Erster Langlauftag in Venabu

Geschäftiges Treiben um den Skistall herum. Alle leihen Equipment bzw.  bereiten ihrer Skier für die Asufahrt vor: wachsen, wachsen, wachsen. Ich schleppe meine Familie auch in den Skistall, damit alle die richtigen Bretter für Venabu bekommen. Es gibt Backcountry Ski, die etwas breiter als normale Langlaufski sind und Stahlkanten haben. Sogar für Morten die richtige Länge und die richtige Skigröße – wie süß. Es sind einige kleine Kinder hier unterwegs und hin und wieder sieht man dann kleine Familien in den Loipen. Manchmal ziehen die Eltern auch einen Pulka, das ist ein Schlitten, in dem Babys und sehr kleine Kinder warm eingepackt durch die Winterlandschaft transportiert werden.

Hummeln im Ski Hintern in Venabu

20151228-DSC_2794Mein Mann will alles ganz ruhig angehen und ich habe Hummeln im Hintern trotz meines immer noch lädierten Knies und will meine Familie in die Loipe kriegen. Die Aussicht auf den Myen, den höchsten Berg hier und andere Gipfel des Rondane Nationalpark ist atemberaubend. Einige Wolken und Dunst hängen unter den Bergspitzen. Eine ander Familie empfiehlt uns für den Anfang eine sehr flache Strecke, ein ganzes Stück neben der Straße und dann in die Landschaft hinein. Die erste Hürde ist jedoch ein kleiner Abhang, wo sich wohl jeder auf den Popo setzt, denn mit Langlaufskiern lässt sich nicht so gut und stabil in den Schneepflug gehen, wie mit den gewohnten Alpinski. Merle und ich haben ja schon etwas Erfahrung und warten auf unsere Männer. Morten hat es ziemlich schnell raus komischerweise ohne Stöcke in der Loipe zu fahren. Jan stakst so vor sich hin und am ersten Wegkreuzungspunkt muss erst einmal ausdiskutiert werden, ob die Tour für den ersten Tag nicht schon lang genug war. Nein war sie nicht, finde ich. So geht es noch ein paar hundert Meter weiter bis Morten ein Umkehren vorschlägt, großes Hallo und Gejubel. Ich hatte eigentlich vor, mindestens doppelt so weit mit der Familie durch die fantastische Landschaft zu fahren. Nun füge ich mich und glaube, dass es noch viel zu erleben gibt. Kurz vor dem Hotel treffen wir noch auf ein paar Hunde, die gerade von einer Hundeschlittentour zurück sind.  Die Huskies sind auch immer wie ein großer Kindermagnet bei uns. Alle sind danach erledigt und es gibt erst einmal ne Runde Mittagsschlaf.

Pferdeschlittentour in Venabu

Nachmittags haben wir schließlich noch einen wichtigen Termin. Pferdeschlittenfahrt mit Fackeln. Um 16 Uhr ist es dunkel und die großen Gefährte mit den kräftigen Pferden vorneweg haben ihren eigenen Parkplatz, gleich über die Straße.

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Die Bänke sind mit Rentierfellen belegt. Die Kinder dürfen gleich vorne mit auf dem Kutschbock sitzen – obwohl es ja keine Kutsche ist. Wir fahren eine große Runde durch die einsame eisige Landschaft, in der in vergangenen Jahren der Schnee fast Meterhoch lag und jetzt ganz ungewöhnlich noch Sträucher aus dem Schnee herausgucken. Aber zum Skifahren reicht es allemal.

20151228-DSC_2831Am Ende der Tour gibt es in einer Holzkota Glögg und Lagerfeuer. Hauke, ein junger Typ aus Kiel bewirtet uns hier. Schon im Sommer arbeitete er hier und kehrte jetzt im Winter zurück. Ein paar abenteuerliche Typen trifft man so in der Belegschaft.

Wir tummeln uns noch ein bisschen im Hotel, die Große freundet sich mit gleichaltrigen Jungs beim Billard an, Morten probiert alle Puzzle in einem gemütlichen Fernsehraum. Dann gibt es auch bei uns im Seitenflügel Abendbrot.

Draußen herrschen heute angeblich bis minus 16 Grad und es fängt auch an windig zu werden. Deshalb heißt es jetzt immer gut eincremen auch wenn wir dann aussehen wir die Speckschwarten.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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