Familienfreundliches Südnorwegen mit spektakulärer Natur und ein paar Makrelen

Das familienfreundliche Südnorwegen ist uns in diesen Sommertagen wohlgesonnen. Wir befinden uns in Levang am Meer und haben ein kleines Airbnb Ferienhäuschen gemietet.

Ein richtig schöner Sonntag in einem norwegischen Fischerdörfchen. Die Sonne scheint, es ist ruhig auf den wenigen Straßen, ein Markttag am Meer soll stattfinden.

Die nordicfamily macht sich bereit, alle Wassergefährt einmal auszuprobieren. Dazu nehmen wir Schwimmwesten mit und eine Wasserdichte Handyhülle. Hauptsächlich zur Dokumentation. Ich stelle schnell fest, dass ich früher auch durch die Hülle fotografieren konnte – da hatte ich aber ein kleineres Handy.

Familienfreundliches Südnorwegen mit Paddelbuchten

Die Kinder und ich gehen schon einmal in die Bucht, wo die Kanus liegen, um eine kleine Runde zu drehen.

Morten bekommt ein oranges ganz wendiges Kajak, Merle ein „Erwachsenen Kajak“ und ich nehme auch ein schön weißes ohne Steueranlage.

Wir starten in einer Bucht von der Bucht, wo es schön windstill ist, ich staune immer wieder, wie gut Morten diese Boote manövrieren kann.

Wir halten uns immer schön am Ufer. Was aber im Falle eines Unfalls auch nicht viel nützen würde, man kann sich an den steilen Felswänden auch nicht immer hochziehen oder an Land retten. In unserer Dreier- Kombination kommen wir an vielen schönen Stellen vorbei.

An einer ist eine Möwe ganz aufgebracht und will wohl ihr Nest verteidigen. Da halten wir schön Abstand. Weiter im Norden der Bucht angelangt, merke ich wie das Wasser ganz schön in Bewegung ist und der Wind auffrischt, die Runde gegen den Uhrzeigersinn müssen wir ein Stückchen gegen den Wind arbeiten, der uns immer wieder gen Süden drücken will.

Mortens Kräfte werden weniger, am liebsten möchte ich ihn abschleppen, habe aber ein Seil dafür vergessen. Das steht auf meinem Merkzettel für das nächste Mal. Er weint und ich ermutige ihn, denn in den Booten kommt man eigentlich super gut voran, viel kräftesparender als zB in einem Ruderboot. Dann sind wir schnell wieder in der Bucht von der Bucht und die Laune des kleinen Seemanns entspannt sich wieder.

Merle ist in der Zeit schon um die nächsten zwei großen Felsen umhergeschifft und in der Bucht gelandet. Dort kommt Auch bald Jan dazu und wir entscheiden uns, das große Ruderboot umzukippen und ins Wasser zu zerren. Das ist ein riesen Kraftakt. Da gerade Ebbe ist, müssen wir noch ein paar Meter ohne Wasser überwinden. Dann sitzt er aber stolz wie Bolle auf der Ruderbank und ich drehe noch einmal eine Runde mit ihm in der Bucht.

Unsere Bucht in Südnorwegen

Die Kids vergnügen sich am Strand mit Krebsen,Muscheln und Co. Unsere Große liest und malt. Danach steht ihr wohl gerade der Sinn.

Heute ist es nicht so warm, wie an unserem gestrigen Badetag, deshalb bleiben wir angezogen und gehen auch gar nicht schwimmen. Gegen Mittag brechen wir mal auf, um im nächsten Örtchen den Sonntagsmarkt zu besuchen.
Eigentlich wären die 4 Kilometer perfekt zum Wandern oder Fahrrad fahren. Meine Familie entscheidet sich jedoch für das Auto. Ich finde das schrecklich.

Familienfreundliches Südnorwegen mit Sonntagsmarkt am Meer

In Portör angekommen, sehen wir eine fein gemähte Wiese mit vielen bunten Marktständen, ob Antiquarisches oder Kunsthandwerkliches oder kulinarisches. Viele interessante Dinge gibt es u erwerben. Wir haben jedoch nicht das nötige Kleingeld. Genauer gesagt nicht die richtige App, denn hier wird mit Vipps bezahlt, jeder Verkäufer hat so eine art Telefonnummer mit der man da bezahlen kann. Wir können die App jedoch nicht nutzen, da wir keine Sozialversicherungsnummer in Norwegen haben. Im Portör Pensionat kann man allerdings mit Karte zahlen. Deshalb bekommen die Kinder jeder eine Waffel.

Im Garten des Pensionates soll um 14 Uhr ein Konzert starten. Es ist noch ein bisschen Zeit zu überbrücken, deshalb schlendern wir zum Hafen und beschließen später hier auch noch mal eine Angel ins Wasser zu halten. Auf der schmalen Straße, die hier raus führt muss man immer sehr achtsam sein, da auch immer wieder Auto kommen und kein richtiger Fußweg und auch nicht zwei Autospuren vorhanden sind.

Im Konzertgarten finden wir schnell einen weißen Tisch mit schönen Bänken, die Menükarte wird uns vorgelegt. Ja stimmt, etwas bestellen sollte man hier wohl. Jedoch sind wir gar nicht darauf eingestellt, denn hier muss man für ein Mittag schon ein kleines Vermögen einplanen. So belassen wir uns bei „Solo“ der hiesigen Fanta für 4,00 Euro für die kleine Flasche.

Ich packe mein Zeichenzeug aus und versuche die Sängerim im Türkisblauen Kleid zu portätieren.
Sie ist Schwedin, ihr Pianist sieht aus wie Elton John. Sie trällert ein paar schlagerartige Mitschunekllieder und selbst die Kids finden es nicht langweilig.

Familienfreundliches Südnorwegen mit Anglerlatein

Nach einem Stündchen wollen wir jedoch nochmal zum Angeln. Das heißt genauer gesagt Morten und ich. Deshalb splittet sich die nordicfamily und ich mache mich mit dem Jüngsten auf zum Hafen. Dort sind wir erfolglos und fragen einen Einheimischen, der uns zu einer Stelle hinter dem Pensional verweist.

Dort klettern wir erst ganz weit über die riesigen abgeschliffenen Felsen bis wir am tosenden Meer ankommen.
Unsere kleine Angel mit dem leichten Blinker scheint mir hier wie ein Plastikspielzeug, trotzdem versuchen wir es ein paar Mal. Dann entdeckt Morten jedoch die kleinen Wasserlöcher, die mit warmen Wasser und vielen leuchtend grünen Algen gefüllt sind. Er vertieft sich in das Spiel mit der Natur. Ich packe die Angel wieder ein und mit Skizzenbuch aus. Es ist ganz schön windig, aber trotzdem warm.

Wir könnten Stunden hier verbracht haben – ich weiß es nicht genau. Irgendwann klingelt das Telefon und Jan erkundigt sich, ob wir was gefangen haben.

So geht er mit Merle nochmal angeln und zwar an die Stelle, an der wir tags zuvor schon erfolgreich waren.

Als alle wieder zu Hause eintreffen, bzw Jan uns an der Straße abholt, ist schon Abendbrotzeit und die Makrelen liegen auf dem Grill.

Nach dem Abendbrot nimmt die Mückendichte hier um das kleine norwegisch rote Ferienhäuschen rasant zu.

Ein Tag am tosenden Meer im familienfreundlichen Südnorwegen

Jeden Morgen die gleiche Überlegung, bin ich früh genug wach, um schon mal eine Paddelrunde mit mir allleine auf der kleinen schönen Bucht in Südnorwegen zu unternehmen oder frühstücke ich lieber mit der Familie, die sowieso nicht gerne frühstückt?

Das Kajak gewinnt. Schnell angezogen und meine Wasserdichte Handyhülle geschnappt. Dann geht’s los die 10 Minuten Spazierweg runter zur Bucht. Es ist ein kleiner Kraftakt, das weiße Seekajak vom Strand ins Wasser zu zehren, dazu ziehe ich meine Schuhe aus und muss die erfrischende Kühle des Wassers spüren.

Ach doch irgendwie herrlich auch wenn es etwas kneift. Ich rutsche in den schwarzen Sitz mit Lehne und treibe auf dem leicht welligen Wasser. Die ersten Paddelschläge sind wie aufwachen, dann lass ich mich kurz treiben und wage einen Rundumblick. Eine leichte Brise weht hier, wie fast jeden Tag in diesem Sommer.

Kattis, unsere Vermieterin sagt, dass wir damit nicht so Glück hätten – aber he was solls, wir haben mit fast allem anderen Glück. Ich paddel die Runde herum an schönen Holzhäusern vorbei, von denen ich jedes geschenkt nehmen würde, entweder unten am Strand mit breitem Steg oder hoch oben auf den Klippen über der Bucht.

Einige haben in der Nähe ein kleines Sprungbrett angebracht. Einige muss man wirklich mit einem kleinen Boot vom Festland aus erreichen, weil sie auf einer Insel in der Bucht liegen.

Der Wind kommt aus Norden, trotzdem ich ihn deutlich spüre, komme ich super schnell voran in meinem weißen Flitzer. An einer Stelle umkreist mich eine aufgeregte Möwe, ich vermute ihr Nest ist in der Nähe auf den flachen Granitsteinen da drüben. Ich halte respektvoll Abstand und komme mit einem gellenden Warnruf davon.

Die schönste Entdeckung ist die Bucht von der Bucht. Als ich durch einen schmalen Felsdurchgang gleite, wir das klare Salzwasser unter mir immer flacher, ich sehe den Sand und einiges Seegras deutlich grün schimmern. Das Wasser ist super ruhig, die Häuser mit ihren Bewohnern in der Bucht scheinen noch zu schlafen. Ich will gar nicht stören.
Stattdessen lasse ich mich gleiten und genieße die Ruhe, bevor ich nach einer knappen Stunde Herumpaddelei wieder den Weg in die Hauptbucht und an den Liegeplatz antrete.

Ach, war das eine schöne Morgenmeditation und die kleine Entdeckung kann ich dann auch später den Kids zeigen.

An der Airbnb Hütte auf der Levang Farm ist schon Leben eingekehrt, der Frühstückstisch wird behende gedeckt. Draußen kann man gut im Halbschatten den Tag beginnen.

Die Potholes von Slid

Heute wollen wir eine geologische Attraktion in der Gegend erkunden. Gletschermühlen aus Stein sind südlich von hier einfach zu finden.

Die Fähre nach Risör

Unsere Fahrtzeit zum Ausgangspunkt der Wanderung wird wesentlich durch eine Fähre verkürzt.

Überraschenderweise kommen wir an einen kleinen Hafen mit dem Auto gefahren, wo gerade eine Fußgängerfähre ablegen will. Ich springe aus dem Auto und frage nach, ob hier auch irgendwo eine Autofähre ablegt, der Vikinger Mann, auch Fährmann genannt, antwortet: ja diese – grins! If you want und deutet mit dem Arm eine einladende Bewegung. Ich winke Jan mit dem Passat zu , der als einziges großes Vehikel all die ökologisch reisenden Fahrräder und Fußgänger an die Seiten drängt. Er zirkelt das Fahrzeug auf die kleine Fähre.

Was für ein Erlebnis. Die Fahrt durch den Fjord dauert etwa  20 Minuten und wir haben mindestens 40 Minuten Autofahrtzeit entlang der Fjorde gespart.

Es regnet etwas zwischendurch, obwohl der Himmel blau mit einigen Wolkenflecken über uns strahlt.
In Risör angekommen, suchen wir ind er weißen Stadt am Meer einen Parkplatz und laufen ein paar Schritte durch die historischen Straßen. Morten fragt: Warum sind die Häuser hier alle weiß und nicht wie die anderen Rot in Norwegen? Darauf weiß ich keine Antwort und möchte das gerne noch einmal recherchieren.

In der Touristeninfo erhalten wir die nötigen Informationen, um zu der Naturattraktion Potholes, hier Jette gryterne zu gelangen. Nocheinmal eine kleine Autofahrt über Serpentinen.

Jedoch muss erst einmal das Stadtleben genossen werden. Wir stöbern in kleinen Lädchen, dabei bekommt ein Buchladen und Schreibwarengeschäft in einem besondere Aufmerksamkeit, wie gut kann ich mich erinnern, dass ich diese Besuche  als 12 Jährige auch toll fand. Jedoch gab e szu DDR Zeiten in Warnemünde nicht so eine große Auswahl an ineressanten Mal- und Zeichenutensilien.

Dann bekommt noch jeder ein Eis, die Softeis sind dabei so groß, dass die Kids es gar nicht schaffen und ich ein schönes Resteessen veranstalten darf.

Der weiße Felsen von Risör

Ein Spielplatz lockt auch noch mit ungeahnten Möglichkeiten. Dann fährt uns unser Fahrer noch an einem interessanten Aussichtspunkt , dem weißen Felsen in Risör vorbei. Ein angemalter weißer Stein thront hoch oben über der Stadt als Wahrzeichen für die Seefahrer. Die sind heute reichlich in dieser kleinen Stadt vertreten. Es findet eine Jugendsegelregatta statt und draußen auf dem Meer sieht man Segelboot und kleine Katamarane herumflitzen.

Die kleine Autofahrt entlang der Fjord Serpentinen fühlt schon wieder zu gemäßigter Reiseübelkeit bei den Kids, aber nach einer halben Stunde bevor es all zu schlimm wird finden wir schon den Parkplatz und checken ein. Einige andere Auto stehen auch hier und der Wegweiser zeigt eindeutig Richtung Meer.

Familienfreundliches Südnorwegen mit Potholes von Risör

Wir wanderen durch einen Urwald aus Moosbewachsenen Bäumen und Blaubeerpfanzen bis wir die abgeschliffenen Granitfelsen erreichen. Über die kraxeln wir und laufen mit dem frischen Wind im Gesicht immer den weißen Markierungen und vereinzelten Holzpfählen hinter her.

Irgendwo da vorne sehe ich schon das Meer schäumen und wild hochspritzen. Und da liegt er dann vor uns, eine der größten Gletschermühlen Nordeuropas: ein großes rundes Loch im Granitfels mit ca 5 Meter Durchmesser und angeblich 6 Meter tiefe.

All die anderen mit Wasser gefüllten  Vertiefungen im Stein zählen jetzt nicht mehr. Auf Bildern haben wir gesehen, dass Menschen sich am Rand sonnen und darin baden gehen. Immer wieder schwappt Wasser von einer großen Welle in das Loch. Der Wind ist aber echt kühl und keiner von uns verspürt ein großes Bedürfnis hier baden zu gehen.

Wir schlendern noch etwas weiter, bis wir eine Windgeschützte Stelle hinter einer steinerenen Erhebnung gefunden haben. Tolle Aussicht auf die brausende Gischt, die in unregelmäßigen Abständen meterhoch aufspirtzt. Ich wage mich mit meiner Kamer dicht ran, lege mich auf den Fels und warte auf die Fontänen.

familienfreundliches Südnorwegen

 Salzwasser spritzt mir dabei ins Gesicht und der Wind treibt eine ganze Regenwolken auf mich zu. Das ist erfrischend und ich freue mich, als ich mich auch wieder hinter dem Steinwall als Windschutz verkriechen kann und mein Skizzenbuch hervorhole.

Hier verbringen wir eine ganze Weile und verpicknicken unsere mitgebrachten Brote, Morten geht auf Entdeckungstour und fischt so einiges aus den Wasser gefüllten Dellen.

Wir treten dann den Rückweg an und haben einen Plan fürs Nachhausekommen.

Die KIdner sollen noch ein paar Fische Angeln für das Abendbrot. Dafür haben wir ja jetzt schon unsere Stelle gefunden. Die Fahrt nach Levang dauert eine knappe Stunde und hier schnappen wir uns unsere Ausrüstung, die Minimalausrüstung besteht aus Angelroute, Tüte und Messer.

Leider müssen wir dieses Mal sehr geduldig sein und nach über einer Stunde Versuch kommen wir mit einem Fisch nach Hause.

Disclaimer: Vielen Dank für die Unterstützung der Recherche durch Visit Norway.
Ein familienfreundliches Norwegen zeigte sich uns heute mit expressiver Natur und viel Wind.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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