Die kleine Stadt Skælskør in Westseeland

Der kleine Hafenort Skælskør liegt wie eine unscheinbare Perle in der dänischen Region Westseeland. Wir wollen einen Ausflug in die alte Handelsstadt machen.
Heute scheint es der Sonnengott im sonnigsten Teil Dänemarks in West Seeland es nicht so gut mit uns zu meinen. Aber wir wollen doch einen Bootsausflug unternehmen. Wir schauen aus dem verglasten Wintergarten auf bedeckten Himmel. In der Ferne das graue Meer. Der Golfplatz vor der Haustür wird heute gepflegt, gedüngt, gesprengt.

Wir fahren in die  kleine alte Stadt, eine dreiviertel Stunde südlich von unserem Domizil Kalundborg. Alle sind vorzüglich präpariert für einen Tag an der frischen Luft. Es steht nämlich auch eine Bootsfahrt an.

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Bootstour im Fjord von Skælskør

In Skælskør am Hafen angekommen, empfängt uns Kirsten an einem alten Fischerboot, wo noch eine ganze Schulklasse herumtollt. Sie ist eine von vielen freiwilligen Stadtführerinnen, die Gästen den kleinen Ort und seine Besonderheiten nahe bringt.
20160322-DSC_4988In früherer Zeit fanden die Menschen Unmengen von Muscheln im Fjord. Das waren Skælfisk – Shellfish und ør ist die geschotterte Küste. Dieser Ort ist ein Handelsort seit dem 15. Jahrhundert, aber auch schon im 13. Jahrhundert registriert. Der innere und äußere Fjord sind schwierig zu befahren, denn die Fahrrinne ist sehr eng.
Die freiwillige Besatzungan diesem Tag steuert den Kahn aber perfekt bis zu der Stelle, wo der Fjord in den großen Belt mündet. Und was sehen wir da? Das gewaltige Bauwerk der großen Belt Brücke. Zehn Jahre hat der Bau gedauert und zu den Zeiten in den Neunzigern fuhr das Boot zwei Mal täglich mit Touristen raus. Der Baufortschritt war schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Ein Matrose spricht Deutsch. Ich liebe den Deutsch-Dänischen Dialekt und lass mir trotz eiskaltem Wind auf Deck alles erläutern, was wir gerade sehen.

 

 

20160322-DSC_4993Am inspirierendsten ist das Ufo, eine Plattform, auf der ein Ufo förmiges Haus gebaut ist. Weiß, kugelig, mit Fenstern. Die Geschichte dazu: eine dreiköpfige Familie lebt hier auf 7,5 Quadratmetern. Jan und ich haben vorher gemutmaßt, dass eventuell unter Wasser ein zweites Stockwerk zu finden ist.

Erstaunlich: Die Kids kommen mit durch Fingerspiele und Klatschreime in Interaktion, Kirsten erklärt den dänischen Kindern auch einiges auf Dänisch. Sie versteht es wirklich die Fakten für die Kleinen zu verpacken, alle sitzen aufmerksam und staunend da.

Stadtrundgang in Skælskør

Nach einer Stunde sind wir wieder im kleinen Hafen von Skælskør angekommen. Kirsten will uns noch kurz die Stadt zeigen. Viele Häuser und Ensemble erinnern an Ostseestädte aus Mecklenburg: Wismar, Stralsund, Rostock. Alles kommt mir sehr vertraut vor. Backsteingotik für Rathaus und Kirche, Straßen mit sehr schmalen Gehsteigen in der Altstadt.

Wir besichtigen die alte Schule, damit Merle mal in einer Schule war und gehen dann noch in Gefängnis, wo uns Kirsten wiederum eine packende Geschichte über Hans Christian Anderssen erzählt, die sich hier zugetragen hat. Wir stehen dabei über zehn Minuten mit eingezogenem Kopf in dem niedrigen Keller und lauschen gebannt. Zu Guter Letzt zeigt uns Kirsten auf einem Bild die Axt…. Nun ja mit der die Enthauptung in der Geschichte vollzogen wurde.

 

 

 

20160322-DSC_5046Schätze finden oder Daunen

Schon auf dem Schiff erzählt sie uns außerdem, dass es viele Eiderenten hier gibt. Sie liefern wertvolle Daunen für Kissen und Bekleidung. Die Hälfte der Daunen wurde schon jeher aus den Nestern heraus gesammelt und weiter verwendet. Auch der Kleinste entdeckt  die Mini Federn in den Ecken und auf den Wiesen und sammelt sie begeistert ein. Er hegt sie wie einen kleinen Schatz und ist stolz darauf, acht Daunen nach dem Spaziergang in einer Tüte zu haben.

 

 

Die Umgebung von Skælskør

Kirsten verabschiedet uns in der Touristeninfo von Skælskør und wir lassen uns noch ein paar Empfehlungen für weitere Sehenswürdigkeiten geben. Mich interssiert das Thema Kunst und Design, so werden wir ins Internationale Research Center for Ceramics Guldagergaard geschickt. Dort arbeiten Künstler in Residence in Werkstätten. Daneben ein Park mit jeder Menge Sport- und Klettergeräten. Dort picknicken wir und treiben natürlich Sport. Was für ein Spaß, alles auszuprobieren.
Auf dem Rückweg schauen wir noch eine riesige Burganlage aus Backstein an. Völlig unkommerziell, wahrscheinlich weil es noch offseason ist, liegt sie in der Landschaft. Wir laufen durch den Burghof und hören unser Echo.

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Zurück in der Stadt, gönnen wir uns einen Kaffee und den Kids eine heiße Schokolade am Hafen. Es ist ein bisschen kalt und ungemütlich draußen. Deshalb fahren wir auch bald die 40 Minuten wieder in unser Ferienhäuschen im Nordwesten von Seeland auf der Halbinsel Rosnaes.

Reise Preise und Supermarkt in Dänemark

Im Kalundborger Supermarkt Rema1000 finden wir uns schon gut zurecht. Die Preise sind ähnlich wie bei Edeka zu Hause. Für Picknick und die tägliche Verpflegung kaufen wir für ca. 30,00 bis 40,00 Euro jeden Tag ein. Durch die akribische Picknickvorbereitung sparen wir uns das suchen nach geeigneten Restaurants und auch schonen wir die Reisekasse. Dabei entdecken wir schöne Plätze zum Picknick machen.

Im Häuschen gelandet, schmeißt sich der Mann an den Herd und die Frau an den Computer zum Arbeiten. Die Kids genießen die tägliche Medienzeit. Hier gibt es ein unglaublich schnelles Wifi, deshalb benutzen wir den Fernseher, der dezent hinter einem Vorhang platziert ist, gar nicht.

Sonnenuntergang und Sterne in Dänemark

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Wir bestaunen jeden Tag den blutroten Sonnenuntergang im Meer. Auch wenn es heute schon einmal grau in grau war, ist es doch wieder aufgeklart und in der eiskalten Nacht versuche ich noch den Sternenhimmel zu fotografieren. Es gelingt nicht so gut, wegen des hellen Mondes, der fast voll ist. Dabei habe ich gehofft, mich mit dem Vixen Polaris, noch einmal richtig gt einzuspielen. Das zusätzliche Gerät am Stativ bewegt die Kamera ganz langsam synchron zur Erddrehung. Deshalb sind bei Langzeitbelichtungen die Sterne weiterhin Punkte und keine Striche. Aber wie gesagt, es ist einfach zu hell mit dem Mondlicht, um vernünftig viele Sterne auf den Sensor zu bannen.

 

 

 

Vielen Dank an Visitdenmark und die Region Westseeland für die Unterstützung der Reise.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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