TAG 12: 20.9.2010 Skaftafell


Same procedure as last night… nur, daß ich, Geertje, heute hier unten sitze und schreibe.
Wir sind noch auf dem selben Zeltplatz wie gestern, denn es gab ja noch eine Mege hier zu erledigen im Skaftafell Nationalpark.
Frühstück dick angezogen draußen an der Picknickbank. Jan und Merle essen Instantnudeln, ich wie immer Haferflocken, Warme Morgenmahlzeit ist heute besonders wichtig. Gleich soll es losgehen zur ersten Wanderung des Tages zum Svartifoss, dem schwarzen Wasserfall. Mit einigem Bergauf und Bergab sollte dies die etwas anstrengendere Tour von beiden sein, deshalb machten wir sie vor dem Mittag. Für das Mittagessen planten wir an einem „all you can eat“ Buffet teilzuhaben, das dann aber wegen offseason auch nicht mehr statt fand. Unsere erste Wanderung war gut vorbereitet mit einigen Schätzen für Merle im Rucksack. Jede Wanderung wird zu einer Schatzsuche nach Mamba, Lollies oder Früchteriegeln. Langsam brauchen wir Nachschub. Man hat während der Wanderung tolle Ausblicke auf die Gletscherzungen und auf die Sanderfläche zum Meer – einfach mal wieder das Nichts. Das Gestrüpp rundherum, kleinwüchsige Birhem silbrig blättrige Kleinpflanzen und Moose, Flechten, und Schachtelhalme sind wunderbar herbstlich gefärbt und bilden einen tollen Kontrast zu dem dunkelgrauen Geröll- Merle macht toll mit und läuft fast den ganzen Weg hin und zurück. Wegen Mittagshunger aller Beteiligten und Schwäche von Merle nahm ich sie dann auf den Rücken. Was ja auch irgendwie schön ist. Wir singen dann Lieder und zeigen uns interessante Sachen am Wegesrand. Außerdem sind wir auf dem Rückweg dem Papa davon gewandert. Der Wasserfall an sich war sehr schön. Er stürzte an einer Felswand aus achteckigen Basaltsäulen nieder. Zwei Fotografen waren da auch schon mit riesen Geschossen aufgefahren.

Statt des Buffetts gabs dann das Mittagsangebot an der Tanke – eben Gletscherpreise, nicht mal Snacks wie Giflar (schwedische Zimtkringel) kann man sich hier leisten: doppelt so teuer ( 5-6 Euro pro 300 gr Tüte) als woanders. Jedenfalls gabs für mich Suppe und Salat, für die anderen Sandwich und unerwartet riesige Pommesportionen. Den Rest gabs zum Abendbrot. Dann fuhren wir wieder auf „unseren“ Campingplatz. Von Marjo und Marko mit der holländischen Feuerwehr hatten wir uns schon am Vormittag verabschiedet. Jan und Merle gaben sich einem Mittagsschläfchen hin. Und ich stellte den Vortag ins Internet, auch das war irre teuer 40 min=700 ISK (5 Euro), Aber was tut man nicht alles für die Daheimgebliebenen. Ich kuschelte mich dann noch kurz dazu und keiner von uns wollte dann von der Bettwärme ins kalte Draußen. Aber wir hatten uns ja noch vorgenommen, den einfachen Wanderweg Richtung Gletscher zu nehmen. Kurz nach vier schafften wir dann auch den Aufbruch. Der Weg war teilweise für Rollstuhlfahrer asphaltiert und auch toll für Merle zu laufen, als sie dann ihr Mittagsschlafträgheit überwunden hatte. Mit Fangen, Verstecken oder Schatzsuche ging das dann auch. Wir kamen dem großen Skftafjelljökull immer näher und ahnten aber nicht, daß uns vor der direkten Berührung Schmelzwasserflüsse trennten. So spazierten wir um die Schmelzwasserlagune herum, leckten hie und da an etwas Gletschereis, was ans Ufer getrieben war und waren fasziniert von verschiedenfarbigen Steinen. Merle entdeckte zu erst einen grünen und von er Konsistenz der Eisblöcke, die dort gestrandet waren. Riesige Kristalle, teilweise klar, teilweise mit einer Ascheschicht überzogen bildetetn einen tropfenden, schmelzenden Eisblock. Nach Nach über 2 Stunden waren wir dann auch wieder an unserer Heimstatt. Merle trug ich wieder nur das letzte Stück. Sie hat wirklich toll mitgemacht und ich bilde mir auch ein, daß ihre Wanderkondition mit den verschiedenen Wanderungen die wir gemacht haben auch besser wurde.

Zum Abend gab es indischen Kichererbsen allerlei aus der Tüte, 2 riesen Portionen schließlich für mich allein. RestePommes, Instantnoodeln, Apfelmuß, Tee. Für Vitamine und Mineralien wird wieder ab morgen gesorgt, wenn wir irgendwo normal einkaufen können.
Es wird auch immer schneller dunkler und damit auch kälter. Die einzige Rettung war, gleich nach dem Abendbrot für einen von uns und Merle in den Schlafsack zu krabbeln.
Morgen geht es weiter gen Osten zur Gletscherlagune und den Ostfjorden.
Irgendwie sind wir dauernd am überlegen, welchse Datum wir haben und wann wir wo sein sollen und wollen, um alles gut zu timen. Aber von Wochentagen merkt man an sich sonst nichts hier in dem Landstrich.
Heute Abend ist hier auf dem Zeltplatz noch ein Riesen LKW-Bus aus Kiel eingetroffen. Den kann man wohl für Islandgruppenreisen chartern – ein großes gelbes Monster. Und noch ein Defender mit Camperaufsatz aus Kassel – die deutsche Runde heute Abend.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

Kommentare sind geschlossen