Traumfabrik und Schaubergwerk mit Familie in Sachsen

Mit offenen Mündern und großen Augen stehen wir im Halbdunkel des Schaubergwerk in Waschleithe, eine faszinierende Welt des Bergwerks eröffnet sich nach dem wir die Traumfabrik in Annaberg-Buchholz besucht hatten.

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Aber erst einmal Frühstück im Elldus Resort

Im Elldus Resort in Oberwiesenthal gibt es eine lange Frühstücksphase mit Ampel. Auch im Aufgang unseres Apartments zeigt eine Grafik, wann es besonders voll ist im Frühstücksbereich und wann es im „grünen“ Bereich ist. Wir kalkulieren nicht besonders, gehen einfach von unserem Apartmenthaus „Keilberg“ gegen neun Uhr die 50 Meter rüber zum Haupthaus des Elldus Resort.

Eigentlich wollen die Kids gleich auf den Spielplatz stürmen, aber Hunger haben sie auch. Wie sich schon am Vorabend beim Abendbrot Buffet angedeutet hat, findet sich auch hier ein extra Bereich, wo die Kids sich bequem bedienen können. Obstsalat, Müslisorten, Yoghurt – alles in gut erreichbarer Höhe. An Kindergetränken hapert es ein wenig. Unsere verrotzen Kids sollen nicht gerade so viel Milch trinken, auch wenn Sachsenmilch anscheinend ein Kooperationspartner des Resort ist. An der Bar steht allerdings ein Samowar, woraus sich Teewasser zapfen lässt. Ein echter Hingucker. Daneben entdecke ich ein schönes Frühstücks Add on,  man darf Sekt zum Frühstück trinken. Mit einer Aussicht auf die hügelige Landschaft bei einem ausgiebigen Frühstück beginnt mein Tag ganz gut. Morten ist indes in einer Spielecke im Frühstücksbereich verschwunden, die Große hat in der Rezeption das Internet eingefangen.

Wo werden Träume gemacht?

Wenn ich das Wort Erzgebirge höre, fallen mir sofort niedliche Holzschnitzereien und Schwippbögen ein. Mir wird sofort weihnachtlich ums Herz. Sogar an einem Karfreitag, als wir die Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz besuchen.

Hier von Oberwiesenthal ist eine beschneite Skipiste zu erkennen. Jan hat es als kleine morgendliche Herausforderung angenommen, diesen Schnee zu finden und dorthin zu fahren, um ihn anzufassen. Irgendwie gelingt es uns aber nicht gleich und als wir die Erkenntnis haben, dass die Piste auf tschechischer Seite liegt, verschieben wir die Unternehmung auf den späten Nachmittag und fahren weiter Richtung Norden in die kleine Bergbaustadt Annaberg-Buchholz.

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Die Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz

Wir landen auf einem historischen Marktplatz, die Struktur ähnelt der in Sebnitz sehr. Bäcker, Fleischer, Rathaus – alles gleich angeordnet. In einer kleinen Seitenstraße sehen wir die Manufaktur der Träume. Ein sehr neues Museum mit drei gut gemachten Ausstellungsetagen. Es gilt als Erlebnisausstellung zum Gedenken an Marie Ströher. Gleich in der ersten Etage heißt das Motto „Sehen“ – Mein Designerherz schlägt höher, als ich die organischen Raumstrukturen betrete und mich wie die Kinder jeweils in eine Blase mit Schaufenster begeben. Ich schlüpfe in eine ganz andere Welt und bin abgeschirmt von all den anderen Eindrücken. Ich beschaue die gut beleuchteten  Miniaturwelten voll mit Fahrzeugen, Tieren, kleinen Menschen und Häusern.

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Alles Hand geschnitzt und bemalt. All die kleinen Objekte sind über 100 Jahre alt.  Aktiv sein ist in der zweiten Etage ausdrücklich erwünscht. Das Motto heißt „Machen“. Mit unserem Fünfjährigen setzte ich mich vor Schränke in denen kleine Szenen mit Spielzeugen arrangiert sind. Über jeweils zwei Kopfhörer ist eine kurze Geschichte zu hören. Morten staunt wie ich und ist voll bei der Sache. Besonders als es um ein großes Feuerwehrauto geht und brennende Häuser an einem Marktplatz in Elterlein. Die „warme Sanierung“ fasziniert auch ihn. Die Geschichten sind genauso gewählt, dass man nicht eine lange Aufmerksamkeitsspanne benötigt. Jan und Merle dagegen kommen gerade zu spät, um die inszenierte Weihnachtsgeschichte zu hören. Diese wird dreimal am Tag gespielt.

Manufaktur der Träume

Die weihnachtliche Etage in der Manufaktur der Träume

In der dritten Etage richten wir unsere Blicke nach oben und das Motto ist „Staunen“. Alles ist abgedunkelt und große Holzengel, Nussknacker und Schwippbögen werden perfekt illuminiert als wir an den Vitrinen vorbeigehen. Leise weihnachtliche Musik umgibt uns. Merle und ich sitzen auf einer Bank und schauen die Engel an, die bewegen sich und werden verschieden angestrahlt. Ein bisschen gruselig findet sie die bemalten Gesichter der Figuren.

Manufaktur der Träume

Kaffeeduft im Museum

Ganz unten im Haus befindet sich noch eine Sonderausstellung zum Thema Kaffee. Die Kids sind hier, vielleicht durch die koffeiinierte Luft, besonders aktiv, schreiben den arabischen Schriftzug nach, bestempeln Kaffeetüten und malen fleißig Kaffee und testen die Düfte.

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Nach ungefähr anderthalb Stunden sind wir voll mit Eindrücken von Holzschnitzkunst aus dem Erzgebirge und Geschichten von hier.
Wir sind uns etwas unschlüssig, ob wir einer Empfehlung, im Ratskeller Essen zu gehen, folgen sollen oder nicht. Es ist noch zu früh und keiner hat wirklich Hunger, obwohl es hier typisch erzgebirgische Spezialitäten gibt. Viel Fleisch, Knödel und solche Dinge.

Schaubergwerk

Der Weg ins Schaubergwerk „Herkules Frisch Glück“ in Waschleithe

Wir haben eine Verabredung zu einer Führung im Schaubergwerk „Herkules Frisch Glück“ in Waschleithe. Das ist ungefähr eine halbe Stunde Fahrt von Annaberg-Buchholz entfernt. Von der Straße aus sehen wir schon eine paar Holzhütten und finden auch gleich hinter einer Luke, einen freundlichen Herren, der uns als gleich mit gelben Helmen ausstattet. Unter Tage muss jeder einen solchen tragen. Die Stollen sind eng. Mit einigen anderen Gästen treten wir die Bergwerksführung mit einem kurzen Marsch durch den Wald an.

Am Eingang des Schaubergwerk stehen wir wie die Zwerge mit gelben Helmen

An einem eisernen Gitter steht dann „Glück Auf!“ der Gruß der Bergleute, die hier unter Tage verschiedene Erze und Gesteine abbauten.

Nun „befahren“ wir den Stollen des Schaubergwerk über 250 Stufen in die Tiefe zu Fuß. In der Fachsprache geht man nämlich nicht im Stollen, sondern fährt. In achtzig Meter Tiefe umfängt uns feuchte kühle Luft. Wir gehen die Stollen entlang und machen kurz halt an unterirdischen Seen und in Marmorsälen. Uns wird eindrucksvoll erklärt, wie mühsam es früher war, das wertvolle Gut abzubauen. Die kleine Kinderschar immer in der ersten Reihe wird befragt und weiß erstaunlich viel über die Arbeit hier unten. Morten trumpft mit seinem Fachwissen über eine Lore auf – keine Ahnung woher er die kennt. Jedenfalls war er vorher noch nie in einem Schaubergwerk.

Schaubergwerk

Im ältesten Schaubergwerk Sachsens finden zur Weihnachtszeit Metten statt und heiraten kann man auch.

Schon 1705 baute man Silber, Kupfer, Blei, Zinkblende und etwas Brauneisenstein hier ab, 200 Jahre später begann der umfangreiche Marmorabbau. 1921 wurde die Grube geschlossen. Und fünf Jahre später begann hier schon der Schau- und Lehrbetrieb, der aber auch zugunsten der Erkundung auf Uranerz  wieder eingestellt wurde. In den Sechzigern wurde die Grube rekonstruiert und dann 1966 wieder für den Besucherbetrieb geöffnet.

Nach der einstündigen Führung im Schaubergwerk ist mir wieder klar, wie wichtig solche Erlebnisse für das Lernen sind. Die kühle Luft, die klaren unterirdischen Seen, das glitzernde Gestein. Alles haben die Kinder mit allen Sinnen aufgesaugt.

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Es ist Nachmittag , die Sonne scheint, es ist aber recht kühl. Jan hat noch das „Schneeprojekt“ in seinem Kopf und fährt mit uns kurzerhand nach Tschechien. Auf dem Keilberg kurz hinter der Grenze empfängt uns ein zerfallenes Gebäude auf dem Gipfel. Allerdings ist der Aussichtsturm geöffnet und mit einem Euro Eintritt. Steigen wir die Stufen empor und lassen den Blick über das Erzgebirge schweifen. Dann fühlen wir nochmal am Lift den Kunstschnee und freuen und an einer Mini Schneeballschlacht.

Die Serpentinen wieder runter in den Ort Oberwiesenthal, ein bisschen Kuchen am Markt erworben und dann im Elldus Resort das frisch gemahlene Kaffeepulver aus der Ausstellung zu einem Getränk gebrüht.

Entspannung im Elldus Resort in Oberwiesenthal

Von unserem Apartment im obersten Stockwerk der umgebauten ehemaligen Wohnhäuser haben wir auch einen weiten Blick in die Landschaft, zwar muss man auch auf Windräder blicken, aber sieht auch die typischen Landschaftsformen des hiesigen Mittelgebirges.

Die Kinder quengeln schon und fragen, wann es denn endlich wieder ins Schwimmbad geht. Da das Elldus Resort ein spezielles Family Spa ist, wollen wir natürlich auch die Gelegenheit nutzen und die Wellnessanlagen auskosten. Der Mann entspannt während ich mit den Kids schon mal in das größere Schwimmbecken hopse und den ausgefallenen Schwimmkurs für Morten nachtrainiere. Dann geht’s etwas entspannter in den Kinderspa Bereich. Das ist wirklich gut gemacht. Ein großes, sehr flaches Becken mit viel Spielkram zum Planschen.

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Weiterhin lädt eine Kindersauna mit Hörspiel oder Kinderradio zum Verweilen ein. Niedrige Bänke und Temperaturen von ca 60 Grad, ein spielerisch gestalteter Innenraum und Honigduft locken hinein. Die große fühlt sich sichtlich wohl, der kleine planscht lieber. Für wasserscheue Ratten gibt es auch noch zwei große Spielräume zum Toben und Lümmeln hier.

Als Jan seine Saunagänge absolviert hat, bekomme ich Wellness open end und begeben mich erst in die Villaa Carmen, einem der zwei „Erwachsenen –Saunabereiche“. Dort gibt es eine Dampfsauna und eine Trockensauna und einen schönen Pool, in dem man rum lungern und in die Landschaft schauen kann. Auf der anderen Seite, im etwas dunkleren Bereich finden sich eine Trockensauna, eine Salzsauna und ein warmer Gastraum. Hier soll auch ein Radeberger Aufguss um 19 Uhr stattfinden. Ich finde mich mal pünktlich ein, weil ich neugierig bin.

Erwachsenen- und Kindersauna im Elldus Resort

In Skandinavien habe ich es ja schon erlebt, dass alkoholische Getränke auf den Saunaofen gekippt werden, hier in der piekfeinen Wellness Anlage kann ich mir das partout nicht vorstellen.

Ein weiterer Gast und ich kommen ins Plaudern bis ein Mitarbeiter hereinkommt und das Rätsel auflöst. Es ist natürlich kein ganz normaler Aufguss. Wir bekommen nur jeder ein kleines Radeberger spendiert. Das kommt jetzt gerade recht. Wir plaudern übers Reisen und ich begebe mich dann noch auf weitere Saunagänge. Es ist schön leer hier unten und nicht viel Betrieb. Wahrscheinlich weil gerade für die meisten Abendbrot angesagt ist oder Anreisetag ist, an dem noch nicht so viele die Angebote hier im Hause wahrnehmen.

In der Rezeption des Elldus Resort hängen Listen aus, die ich beim Verlassen des Spa noch studiere. Am Sonntag stehen Ostereiersuchen und Osterwassersuchen auf dem Programm. Wie schön. Ich bin gespannt auf zwei weitere Tage hier in Oberwiesenthal.

Im Apartment angekommen, hat der Papa fein gekocht und die Kinder sind bettfertig.  Sehr gut!

Vielen Dank an die Destination Sachsen für die Unterstützung der Reise.
Fazit des Tages: Einen Besuch im Schaubergwerk Waschleithe können wir trotz klammer kalter Luft im Berg wärmstens empfehlen.

Papa

Jan Marquardt ist als Papa von Merle und Morten gut ausgelastet. Hat aber doch noch Zeit sich als Producer Digital, Blogger und Journalist mit all den spannenden Themen zu beschäftigen, die ihn an neue virtuelle und reale Orte führen. Das ein oder andere Foto hat er auch schon zum Blog beigesteuert. Und viele Texte von unterwegs versehentlich als Geertje Jacob eingeloggt veröffentlicht, daher steht in den Texten meist noch ein extra Hinweis auf seine Autorenschaft. Falls nötig :)

4 Kommentare:

  1. Pingback: Fichtelbergbahn und Weihrichkarzle - beides raucht - Nordicfamily

  2. Petra Richter

    Hallo, da habt ihr einen schönen Tag erlebt … Ich glaube, das hätte ich nicht an einem Tag geschafft, weil mich die Manufaktur der Träume mal einen ganzen Tag lang total zum Träumen, Bewundern und Staunen gebracht hat … Diesen draussen hässlichen regnerischen und drinnen so tollen Tag im Erzgebirge werde ich nie vergessen und würde supergern noch einmal dahin fahren wollen – diesmal als Ferienerlebnis mit für meine Nichte. 🙂

  3. Ja das waren schon echt viele Eindrücke, man kann sich gut einen Tag für die Manufaktur der Träume und Annaberg-Buchholz nehmen und an einem anderen Tag das Schaubergwerk besuchen.

  4. Pingback: Unser Sachsen Video Teil 2 – das Erzgebirge - Nordicfamily

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