osprey schauen wir uns genauer an. Denn es scheint auf den ersten Blick ganz gut mit unseren Körpern zu funktionieren, während uns bei anderen Modellen immer etwas am Rücken oder im Nacken störte. Ein Mitarbeiter erklärt uns genau die Einstellmöglichkeiten und wir kommen zu dem Ergebnis, dass, wie auch in der App ermittelt, die Größe L mit längster Rückeneinstellung zu uns beiden paßt. Ich könnte eventuell die Rückenlängeneinstellung eine Stufe kleiner nehmen, wenn ich der Packesel bin. Das ist mit  zwei drei Handgriffen gelöst.
Wie elementar diese Zeit im Jojo Treckingladen ist, wissen wir erst nach der Reise.

Der Aether Rucksack von Osprey im Test

Zu Hause bepacken wir den Aether 70 mit all unserem Krempel. Nach einigem Probieren finden wir eine Packlösung mit diesem Rucksack und einem weiteren kleinen Rucksack als Ergänzung für den Zweit Packesel. Der große Rucksack wiegt jetzt bestimmt mindestens 15 Kilogramm. Vor einer ernsthaften Wanderung sollte man das wohl mal genau gewogen haben und wenn es die Möglichkeit zum Umpacken gibt, das Gewicht „gerecht“ verteilen. Vor allem wäre es auch wichtig, vorher mal herauszufinden, wie lange man mit einem bestimmten Gewicht auf dem Rücken überhaupt ohne Pause laufen kann, um die Streckenabschnitte vorher gut zu planen.

Die kleinen aber feinen Details des Rucksackes

Unterwgs im schwedischen Fjäll bemerken wir dann die vielen kleinen Raffinessen des Rucksacks.

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Du Pfeife!

Beziehungsweise, eines der Kinder entdeckt die Brustgurtschnalle mit Signalpfeife und pustet hinein, ein schriller Ton ist zu hören. Nicht schlecht, falls man mal verloren ist und sich bemerkbar machen muss.

Die Netzartige Rückenseite war mir schon beim Anschauen sehr sympatische, ich mag Zirkulation. Beim zügigen Wandern wird es bei sonnigem Wetter auch mal recht warm und ich beginne am Rücken zu schwitzen.. Da macht sich die AirScape™ Rückenplatte bemerkbar.

 

 

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Stow on the go

Ich habe Wanderstöcke dabei und kann sie auch aufgrund zweier Gummibänder am Rucksack befestigen ohne diesen extra abzunehmen, nennt sich Stow-on-the-Go™ Befestigung für Trekkingstöcke.

 

 

 

 

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Tasche im Hüftgurt

Und heutzutage hat man ja immer das Handy oder eine kleine Kamera griffbereit. Dafür gibt’s im Beckengurt auch noch eine kleine extra Reißverschlusstasche.

Durch die Kompressionsriemen schafft man es das Gesamtvolumen ganz griffig zu gestalten und alles ist schön komprimiert. Ohen einen Regenüberzug wollen wir nicht in Lappland unterwegs sein und sind ganz froh, dass der gleich dabei ist.

 

 

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J-Reißverschluss

Eine super Erfindung finde ich auch den J-förmigen Reißverschluss zum Hauptfach. Ich muss nicht dauernd das Deckelfach abmachen, wenn ich zB. Mal eine Regenjacke aus dem Rucksack ziehen will, sondern benutze diesen „Zweitzugang“. Das kann man in diesem Video von Osprey auf deren Seite gut erkennen.

 

 

 

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Hüftgurt Extension

Last but not least benötigen wir eine Extension für den Hüftgurt und bekommen auch prompt eine vom Hersteller individuell angepasst geliefert.

Am Ende sind wir überrascht und erfreut, über wie viele Details sich beim Osprey Aether 70 Gedanken gemacht wurde. Denn wie ich sooft bemerke, macht das Draußensein mit guter Ausrüstung doppelt Spaß und schwierige Situationen werden einfacher, damit man die Natur einfach unterwegs noch  mehr genießen kann.

Insgesamt haben wir bei unserer Auswahl und Recherche festgestellt, dass es wichtig ist, einen Rucksack auch mal aufzuprobieren und sich am besten auch noch in einem Fachgeschäft beraten zu lassen. Danke für die Geduld und Zeit im Jojo Treckingladen in Potsdam. Außerdem unterstützt man den lokalen Einzelhandel. Schließlich ist Outdoorausrüstung eine nicht billige Investition für die schönste Zeit des Jahres – Reisezeit.

 

Vielen Dank an Osprey für das Testmodell.

 

 

 

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.