Von Schweden nach Finnland mit zeitlicher Verwirrung

Freitag 17.6.2015 Yllas, Finnland

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Wir kommen –zu Sebastians Überraschung- nach einem ausgiebigen Frühstück pünktlich um 10 los. Geertje hat berechnet, dass wir etwa drei ein halb Stunden zu unserem nächsten Ziel brauchen werden. Um 14 Uhr sollen wir da sein.  Ein halbe Stunde Puffer, das sollte klappen. Dachten wir.

Baustellen zwischen Schweden und Finnland

Aber Falsch gedacht. Wir sind Sommerunerfahren. Zumindest was Autotouren zu dieser Jahreszeiten in dieser Gegend angeht. Wir hatten nicht bedacht, dass Sommerzeit Baustellenzeit ist. Nicht nur in Berlin. Nur dass hier die Baustellen viel größer bzw. länger sind.  Insgesamt hatten wir drei Baustellen kurz hinter einander auf der Strecke von Kiruna bis Autio, was kurz vor der finnischen Grenze liegt. Jede war mindestens 10 Kilometer lang und natürlich war nur 30km/h erlaubt, was bei den groben Kieseln über die man fuhr eh die Höchstgeschwindigkeit der Wahl war. Ab und zu gab es auch Ampeln und Baustellenfahrzeuge, die mit „Bitte folgen!“ – Schild vor einem her fuhren. Außerdem ein paar vereinzelte Rentiere im Fellwechsel.

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Die Grenze war dank Schengen unspektakulär. So kamen wir im Glauben, etwa eine Stunde zu spät zu sein in Konijänkan Kotieläinpiha an (Bitte dreimal laut aussprechen ;)) Was ein Streichelzoo ist. Nur in XXL mit vielen Tieren und zwar auch die Großen (Yaks und Alpakas, Lamas und Kühe, Rentiere und riesen Esel). Aber auch ein paar kleine. Pfauen, Zwergschweine, Hasen, Babyhasen, Schildkröten und Tarantel (eher nicht zu streicheln). Wer also Kinder hat, kann hier ganzjährig einen Ausflug hin planen. Tolle Sache und die kleinen sind mindestens zwei Stunden gut beschäftigt.

Achtung neue Zeitzone in Finnland

Ich schrieb, wir dachten wir wären ein Stunde zu spät. Wie sich aber rausstellen sollte, hatten wir völlig vergessen, dass Schweden in einer anderen Zeitzone als Finnland liegt. Ein Stunde zusätzlich die weg war. So waren wir letztlich am Streichelzoo zwei Stunden zu spät, was uns weder ein Straßenschild noch Jana verrieten. Janna ist die freundliche Reitlehrerin, die uns rumführte. Am Hotel waren wir ja auch noch verabredet und als Geertje unsere kleine Verspätung ankündigte wies uns Hanna indirekt darauf hin, dass die Verspätung ja nicht uns gewöhnlich wäre. Viele Reisende würde diese Zeitumstellung vergessen. Sie war entspannt, aber uns wurde es kurz heiß und kalt. Wir sind ungern unpünktlich. Apropos heiß und kalt. Hier war es heute auch heiß. 17-19 Grad. Zumindest für die Finnen hier oben  geht das als heißer Sommertag durch. In Berlin waren es wohl 34. DAS würden die Leute hier bestimmt nicht lustig finden.

Skigebiet im Sommer

Wir sind in einer kleinen Appartmentwohnung  mit allem Schnick und Schnack, also Küche, Saune und Kamin (letzteres Beides benutzen wir ausnahmsweise mal nicht) untergebracht. Im Winter aber bestimmt großartig.

Eine Abendwanderung entlang des Varkaankuru

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Nachdem wir uns kurz eingecheckt haben, wollen die Kinder nochmal kurz raus und „Wandern“ ich bin unschlüssig, lass mich aber breit schlagen. Und so starten wir um 20.00 Uhr eine kleine Wanderung auf einem Trail oben in der Nähe des Skihangs, etwa 2 Autominuten von unserem Appartement.

Morten und Merle platzen fast vor Energie. Morten rennt schreiend und jauchzend vorweg. Merle mit großem Rucksack hinterher. Die Sonne vermittelt einem das Gefühl von vier Uhr Nachmittags. Plötzlich wird sie jedoch von einer Regenwolke verdeckt. Da sind wir schon etwa 1,7 Kilometer gelaufen und tun uns etwas schwer den Pfad zu finden. Wir laufen also zu den Sheltern zurück, an denen wir vorbei gewandert waren und prompt fängt es richtig an zu schütten.

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Merle und Geertje nutzen eine winzige Restglut um  ein Feuer in Gang zu setzen, das sofort die Mücke vertreibt und Wärme erzeugt. Sehr idyllisch. Nur das es schon nach 21.00 Uhr ist und es weiter regnet, ist irgendwie komisch. Doch dann hört es so plötzlich auf, wie es begonnen hat, und wir laufen zurück zum Auto.

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Morgen gibt es viel zu tun. Gut Nacht.

Apropos: Im Restaurant spielt eine Liveband Tuure Kilpeläinen und die Menschen tanzen zu zweit – äh ja Gesellschaftstanz. Ich habe das Vergnügen und die Zeit eine kleine Gesellschaftstudie zu betreiben. Bestimmt 600-700 Menschen kommen mit Auto und Reisebussen angereist. Meistens Paare zwischen 30 und 60 Jahren alt tanzen korrekten Tanzschrittes auf dem Parkett zur Vorband. Einige beeindruckende Paare bewegen sich sehr sportlich andere genießen einfach nur das Herumdrehen. Alles ist so harmonisch. Das Tageslicht scheint in den Tanzsaal, es ist Mitternacht.

Dieser Roadtrip wird unterstützt von der Destination Schwedisch Lappland und der Autovermietung Hertz. Gegen Mücken schützt uns Kleidung von Craghoppers mit der Serie nosilife. Vielen Dank an den Ort Yllas für Unterkunft und Aktivitäten.

Papa

Jan Marquardt ist als Papa von Merle und Morten gut ausgelastet. Hat aber doch noch Zeit sich als Videograf, Blogger und Journalist mit all den spannenden Themen zu beschäftigen, die ihn an neue virtuelle und reale Orte führen. Das ein oder andere Foto hat er auch schon zum Blog beigesteuert. Und viele Texte von unterwegs versehentlich als Geertje Jacob eingeloggt veröffentlicht, daher steht in den Texten meist noch ein extra Hinweis auf seine Autorenschaft. Falls nötig :)

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