9.September Eldborg neben dem Vulkan

So kann man sich das vorstellen: Ich sitze in einer typisch isländischen Archtektur: Wellblech – ein Bauer hat seinen Geräteschuppen bzw Treckerscheune zu einer Schlafsackunterkunft nebst Duschen, Kochgelegenheit, Tischen und Stühlen umfunktioniert – ein seltsamer Charme im Neonröhrenlicht und eine Art Generator ist zu hören. Außerdem gibt es auf dem weitläufigen Farmgelände einige Hütten zu mieten zu 9000 ISK (ca 60,00). Wir bevorzugen unsere Zeltvariante im Windschutz eines Gebäudes und nutzen gerne die Kochmöglichkeit und Sanitäreinrichtung.

Der Tag begann etwas gehetzt, ich selbst kletterte um 7 Uhr aus dem Zelt, es regnete seit einigen Stunden nicht mehr, bereitete warmes Wasser und machte alles aufstehfertig. Eh wir unsere Hafeerflocken und den Kaffee genießen konnten war es kurz nach acht Uhr und um halb neun mußten wir am Hafen Reykjavik zum Whalewatching bereitstehen. Knapp schafften wir das auch – Über arctic adventures haben wir den Trip mit viel Hoffnung auf „Walfleisch“ gebucht. Das bekamen wir auch tatsächlich zu sehen- Auf einem Boot von Elding fuhren wir gut verpackt mit einigen anderen Touris rauf aufs offene Meer, nach jedoch schon 10 Minuten zeigten sich die ersten Flossen der Schweinswale – eine Seltenheit so dicht an Land. Die „Ansagerin“ mit Mikrofon erzählte einiges über weibliche Blauewahle – „das größte Säugetier dasje lebte und noch lebt ist weiblich“ yeah…. Nach ihrer Meinung haben wir insgesamt 3 Spezies, nämlich noch Minkewahle (7-10m) und Delphine (Weissbauch Delphine oder so ähnlich) auf unserer drei stündigen Fahrt gesehen. Das Wetter war wechselhaft, das Boote rollte manchmal heftig und Merle wurde etwas schlecht, aber sie schlief gegen ende mit ihrer leuchtorangen Weste bei mir im Arm ein.

Bjössi traf einen Papagaientaucher aus Plüsch.
Auf der Rückfahrt zum Hafen verkrochen sich die meisten Touris unter Deck. Ich stand vorn am Bug ließ mir die Gischt ins Gesicht sprühen und genoß es, die Landschaft an mirt vorbeiziehen zu lassen und Reykjavik entgegen zu sehen.

Gegen Mittag waren wir wieder im Hafen und machten noch einen Mittagsbummel durch die Hauptstadt, die eher wie eine kleine gemütliche Statd im Norden wirkt. Eine Innenstadt mit Häusern, die selten mehr als 3etagig sind. Holzoptik mit Wellblechhintergrund. Einige Handicraft souvenirs, keine großen Shoppingmalls – die sind woanders
Wir fahren an der Küste weiter nach Norden. Nur ca60 km mit einer kleinen Pause an einem Gewässer mit Wasserfall und einem Vater Tochter Gespann, welches angelt – höchst interessant für Merle, aber irgendwann wurde der Regen zu heftig, um den Angelvorgang zu verfolgen.

In unseren Reiseführern sind ein paar Zeltplätze kurz vor Snaefellsness, einer weiteren Halbinsel nördlich von Reykjanes, angezeigt – einen davon steuern wir an und landen wie oben beschrieben neben dem kleinen Vulkan ( wo ist der kleine Prinz?)
Als wir den Farmer fragen wie und wie teuer und ob wir die Schafe streicheln können, bietet er uns an, zu den Kühen zu gehen, die im Stall sind. Merle sieht zum ersten Mal in ihrem Leben große Kühe so nah und kann sie streicheln und sogar ein frischgeborenes Kälbchen. Das schönste jedoch ist ein Junge im Gummianzug genau in ihrem Alter. Die beiden scheinen sich trotz der anderen Sprache zu verstehen. Letztlich wollen wir aber das „Zelt aufbauen“ und Abendbrot kochen. Merle kommt auf die Idee, frische Milch von den Kühen holen zu wollen, um sie zu trinken. Vorher hat sie das Melken beobachtet und erinnerte sich an ein Buch, wo das Bauernhofleben schon mal erfahren hat. Dasmit der MIlch verschieben wir aber sichheitshalber auf morgen früh.
Jan versucht heute Nacht unten im Auto zu schlafen, die Mädchen schlafen oben.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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