Mein erstes Mal Outdoor Messe in Friedrichshafen #outdoorFN

Seit Wochen bereite ich immer mal wieder in Etappen einen Vortrag vor: „Bloggercooperations – opportunities and perspectives“ Das Outdoorblogger Network hat mich gebeten, diesen in Englisch auf der größten europäischen Fachmesse für die Outdoorindustrie zu halten. Was für eine Challenge. Ob ich das überhaupt kann? Nach und nach wird mir bewusst, dass wir eine Menge aus unserer Bloggerlaufbahn zu erzählen haben und das würde ich machen, gespickt mit ein paar Hinweisen, wie wir uns eine Zusammenarbeit aus Bloggersicht vorstellen könnten.

Outdoor Vorspiel in den hitzigen Alpen Frankreichs

In der Woche vor der Messe habe ich null Zeit, mich diesem Thema zu widmen. Ich turne in Frankreich beim Strohskulpturen Bau mit meiner schwedischen Freundin Tjasa herum. Bei gar nicht meinen Temperaturen, nämlich hitzigen 27 Grad in der prallen Sonne.

Nicht-Grillen auf der Outdoor Friedrichshafen

Der kühle Regen hier in Friedrichshafen macht alles wieder gut. Für einen Eröffnungsgrillabend auf der Messe  ist es doch all zu schlecht. Trotzdem schleppe ich mich hin. Grillgut wir drinnen gegessen und es riecht noch nicht mal nach Holzkohle, wie schade. Ich bin trotzdem froh, andere Mitglieder des OBN, Outdoor Blogger Network ,zu treffen und ein wenig in das Thema der nächsten zwei Tage herein zu kommen. Alle anderen sind natürlich regelmäßig einmal im Jahr auf der Outdoor Show.

supEntspannte Outdoor Show Eröffnung

Am Mittwoch sollen sich die Tore um neun Uhr öffnen. Ich entscheide mich den ersten Shuttle von meiner Unterkunft in Ailingen zu nehmen, um pünktlich zum SUP Yoga zu kommen. Das Wetter scheint gut und die Aussicht auf einen enstpannten Morgen macht mich sehr froh. Der Shuttle kommt jedoch nicht, so nehmen andere wartende ein Taxi zur Messe, ich schließe mich an und stehe pünktlich vor dem gelassen lächeldenden Yogalehrer Percy. Ein par mehr Teilnehmer trudeln ein. Alle denken, hier wird nur gepaddelt und sind etwas verdaddert, als es heißt, wie machen Yoga auf dem Bord, wenn es auf dem Messesee schwimmt. Keiner fällt rein. Alle sind entspannt. Manchmal Gekicher und Gewackel zwischen den Brettern, die mit den Spitzen zu einer Sonne zusammen gebunden sind. Das hat sich red paddle gut ausgedacht. Ich tausche noch ein paar Worte mit Percy, um heraus zu finden, ob so ein Yogalehrer Dasein auf dem Wasser etwas für mich wäre.

Große Augen, Vielfalt und ein Blogger Rundgang

thuleDann eile ich in die heiligen Messehallen. Blogger konnten sich im Vorfeld akkreditieren und kommen umsonst herein. Ich bleibe alsbald bei den leckeren Zimtkringeln am Thule Stand hängen. Eigentlich möchte ich mich hier über Dachgepäckboxen und ähnliches informieren. Wer weiß, wann wir die mal demnächst brauchen könnten. Auf dem Stand zeigt die schwedischen Marke jedoch Neuentwicklungen im Rucksackbereich und was besonders interessant ist, bei Produkten für kleine Kinder: Kinderwagen und Rückentragen. In einem schönen norddeutschen Slang bekommen ich die besondern Konstruktionsmerkmale der Produkte erklärt. Es ist ganz klar, Aluminiumkonstruktionen kann Thule, deshalb werden sie auch in den Produkten verbaut. Klingt einleuchtend.

 

keen2Ich schlendere ich weiter und bleibe am gut gemachten Keen Stand hängen. An vorderster Front malt ein Künstler auf dem Boden ein 3D Bild, an einem klapprigen Campingtisch bastelt jemand die neuartigen Keen Unique Schuhe aus langen Fäden. Dahinter bemalt ein Künstler Iphone Hüllen. Alles ist offen, retro und im shabby Look gestaltet. Sehr sympathisch.
Zwischen den Messehallen gibt ein großes Atrium mit aufgebauten Zelten, Ständen und Aktionsflächen mit interessanten neuen Sportarten. Hatte nicht gewusst, womit man so auf einer Slackline unterwegs sein kann.

Dann entdecke ich einen retro Wohnwagen, wo Outdoor Ausrüstung kostenlos repariert wird. Natürlich von Patagonia.

 

wechselIch besuche Jörg Schulz, der Wechsel Zelte entwickelt, mit denen und mit dem wir in der Hardangervidda unterwegs waren. Er erzählt, dass das Tunnelzelt, in dem Christian und ich im Schnee übernachtet haben, einen Preis gewonnen hat Toll. Im aktuellen Katalog entdecke ich mich selbst auf einem Foto. Schwer zu erkennen, aber wenn man es weiß…

 

 

 

 

 

unique1An seinem Stand gibt es noch interessante Uquip Campingmöbel. Für Familien vielleicht erwähnenswert, ist der Kinderhochstuhl, der zum sonstigen Klappmöbel Sortiment passt.

Dann schlendere ich zu meinem ersten echten Termin. Mit Miriam Dederichs treffe ich mich auf dem Craghoppers Stand, im vergangen Jahr hatten wir nämlich im Rahmen einer Kooperation die Mücken dichten Sachen in schwedisch Lappland ausprobiert. Ich bin erstaunt, wie schick und Urban die Outdoorkleidung von denen aussehen kann. Schöne gemusterte Kleider und Tuniken machen ein echtes Sommerfeeling während es draußen ganz grau ist. Auch die funktionalen Kindersachen haben was echt schickes.

 

vaude_pranaEs folgt ein Bloggerrundgang, organisiert vom OBN. Eine Horde Blogger wird mit Kopfhörern ausgestattet und trottet zu ausgewählten Ständen auf der Messe. Das muss von außen bestimmt lustig aussehen. Es ist aber sehr sinnvoll Hendrik moderiert die Situation, wenn wir an die einzelnen Stände kommen. Prana trumpft mit der Kombination aus Klettersachen und Yoga Outfit auf. Sehr sexy. Dann sind wir noch gemeinschaftlich am Thule Stand und ich erfahre noch einiges über neuartige Rucksäcke. Es folgt Lowa und auch nochmal Keen. Da gibt’s im Goodie Bag tatsächlich eine Hängematte. Der neuartige Unique Schuhe, der fast nur aus Schnüren besteht, wird erläutert. Sehr sinnige Konstruktion, die sich nach allen Seiten gut bewegen kann.

 

vikingAm Ende schlendere ich noch selber im Skandinavian Village umher, sage hier und dort hallo. Zb bei Viking, mit denen wir ja ebenfalls schon 2016 begeistert zusammengearbeitet haben. Es gibt neue Gummistiefel mit schönen Illustrationen drauf. Ein neues Prinzip, nämlich, dass in Sneakern, die Gore Membran ganz drum herum um den Fuß geht, erklärt Florian Flach, der Viking in Deutschland vertritt.

 

 

 

 

Auf einer gemütlichen Couch am Bergans Stand versinke ich und bewundere einfach nur die schönen neu aufgelegten Retromodelle, der ersten Rucksäcke, die an einer Bretterwand angebracht sind. Wir reden über zukünftige Projekte und ein sehr baldiges #ecoadventure. Darauf freue mich schon außerordentlich. Dazu gibt es aber erst später ein paar konkrete News.

Dann bin ich mit Wiebke Reimers von Eastside Communication verabredet. Sie vertrtitt einige skandinavische Marken. Woolpower haben wir schon ausführlich getestet und für gut befunden. Neu sind für mich das Trekking Essen von Blaband. Das werde ich mal mit auf die nächste Reise nehmen. Sehr schöne Gadgets für das Unterwegssein als Familie finden sich bei der Marke Wildo, Tassen, Göffel, Feuerstahl – alles schön leuchtende Farben. Apropos leuchtend, prima orange Mütze mit silber reflektierendem Garn von Sätila. Wird bei uns die Mütze für die dunkle Jahreszeit.

bergansNach dem Treffen kehre ich zurück zum Bergans Stand, um Martin Hülle und Simon Michalowitz zu treffen. Sie erzählen bei gutem Essen und Getränken von ihren Nordabenteuern. Auch auf Englisch. Leider sind die Bilder auf der LED Wand immer vier geteilt. Trotzdem schön, einen kurzen Ausflug nach Norwegen auch in Eis und Schnee zu unternehmen.

 

 

 

 

 

zeppelinNach Keksen, Kaffee und CO

Noch ein edles Abendessen im Restaurant …. Gleich an der Messe. Ein Steakhaus: erste Überraschung, das Menü kommt auf verpackten iPads daher. Dann empfiehlt der Kellner ein Rundgang zu den Trockenschränken. Da hängt das Fleisch und reift mit Himalayasalz und ohne. Fette T-bone Steaks, Flapp Steaks und andere nie gehörte Bezeichnungen fliegen durch die Luft.

Es schmeckt am Ende wirklich gut, jeder bekommt ein paar Stücken von ganz verschiedenen Körperteilen des Rindes, dazu Beilagen und Getränk.
Ich sitze dem Instagrammer Max Münch von den German Roamers, gegenüber. Der hat heute auch schon einen Vortrag gehalten und war kürzlich auf den Färöer Inseln.

Was für ein guter erster Messetag geht zu Ende.

Zweiter Messetag auf der Outdoor

ospreyAm Donnerstag finde ich mich zunächst mit Ulrike Hahn von Mandel Consulting beim Osprey Stand wieder. Den Trekkingrucksack Ether hatten wir letztens in Schwedisch Lappland ausprobiert und sind seitdem ein bisschen vernarrt in die amerikanische Marke. In diesem Sommer kommt  in unser Gepäck ein neues Handgepäckstück, unsere Techniktasche, dazu und Merle bekommt einen Ace 38 Wanderrucksack, der ihrer Körpergröße entspricht. Wir haben dafür wieder die App Packsizer bemüht, um für uns die richtigen Größen zu ermitteln. Außerdem fällt mir positiv ein Tagesrucksack auf, der von alleine aufrecht steht, wenn man ihn auf den Boden stellt.

 

 

amokSOG Award auf der Outdoor Messe

Mittags findet die große Pressekonferenz der scandinavian outdoor group statt. Der Scandinavian outdoor award wird verliehen. Einige interessante Produkte sind nominiert. Sieger wird eine ungewöhnliche Hängemattenkonstruktion mit Isomatte und Moskitonetz integriert. Sogar eine Kinderhose von Isbjörn of sweden, die Trapper Pant, erhält eine lobende Erwähnung. Auf dem Weg dorthin treffe ich das NORR Team und sehe einige andere bekannte Gesichter. Kleine nordische Welt.

Auf dem Rückweg von der Presse Konfi liege ich ein bißchen zur Probe und kuschel mit dem Gewinner. Ich weiß genau, wo die Hängematte Amok in unserem Garten zu Hause hängen könnte. Statt Baumhaus quasi.

Nach einem Hinweis von Carsten schlendere ich noch am Stand von Paramo vorbei. Deren Art und Weise Klamotten mit Wachs regendicht zu bekommen, ist erstaunlich und total nachhaltig. Keine zusammen geschweißte Membranen. Stattdessen eine gewachste Schicht und eine dünne flauschige Fleeceschicht. Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit scheinen zu funktionieren. Das muss ich demnächst mal ausprobieren.

Einen Termin nehme ich noch bei Vaude wahr. Beispielhaft geht die deutsche Marke mit ihrem Umweltbewußtsein voran und würde eventuell genau deshalb zu meinen weiteren Aktivitäten in Sachen Kunst und Umwelt passen.

vortragDer Vortrag auf der Outdoor Messe

Ich verkrümel mich ein bisschen in die Blogger Base. Hier hat das Outdoorblogger Network in meiner Lieblingsfarbe Orange einen Treffpunkt und eine Arbeitsbasis für Outdoor Blogger geschaffen. Wifi und Arbeitsplätze sind gut frequentiert. Ich gehe nochmal meinen Vortrag durch „Bloggercooperations – opportunities und perspectives“. Ich bin ganz schön aufgeregt, denn er soll auf Englisch stattfinden. Ich hoffte, alles technisch im Raum noch einmal proben zu können, doch mein Vorgänger hat bis genau 16 Uhr dort drin präsentiert. Keine Chance. So kommt es, dass der schöne eingebettete Film mit dem Hundeschlitten nicht zu sehen ist. Das Publikum gibt kaum einen Mucks von sich. Keine Ahnung, ob es mehr Blogger oder Marketingexperten sind. Ich eile durch den Vortrag, weil ich auch kurz nach fünf schon die Messe verlassen muss. Kaum richtig Zeit, Stimmungsbilder danach beim Get together bei der Outdoorblogger Base einzufangen. Wie schade.

Ich kann mich mit meinem schweren Frankreich Rucksack und dem noch hintergestürzten Bier schwer von den neuen Kollegen beim Outdoor Blogger Network trennen. Es ist schon eine tolle Gelegenheit, sich kennen zu lernen und auszutauschen.

Auf dem Heimweg lausche ich dem Vortrag von Ulligunde, den ich live nicht sehen konnte. Ich bin froh, dass wir alle ähnliche Erfahrungen und zukünftige Bestrebungen haben udn doch so schön individuell sind in unserem Bloggerdasein.

Ich springe in den Shuttle Bus zum Züricher Flughafen, um noch heute Nacht in Berlin Tegel zu sein.
Eigentlich hätte es einen Propellerflug von Friedrichshafen gegeben. Die Airline hatte vor zwei Wochen Pleite gemacht.

Der durchgetaktete Sommer geht weiter. Als wäre es nicht Herausforderung genug, passiert in der kommenden Nacht noch so einiges, bevor wir über die Möglichkeit haben, zum nächsten Abenteuer durchzustarten. Ich schreibe später mehr dazu.

#summer2016

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.