Goldener Herbst im Hohen Fläming in Brandenburg

Ein Dreitages Ausflug führt uns in eine Gegend achtzig Kilometer südlich von Berlin.

Bad Belzig und die Burg Eisenhardt

Zunächst haben wir eine Verabredung mit Ritter Thomas auf der Burg Eisenhardt. Der empfängt uns im Kettenhemd und Kutte und zeigt uns jeden noch so versteckten Winkel der alten Burganlage. Besonders spannend finden wir den Gedanken, dass es auch möglich wäre, eine Nachtführung mitzumachen.

Wir lassen uns im Burghof noch von dem Schokoladen Duft betören , der aus der Chocolaterie strömt. und ziehen dann weiter. Zwischen herumwehenden Herbstblättern an einem sonnigen Fleckchen picknicken wir und merken wir ruhig es hier ist und sind mit einem Mal weit entfernt von der Hektik der Stadt.

Schloß Wiesenburg

Wiesenburg mit seinem Schloss und dem dazugehörigen Garten ist unsere nächste Station. Leider hat die Touristeninformation Montags geschlossen. Trotzdem nehmen wir einen Quiz Flyer mit durch den Ort, um die verschiedenen Spielplätze zu entdecken. Diese Kleinstadt gilt nämlich als besonders familienfreundliche Gemeinde. Und liebevoll sind die vielen Holzspielplätze hier gestaltet. Auf dem Platz der Generationen gibt es sogar eine Oma-Schaukel.

Am späten Nachmittag fahren wir nach Rädigke, wo wir unsere Unterkunft, den Gasthof Moritz finden. der VW Bus holpert über altes Pflaster die Toreinfahrt hinein und wir können es kaum glauben, als wir zwei Kürbisse entdecken, die größer als Kindergartenkinder sind. Ich klopfe mal dran, um zu prüfen , ob sie echt sind. Es scheint so.

Für zwei Tage beziehen wir zwei „Kutscherkammern“ auf dem Hof und lassen uns von Familie Moritz verwöhnen. Regionales Essen gehört dazu, wie die Möglichkeit stundenlang in einer Bibliothek aus tausenden von Büchern zu stöbern. Merle freundet sich gleich mit einem anderen Gastkind an und gemeinsam bespielen sie die Bühne im großen Saal. Als gäbe es nichts selbstverständlicheres schauen die Gastgeber kurz mit einem Lächeln vorbei und geben und das Gefühl, zu Hause zu sein.

Burg Rabenstein und das Naturparkzentrum

Tags darauf sind wir auf der Burg Rabenstein zu besuch, nachdem wir ein Stück durch den Wald fahren und auf eine weite Landschaft im Morgendunst blicken. Ein bisschen unheimlich hört Krähen und ja vielleicht auch Raben durch den Nebel rufen. Wir steigen auch hier wieder den Turm empor um einen Ausblick über die Gegend zu erhalten. Wir sehen Wälder und Felder mit bunten Farben von oben. Im Turm hat sich ein Kauz verirrt und wir geben unten in der Burg bescheid, damit ihn jemand retten kann. Merle wird sich wohl daran am meisten erinnern. Schließlich war der Kautz ganz schön nah, so dass wir sein pochendes Herz und die zitternden Federn ganz genau sehen konnten.

Von der Burg Rabenstein wandern wir einen kurzen Weg durch den Wald zum Naturparkzentrum Hoher Fläming. Hier finden wir eine Menge interaktiver Exponate und viele Informationen über die Natur, die uns hier umgibt. In einer Ecke liegt ein Strohhaufen, in dem man es sich gemütlich machen kann und via Kopfhörer eine Geschichte verfolgen kann. In einem anderen Raum wird ein Gang durch einen dunklen Wald simuliert und wir schnappen uns eine Taschenlampe, um alle Tiere in der Nacht zu beobachten. Hinterm Haus toben wir noch ein bisschen in einem Labyrinth und bestaunen die Streuobstwiese, den Landart Tisch und  die Kräuterbänkchen.

Gleich über die Straße ist noch ein großer Spielplatz mit Trampolin und Seilbahn, für die Kids ein Grund mehr sich auszutoben und nicht mehr zurückwandern zu wollen. Morten schläft natürlich auch auf meinem Rücken ein und ich versuche es positiv als Trainingslauf mit Gepäck zu verbuchen – wofür auch immer.

Im Wald finden wir noch zwei große Klanginstallationen und probieren sie auch gleich aus, bevor wir im Restaurant der Burg Rabenstein einen Nachmittags Snack nehmen.

Ganz doll gerne wollen alle wieder zurück auf den Gasthof Moritz, weil noch längst nicht alle Bücher durchstöbert sind und das Strickzeug liegt da auch noch und will weitergestrickt werden. Nach soviel frischer Luft sind wir alle aber ganz schön müde und sind froh, in die gemütliche Kutscherkammer zu kriechen und später und noch ein deftiges Abendbrot zu bekommen.
Wie entspannend für mich, keinen Gedanken daran zu verschwenden, was als nächstes gekocht werden muss, damit alle glücklich sind.
Ich habe das Gefühl, dass die Zeit hier anders läuft. Alle sind entspannt, auf den Straßen ist es ruhiger.. es ist nicht nur die Herbstmüdigkeit, sondern die gelassene Unaufgeregtheit einer ganzen Gegend.

Vielen Dank an Tourismus Marketing Brandenburg für die Einladung in den hohen Fläming.

 

 

 

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

3 Kommentare:

  1. Christiane Schmidt

    Hallo,hier melden sich Elise und Christiane Schmidt.Ein sehr gelungener Bericht über den Hohen Fläming.Auch wir hatten den Eindruck,das die ,,Zeit in der Einsamkeit“ anders läuft.Wir haben uns gefreut,Euch kennengelernt zu haben.Jetzt seid Ihr ja schon wieder unterwegs.Es wird bestimmt schön.Wir würden uns freuen Euch mal in Potsdam oder Berlin zu treffen.Liebe Grüße Elise Rosa und Christiane Schmidt

  2. Kettenkleidung steht auch den Jüngsten sehr gut. Ritterliche Grüße vom Thomas aus dem Heimatmuseum der Burg Eisenhardt in Bad Belzig.

  3. Schön wars mit euch im herbstlichen Brandenburg. Ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder!

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