Nördlich von hier… off season an der Ostsee – der Darß

Tag 1 8.9.

Einen Tag vor der Rückreise mit dem Schreiben anzufangen ist ein Zeichen.

Eigentlich sind es mehrere Zeichen. Zwei Kinder sind mehr als eins. Ok. Bedeutet aber im Zweifel: Zwei Erwachsene, die ihre Ruhe wollen, Urlaub, Entspannung, mal ein Buch lesen. Und Zwei Kinder die Aufmerksamkeit wollen. „Kannst Du mit mir spielen?“, „Ich will jetzt was zu essen!“, „Was machen wir den jetzt, heute, morgen?“, „Bring mich ins Bett!“ und „Gib mit die Brust SOFORT!“. Und das war nur das gejammere des Papas 🙂 Kurz: Vollbeschäftigung der Erwachsenen garantiert. Besonders, wenn man nicht zufällig ein anderes Kind zum spielen und eine Nanny zur Hand hat. Hatten wir nicht.
So sind wir uns, dann auch noch gegenseitig auf den Keks gegangen.“Geh Du mal!“, “Ich war schon heute morgen.“, „Das ist verjährt.“ „Ich sitze hier noch keine 60 sek.“ „Ich hab dieses Jahr noch gar nicht gesessen!“ usw.

Wer mal gesagt hat, „Ein Kind ist kein Kind erst bei zwei gehts richtig los.“, hatte recht.

Aber zurück zur Chronologie der Ereignisse.

Ankunft 18:10 Uhr: Papa gestresst. Vorgeschichte: wegen verschiedener Dinge und Geertjes Geburtstag auf den letzten Drücker losgefahren. 1700 Uhr. FeWo-Verwaltung in Wustow schliesst um 1800 Uhr. Morten schreit konsequent die 50 Min fahrt durch. Aber es hat ja alles geklappt. Glücklicherweise ist zufällig ein älterer Herr da, der die Dame von der Verwaltung davon überzeugt, dass es mit „Das finden sie schon!“ nicht getan ist, und mir schnell auf einer Karte die Lage des Hauses aufmalt. Hätte wir nur sehr schwer gefunden ohne. 2 Minuten fahrt. Endlich da.

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In alter Tradition explodierte unser Bus, bzw. sein Inhalt in unsere Unterkunft. Die gemietete Finnhütte war nach zwei Minuten rappelvoll mit unserem Hausstand. Wir wir das zurück in den Bus quetschen wollen, haben wir uns schon zu diesem Zeitpunkt gefragt.

Das Wetter war angenehm. Etwas windig und um die 23 Grad.

Erste Massnahme: Gegend erkunden. Erster Fehler: Merle geht Barfuss, natürlich wirds steinig. Natürlich müssen die Eltern die 20plus Kilo 5 Jährige tragen. Der Strand in Fussnähe stellt sich als Naturstrand raus. Geertje: „Schön!“; Jan: „Etwas steinig!“

Das Geertje und Merle sofort in das recht frische Wasser springen sei nur der Form halber erwähnt. Wer uns kennt ist nicht überrascht. Auch nicht von der Spontanität. Handtuch haben wir natürlich nicht dabei. Wozu auch, wenn man zum Strand geht.

Nun ist das Baby nöckelig. Will essen, will schlafen und der Papa auch. Will essen. Will Ruhe. Und da es inzwischen spät ist, steigt die Stimmung zusehens an.

Im Ferienhaus also das ultimative Parallelgerödel. Essen machen, Kinder Bettfein machen. Sachen auspacken, Dinge suche, alle paar Sekunden die Frage: Wo ist den Dies und wo ist den Das. Verschiedene Prioritäten. Man muss sich halt noch eingrooven.

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Tag 2 – 9.9.

Wir gehen einkaufen.

Wir gehen an den Strand.

Wir entdecken die Hängematte.

Grillen Fisch.

Haben 50 Mücke im Haus.

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Was macht man, wenn man in der 6qm-Küche kaum noch treten kann. Richtig, man geht einkaufen. Mit Merle immer ein besonders Vergnügen. „Kann ich eine Sache haben?“ „Ja“ „Kann ich das?“ hält irgendetwas quitschbuntes aus dem Süssigkeitenregal in der Hand. Ca. 50 E´s. Papa „Nein“ „und das?“ „Nein.“ Usw.
Wir fahren übrigens mit dem Fahrrad hin. Ist doch etwa 3 Kilometer bis zum nächsten Edeka.

Der macht erst um 13:00 Uhr auf, also ist noch Zeit einen Eiskaffee zu schlürfen, das Baby zu füttern und zum Strand zu gehen. Der liegt nur 50m hinter Edeka.
Wir bemerken was uns alles zum perfekten Strandtag fehlt und beschliessen, dieses Wissen am nächsten Tag zur Verbesserung des Stranderlebnisses einzusetzen. Tieflader wird bestellt.

Mit unseren Einkäufen testen wir dann noch die Belastungsgrenzen, des Fahrradanhängers und zack sind wir wieder zu Hause. Naja so zack nun auch wieder nicht. Geht es doch leicht bergan auf der Strecke und das mit Anhänger. Papa nichts gewohnt. Puh. Will liegen. Darf aber nicht. Baby will spielen.

Abends gibts Lachsfilet (tiefkühl, aber dank Maggisosse lecker).

Geertje lässt beim Rumräumen hintern Haus, das Licht an und die Tür auf. Ergebnis 50 Mücken in der Küche. Ich lasse strategisch das Licht weiter an. Damit die Viecher nicht in der Wohnung nach alternativen Übernachtungsplätzen suchen.

Tag 3 – 10.9.

Wir gehen an den Strand von Wustrow.

Wieder Strand. Soll aber der heißeste 10.9. seit was-weiß-ich-wann werden.

Merle hebt Gräben aus. Morten krabbelt laut triumphierend hinein und lässt sich von seiner Schwester dann auch noch ohne zu murren mit Wasser begießen. Kleiner Machtkampf der Eltern, wer liegen und wer die Kinder beaufsichtigen darf.

Irgendwann ist es dem Papa aber zu heiß, zu spät, zu hungrig und es geht am frühen Nachmittag zurück zum Haus. Nicht ohne vor neugiereigem Publikum sich zum Deppen zu machen. Erst versucht Geertje 10 Minuten vergeblich, die Jako-o Strandmuschel einzuklappen. Dann versuch ich es und scheitere genauso. Bevor sich eine Menschentraube um das entnervte Paar, das seit 20 Minuten gehen will, bildet, beschliesse ich kurzerhand das Zelt so wie es ist auf dem Fahrrad nach Hause zu transportieren. Sieht zwar scheiße aus, aber führt wenigstens zu einem Ergebniss.

Geertje beschliesst noch eine Stunde Fahrrad zu fahren und bringt frischen Fisch zum Grillen mit. Der bleibt übrigens mangels Alufolie (wir haben doch nicht ALLES eingekauft), am Grillrost kleben und muss dann durch eine spontane Pfannenaktion vor der völligen Vernichtung gerettet werden.

Tag 4 – 11.9.

Wir fahren an den Weststrand

Wir gehen essen im Moby Dick und auf die Seebrücke.

„Was machen wir heute?“ Merles erste Frage jeden morgen. Antwort heute: Wir fahren zum Weststrand. Fahrradtour. Papa: Nöööö. Lass uns lieber spazieren gehen. Kompromiss. Merle mit Rad. Eltern zu Fuss. Morten im Buggy. Auf dem Parkplatz in der Nähe angekommen erinnert mich eine erklägliche Anzahl von Wespen in deren Nest ich wohl den Buss geparkt habe, daran das ich mein Notfallmedikament nicht mit habe.

Wir fahren/laufen einige Kilometer durch den Wald und sind dann an einem etwas verlasseneren Strand, als am Tag zuvor. Rentner gibt es auch hier, aber weniger.

Überhaupt: in diesem Urlaub. Geronten wohin das Auge schaut. Aber nicht die Rüstige-Rentern-Sorte scheint sich hier zu versammeln, sondern eher die der-sollte-aber-dringend-mal-seinen-Führerschein-abgeben-Sorte. Gefühltes Mindestalter: 80 plus. Was man da sieht. Zwei Hörgeräte und Brillengläser Marke Colafalschen-Böden, grabbelt hinter das Lenkrad seiner 60TausendEuro Limosine und kann dann über dieses kaum drüber gucken. Und ab geht die Luzy. Von null auf 80 in 5 sek. Mann hat ja nicht mehr viel Zeit.

Am Weststrand halten wir uns etwas länger auf. Aber nur Merle springt mal kurz rein. Es ist einfach zu kalt und Windig. Es wird gepicknickt und langsam kommt sowas wie Urlaubgsgefühl auf. Der Regen unterbricht dies etwas, aber der Wald schützt uns auf dem Rückweg gut.

Zur Belohnung gönnen wir uns dann noch essen gehen an der Seebrücke von Wustrow.

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Tag 5 – 12.9.

Merle geht reiten.

Fastjekt wird bestellt.

Es regnet. Endlich ein Wetter, dass nicht von einem Verlangt. Großartig. So darf dann auch das Auto benutzt werden um nach einem passenden Reiterhof für Merles Wunsch Ponyreiten zu suchen. Als wir den zweiten Hof erreichen kommt die Sonne raus. Und da der Besitzer gerade noch unterwegs ist gehen wir zum Hafen von Niehagen spazieren. Nett. ..wenn auch sehr touristisch. Wir, essen eine Kleinigkeit und dann dann darf Merle endlich reiten.

Mama: Die Mona ist ein etwas träges Pony, aber schön gescheckt, die Wege die sie nicht kennt, verweigert sie strickt. Dafür läßt sie sich, wenn man nebenher joggt auch nochmal zum kleinen Trab überreden, was Merle außerordentlich gut gefällt.

Papa fährt in der Zeit nach Hause und macht schon mal die Kaffeetafel fertig.

Ausserdem wird telefonisch, das Rezept in die Wustrower Apotheke organisiert. Dann ist das auch mit dem Allergiespritzenstick erledigt. Nach dem Motto, wenn man einen Regenschirm dabei hat, regnet es auch nicht!

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Abends darf Geertje einen Fotoausflug in der Dämmerung zum Strand machen. Morten muß mit und schläft im Manduca.
Große Freude der Mama über ansehnliche Ergebnisse:

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Tag6 – 13.9.

Wir fahren zum Leuchtturm Prerow.

Geertje schläft mal richtig aus und ist dann natürlich gut drauf für eine Fahrradtour zum Leuchtturm nach Prerow. Google maps macht es möglich, den naheliegendsten Parkplatz rauszusuchen. Trotzdem noch ein ordentliche Strecke, aber das Wetter ist gut und auch die Laune.

Schade, dass der Parkplatz dann 5 Euro Miete kostet. Typische Touristenabzocke. Mag ich nicht. Dann am Naturium o.ä. also am Turm selbst, mit Museeum etc. Wieder alles mit Eintritt. Sogar das Restaurant ist nur nach Zahlungs des Museuumseintritts zu betreten. Dass nur als Warnung für alle, die nicht wie wir nur am Strand interessiert sind.

Dort halten wir uns eine ganze Weile auf. Ich zeige Merle wie man ein Rad schlägt

und Geertje erklärt ihr wie man einen Handstand macht. Alles nicht so einfach. Morten krabbelt und brabbelt lustig herum. Aber dann müssen wir los. Es ist schon halb sechs und der Weg ist noch lang.

Als wir dann um halb sieben im Auto sitzen überzeuge ich alle essen zu gehen. Eine Pizzeria liegt auf dem Weg. Alle happy und bald satt. Morten ist ganz lieb.

Tag 7 – 14.9.

Wir gehen zum Kinderarzt wg bakterieller Augenentzündung von Merle

Hängen rum.

Tag 8 15.9.

Wir fahren ab – ein kleines Logistikunternehmen!

Papa

Jan Marquardt ist als Papa von Merle und Morten gut ausgelastet. Hat aber doch noch Zeit sich als Videograf, Blogger und Journalist mit all den spannenden Themen zu beschäftigen, die ihn an neue virtuelle und reale Orte führen. Das ein oder andere Foto hat er auch schon zum Blog beigesteuert. Und viele Texte von unterwegs versehentlich als Geertje Jacob eingeloggt veröffentlicht, daher steht in den Texten meist noch ein extra Hinweis auf seine Autorenschaft. Falls nötig :)

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