Mit der Travemünde – Helsinki – Fähre von Finnlines in die Sommerferien

Mit der Travemünde – Helsinki – Fähre von Finnlines starten wir in die Sommerferien und sind mit der „Finnlady“ in 30 Stunden in der finnischen Hauptstadt.

Intro

Werden wir besser? Man sollte annehmen, dass wir einige Erfahrung haben mit dem Packen der Sachen ins Auto, mit dem Planen der Reise und mit dem Entertainment der Kinder. Und zur Beruhigung aller, ja, auch wir sind in der Vergangenheit mal an unsere Grenzen geraten, haben, das Auto bis unters Dach gepackt, haben Dinge vergessen und Pläne mit Löchern drin gebaut, aber kurz gesagt es wird mit der Zeit tatsächlich besser. Nicht nur weil wir erfahrener werden, sondern vielleicht auch ein bisschen weil die Kinder älter und somit auch ein bisschen erfahrenen werden. Nach der langen Vorrede zu unserer Reise.

Unsere Route durch Finnland 2017

Die Route: Potsdam-Travemünde-Helsinki-Mittelfinnland-bottnischer Meerbusen-Südfinnland (Turku und Ålandinseln)-Helsinki-Travemünde-Potsdam

Diesmal soll es nach Finnland gehen. Das letzte Mal im Sommer machten wir einen Roadtrip durch Nordfinnland. Dann waren wir Skifahren in Ostfinnland. Diesmal geht es dementsprechend in den Süden und Westen. Genauer wollen wir durch die südliche Mitte Finnlands (Himos, Jyväskylä) rüber zur Westküste (Kalajoki) und dann über die Ålandinseln (zwischen Schweden und Finnland) zurück. Also ein typischer Nordicfamily-Reiseplan.

 

Travemünde – Helsinki – Fähre: Die Anreise

Wir sind schon oft mit Fähren gefahren, aber noch nie von Travemünde aus und noch nie mit einer Fähre die um 3 Uhr morgens ablegt. Ich wollte mich vorher im Internet, idealweise in einem Reiseblog, über Ablauf und Timing vor Ort informieren, aber habe nichts gefunden, also hier unserer Erfahrungsbericht.

Von Potsdam fahren wir in guter Stimmung um 18.00 Uhr los. Obwohl es der letzte Schultag in Berlin und Brandenburg ist sind die Straßen und Autobahnen weitestgehend leer. Und je näher wir Travemünde kommen, umso leerer wird es. Über Gründe ließe sich spekulieren, wir aber freuen uns einfach und kommen nach 3 Stunden und 20 Min an unser Ziel.

Hier schon mal der erste Tipp. Ziel ist der Skandinavienkai. Nicht der Skandinavienkai-Ost oder der –Skandinavienkai-Nord oder Süd oder was auch immer, noch an Skandinavienkais so ausgeschildert ist. Man folge einfach dem einfach beschilderten Skandinavienkai. Der Check-In mit den typischen Häuschen, an die man ranfährt, versorgt einen mit den obligatorischen Kabinenschlüsseln und in unserem Fall „Essensmarken“. Ich nenn das jetzt mal so, die „Essensmarken“ sind aber ähnlich wie die „Schlüssel“ Pappstreifen mit Magnetstreifen drin.

Travemünde – Helsinki – Fähre: Der Check-In

Wir sind wie gesagt um ca. halb zehn vor Ort. Boarding, wird uns gesagt, ist etwa um 23.00 Uhr. Wir werden, dank eines Kindes unter sechs Jahren, auf die Familien-Spur geschickt, die als erstes an Board fährt. Klingt erst mal toll, allerdings warnt uns der Steward schon mal vor, das wir evtl. an Board nicht sofort in die Kabinen können, da diese auf Deck 9 seien und die Reinigungskräfte von unten nach oben arbeiten, also die Decks 7 und 8 vorher dran sind. Es sollte sich bewahrheiten, aber immerhin konnten wir an in einer gemütlichen Sitzecke warten. Dass die Fahrgäste nicht sofort auf Ihre Kabinen können und evtl. warten müssen, ist der Tatsache geschuldet, dass  der Reinigungstrupp natürlich erst an Bord kann, wenn das Schiff ankommt. Zwei hundert Kabinen in der kurzen Zeit fertig zu machen ist dann eine ganz schöne Leistung 😉

Vielleicht für einige wichtig, vor Ort am Hafen kann man die Zeit damit verbringen, günstig Getränke und Süßigkeiten im kleine Laden einzukaufen, der auch im diese Zeit noch auf hat.

Die Kabine

An Board fahren wir um fünf nach elf und unsere Kabine können wir dann um Zwölf beziehen und sind positiv überrascht. Wir haben eine Aussenkabine mit Linoleum Boden (heißt tatsächlich so, warum auch immer). Klingt erst mal unspektakulär, aber das ist die größte und somit gemütlichste Familienkabine, die wir je hatten. Normalerweise handelt es sich bei solchen Kabine um zwei Doppelstockbetten die sehr dicht nebeneinander stehen. Diesmal stehen zwei Betten, wie ein Ehebett auf der eine Seite und ein Doppelstockbett an der anderen. Das macht viel aus. Man hat sofort das Gefühl sich hier länger aufhalten zu können. Die Sicherheitseinweisung um etwa ein Uhr nachts besucht nur der Papa und bevor die Fähre sich auf ihre 30 Stunden Fahrt macht, sind wir alle eingeschlafen.

Travemünde – Helsinki – Fähre: Ein Tag an Bord.

Das Frühstück treibt die Mädels aus den Federn. Wir müssen die Uhren eine Stunde vorstellen. An  Bord der Finnlady herrscht Finnland Zeit.  Der Papa ist nach der kurzen Nacht noch nicht in Aufspringstimmung und bleibt noch ein paar Minuten liegen. Offensichtlich geht es nicht nur vielen anderen auch so, Finnlines hat dies auch berücksichtigt und lässt das verlängerte Frühstück nahtlos in einen Brunch und das Mittagsbuffet übergehen. Also kein Stress und genug essen für alle.  Die Finnlady, so heißt unser Schiff, ist ausgebucht und trotzdem hat man mit den etwa 450 Passagieren nicht das Gefühl, es wäre zu voll. Obwohl sich das Essen, Shoppen, Spielen und kostenlos Saunieren auf ein Deck (11) konzentriert verteilen die Menschen sich offensichtlich günstig, so dass die Kinder schnell die Übersicht haben und sich frei umher bewegen. Während die Eltern gemütlich weiter essen, begleitet Merle Morten in die Spieleecke wo beide noch ordentlich rumtoben können (das Bällebad von Ikea lässt grüßen). Mit einem Lolli aus dem Shop verbringt Morten geduldig einige Zeit auf dem Sonnendeck (12) und spielt fangen mit seiner Schwester. Die Sonne strahlt warm obwohl es ordentlich windig ist. Die beiden haben Spaß. Zusammen. Welch Seltenheit. Dann gehen Geertje, Morten und Merle in die Saune mit dazu gehörigem Whirlpool. Eine Sauna gehört in Finnland einfach dazu überall, auch auf einer Fähre. Die drei genießen ihre Zeit und der Papa macht noch ein Nickerchen in der Kabine. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Im Anschluss wird noch etwas mit den Kindern Karten gespielt und dann ist auch schon wieder Abendessenszeit (1830).  Es gibt Fischspezialitäten, aber auch Elch Stew und Ente a l´orange. Lecker und alle werden so was von satt, dass wir nur noch vor den Fernseher (mit USB Anschluss) fallen um einen Film zu gucken. Wir unterbrechen kurz unser Programm um einen wunderschönen Sonnenuntergang zu verfolgen und dann geht’s ins Bett.

Travemünde – Helsinki – Fähre: Ankunft in Helsinki

Wir haben schon die merkwürdigsten Prozedere erlebt, was das Verlassen von Fähren angeht. Welche bei denen man um 6Uhr geweckt wurde um die Kabine zu verlassen, weil in drei Stunden die Fähre anlegt, oder welche wo man zwei Stunden mitten in der Nacht auf seinen Koffern sitzt bis man zu seinem Auto darf. Anders bei Finnlines. Hier durften wir gemütlich bis um 8 Uhr schlafen obwohl die Fähre um 9 Uhr ankommt. Wir gingen dann alle zu Frühstück und als die Fähre um 9 Uhr anlegte hatten wir noch die Zeit gemütlich alles einzupacken um dann etwa um 9.20 aufgefordert zu werden zu unserm Auto zugehen. Dort saßen wir vielleicht 10 min bevor wir dann vom Schiff fuhren, alles ganz entspannt . Ein Lob an die Manager von Finnnlines. Um 9.35 waren wir in Helsinki-Hafen. Und auch schon auf der Autobahn  Richtung Norden. So entspannt kann man also 1200km zurücklegen. Empfehlenswert.


Wir danken Finnlines für die freundliche Unterstützung der Reise.

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

Ein Kommentar:

  1. Pingback: Aktivurlaub in Jyväskylä in Zentral Finnland - Nordicfamily

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