Frauen-Wanderung

Von Jan:

Geertje will mit Merle eine Frauen-Wanderung machen. D.h. ich und Morten bleiben, zwecks Mittagsschläfchen und Happi, happi und weil die Damen auch mal was allein unternehmen wollen, können sollen, zu Hause.

Ich verbringe die Zeit mit einen kleinen Einkauf (Nagelschere, weil wir bald alle aussehen wie Edward mit den Scheren-Händen. Unsere mitgenommene Nagelschere ist verschwunden und nicht mehr aufgetaucht.). Morten füttern, Morten spielen, Morten wickeln,  Morten schläfchen, Morten spielen, Morten wieder füttern, Morten wieder wickeln, Morten in den Autositz basteln und zum Treffpunkt fahren.
Dort finde ich zwei etwas erschöpfte Wander-Damen.

Geertjes Wanderungsschilderung

Wir werden an einem Aussichtspunkt, Miradouro, 400 Meter über dem Meer abgesetzt. Die ausgewählte Wanderung soll leicht sein, 2 stunden dauern und 6,3 km gehen, hauptsächlich am Meer entlang. Wir planen 3 Stunden ein und sind mit den Männern am Zielort um 14 Uhr verabredet.
Es geht los den ‚alten Weg’ durch einen Wald bergab. Für Merle ist es etwas unheimlich. Alte Bäume, Lavastein-Mauern, Laub auf der Erde, man muss schon ordentlich aufpassen, wo man seinen Fuß hinsetzt, man kann leicht bergab rutschen. Der Blick öffnet sich auf das Meer und die gegenüberliegende Insel ‚Sao Jorge‘. Eine Kuh steht auf dem schmalen Weg… da sie es nicht schafft, auf die Weide eine ‚Stufe runter,  gehen wir eine Stufe höher, klettern eine Lavasteinmauer hoch und hinter  der Kuh wieder runter. Wir sind unten angekommen und erreichen unseren ersten Picknickplatz am Meer, essen Brötchen, bauen ein Eidechsen-Haus und bestaunen einen Gezeitenbrunnen.

Es geht weiter durchs Dorf, ein Stück Straße und dann wieder einen ‚alten Weg’. Der Wanderweg ist gut ausgeschildert PIC7 heißt er und die Streifen rot und gelb zeigen den richtigen Weg an , wenn sie parallel sind und wenn man auf dem falschen Weg ist, kreuzen sich die Streifen. Wir kommen an eine kleine Bucht mit einem Naturschwimmbecken, haben aber keine Badesachen dabei. Dann einen schmalen Pfad an der Steilküste entlang zum nächsten Ort Santo Amaro, wo es ein kleines Museum gibt, davor ist ein Wal und wir sind doch pünktlich nach knapp drei Stunden da, ganz schön geschafft, Merle hat am nächsten Tag Muskelkater. Wir kaufen ein Eis in einem kleinen Cafe, die Bedienung fragt, ob wir Deutsche sind und sagt „Danke“ und „Bitte“. Ja, alle sind immer begeistert von Kindern, streicheln sie und freuen sich.

Von Jan:

Ich hab zwischen Morten füttern und Morten spielen ein Kaffee-Picknick vorbereitet, das jetzt gierig verschlungen wird. Der Picknickplatz in der Nähe von Santo Amaro gleich Richtung Steilküste durch seine turmartige erstarten Lava-Felsen ein wenig DimmuBorgir in Island und bietet sich mit dem Atlantik im Hintergrund gut als Foto-Motiv an.

Die Mädels möchten dann doch noch mal ins Wasser uns so fahren wir zu einem Natur-Becken, in das das Meerwasser strömt. Ich hab Morten auf den Schultern, als ich von extrem stumpfen Untergrund unversehens auf eine ultra-glatte vermooste Stelle trete und mit samt Baby einen Abflug mache. Und zwar im hohen Bogen. Ich kann nicht mehr nachvollziehen wie sich unsere Körper beim Sturz verdrehten aber mehr als ein Schrecken für alle Beteiligten scheint nach eingehender Untersuchung, nicht passiert zu sein. Morten kleiner Kratzer am Kopf, ich kleiner Kratzer am Bein. Glück im Unglück. Puh.

Wir fahren danach doch noch schnell nach Hause ohne Baden und Merle und ich gehen später dafür in den warmen Pool beim Haus. Geertje macht noch eine Wanderung an die Küste um Gischt zu fotografieren. Und ich mach Nudeln mit Bolognese aus dem Glas verfeinert mit Gemüse. Lecker.

Nachtrag: Morten bekommt Oben gleichzeitig Vier Zähne. Um Neun schläft er daher immer noch nicht. Ist aber ab einem bestimmten Punkt extrem gut gelaunt. Kann man einem solchen Kind böse sein?

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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