Vergnügungspark Särkänniemi – Achterbahn und andere Entdeckungen

[Werbung, da unterstützte Recherche] Ein Möcki in der Nähe von Tampere und der Vergnügungspark Särkänniemi sind heute Zentrum unseres Reiseberichts aus Finnland. Die Nordicfamily ist auf einem Roadtrip von Schweden über Finnland nach Estland.

Unter einem Möcki in Finnland kann man eine kleine Holzhütte im Wald verstehen, aber auch ein relativ luxuriöses Blockhaus am See. So haben wir es dieses Mal getroffen. Das Blockhaus befindet sich in der Nähe von Urjala. Abends riecht es nach Dung von den umliegenden Feldern und morgens scheint die Sonne direkt auf den Balkon und ins Wohnzimmer.

Vergnügungspark SärkänniemiDas Ferienhaus ist etwas erhöht gelegen und die Kinder laufen fröhlich barfuß die 30 Meter runter zu unserem Privatstrand mit Kieseln. Dort liegt unter anderem auch ein weißes Ruderboot mit hölzernen Rudern.

Auf unserem Weg hierher von Helsinki haben wir noch einige Entdeckungen gemacht, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Kleiner Rückblick: Roadtrip-Entdeckungen zwischen Helsinki und Tampere

IttalaDa wir wie gewöhnlich, dass Ferienhaus erst gegen 16 Uhr beziehen können, machen wir noch gemütlich ein paar Zwischenhalte. Ich entdecke auf einer Landkarte den Ort Ittala und meine Design-Alarmglocken schlagen los.
Es ist DER finnische Ort für Glasproduktion. Es gibt das größte Glaswerk in Finnland und die Alvar Aalto Vase, die wie eine Amöbe geformt ist, wurde in aller Welt berühmt. Mich triggert der Outlet Store, aber natürlich auch die Möglichkeit, dort einiges anzuschauen.

In den 50er Jahren entstand der Begriff „Finnish Design“, dem Reinheit des Stils und eine einfache Formensprache charakteristisch waren. Das Glasdesign Ittalas erreichte Weltruf. Heute ist Ittala ein Teil von Fiskars und die Linie mit dem kleinen „i“ sieht man sogar in deutschen Läden.

Glas und naive Kunst

Der Weg zu unserem Ziel ist gut ausgeschildert und so erreichen wir bei äußert sonnigem Wetter ihr Ziel. Gleich hinter dem Outlet Store eröffnet sich das historische Fabrikgelände mit einem Designmuseum, einer Schokoladenfabrik, einer Kunstausstellung und einem Häuschen mit einer Keramikausstellung. Ich schlendere durch das Designmuseum der Ittala Glasfabrik und erfahre, was hier seit dem späten 19. Jahrhunderts und vor allem wie produziert wurde. Einige Serienprodukte aus früherer Zeit sehen erstaunlich modern aus. Die Ausstellung fokussiert sich auf das goldene Zeitalter finnischen Designs. Köpfe dahinter waren Tapio Wirkkala und Timo Sarpaneva. Die Ausstellung im oberen Teil des Gebäudes konzentriert sich auf die Werkzeuge und Herstellungstechnologien in der Glasfabrik.

IttalaDie Familie wartet draußen auf einem schattigen Spielplatz, als ich meinen Rundgang beendet habe. Gemeinsam besuchen wir ein altes Holzhaus, in dem auf mehreren Etagen eine Ausstellung zur naiver Kunst zu sehen ist. Jan und Merle sind besonders fasziniert von den farbenfrohen und detailreichen Werken zeitgenössischer Maler.

In der Keramikausstellung ein Haus weiter stöbern wir etwas und die Inhaberin des Ladens empfiehlt uns einen weiteren schönen Ort zum Verweilen mit Kunstgenuss. Pappilan Sunday Shop Ittala. Und tatsächlich finden wir das alte Pfarrhaus aus alten knorrigen Holzbänken. Super schön eingerichtet als Café und Laden mit handwerklichen Produkten. Außerdem ist eine Ausstellung zu sehen, die sich mit einer Surfergeschichte beschäftigt. Der Deutsche Christian Jütte knetete für die Ausstellung Surfer Figuren. Wir essen jeder ein hausgemachtes Eis. Und wenn dieser Ort nicht für die geschmackvolle Kunst berühmt ist, dann doch für das Eis.

Ittala

In diesem Sommer Cafe wird hausgemachtes Eis verkauft von Sorbet und vielen Sorten Milcheis gibt es so einiges. Ich kann mich kaum entscheiden und nehme dann doch ein Lakritzeis. Herrlich zum Kaffee aus einer Sammlertasse. Dann kommen wir mit der Betreiberin ins Gespräch. Auf einem Aquarell Lageplan zeigt sie uns den Künstlergarten. Dort schlendern wir an Holzskulpturen und Kuriositäten vorbei. In das hohe Gras sind Wege gemäht und eine Hollywoodschaukel lädt zum Verweilen ein.

Kunst und Eis

Wir bekommen noch einen Tipp ein klener Ort in der Nähe mit einem netten Scheunen-Flohmarkt.
Ein paar Kilometer weiter finden wir auch diesen an der Haapsamontie (Ausgeschiedert ab de Strasse 2853). Mitten im Nirgendwo öffnen die großen Garagentore nur am Wochenende und geben Krims Krams frei, von alten Schallplatten über Klamotten bis zu Werkzeugen und Möbeln.

Ittala

Wir wissen nicht wirklich was dieses Schild auf dem kleinen, privaten Flohmarkt versucht uns sagen (vielleicht nur die etwas längere Erklärung, wie man zum Klo kommt), aber man bekommt einen Eindruck von der finnischen Sprache.

Wir finden hier zwar nichts was wir kaufen möchten, aber freuen uns das unsere „Wir-entdecken-tolle-Orte-durch-Empfehlung-von-Einheimischen-direkt-vor-Ort“-Methode mal wieder funktioniert hat.

In unserem Haus am See freuen wir uns daher auf die Empfehlungen von visitTampere und visitFinnland für unseren heutigen Ausflug nach Tampere.

Es geht über gewundene Landstraßen zwischen Holzhäusern und einigen Feldern, entlang an den violett blühenden Straßenrändern und dann auf die Autobahn.

Nach einer dreiviertel Stunde sehen wir schon einige Stadthäuser und Baukräne in der Ferne und gleich sind wir in der Stadt Tampere. Durch Baustellen und veränderte Verkehrsführung ist es etwas schwierig, den richtigen Weg zum Vergnügungspark Särkänniemi zu finden.

Der Aussichtsturm am Vergnügungspark Särkänniemi

Vergnügungspark Särkänniemi

Wir parken und nehmen wie einige andere Gäste den Asphaltweg bergauf zu einem markanten Turm. An den Eintrittskassen kann man „Armbänder“ als Eintrittskarten in verschiedenen Kategorien erwerben: Es gibt Kombiticketes für das Planetarium, Aquarium, Vergnügungspark und die kleine Siedlung Dogville.

Als wir alle unser „all-you-can-ride“ Armband umgebunden haben, betreten wir das Gelände des Vergnügungspark Särkänniemi. Da alle Fahrgeschäfte erst um 12 Uhr aufmachen, nehmen wir zunächst die Gelegenheit wahr, mit dem Fahrstuhl hoch hinauf auf den Aussichtsturm zu fahren.

Wir staunen, wie schnell wir oben sind. Die Kinder laufen flink zu den großen Panoramafenstern und identifizieren sogleich jedes einzelne Fahrgeschäft des Vergnügungsparks Särkänniemi. Hier müssen wir und dort auch noch.

Wir Eltern lassen unseren Blick etwas weiter schweifen. Wir träumen vom Segeln und Boot fahren auf dem riesigen See Näsiselkä. Es sieht von hier oben fast aus, als würde Tampere an einem Meer liegen, so weitläufig ist die Wasserwelt.

12 Uhr Start in einen Tag Vergnügungspark Särkänniemi in Finnland

Jetzt wird’s wild

Wir waren ja bisher noch nicht so viel in Vergnügungsparks unterwegs. In Dänemark haben wir mal einen spektakulären Park erlebt und da bin ich auch das erste Mal Achterbahn gefahren. Von daher weiß ich, dass ich es irgendwie überstehe, aber nicht besonders mag. Wir kennen auch schon das System, dass man für verschiedene Attraktionen auch eine bestimmte Körpergröße erreicht haben muss. Schnell checken die Eltern, dass der kleine Morten für einiges noch zu klein ist, die Mama eine gehörige Portion Respekt hat und die Große mit ihren fast 160 alles fahren darf und auch riesen Lust dazu hat – nur nicht allein.

Ächz, Uff… die erste Attraktion nehme ich noch ganz gelassen. Mit Merle und Morten nehme ich die Wasserachterbahn Tarim Joki. Man sitzt hintereinander in baumstammartigen Gondeln, die hochgezogen werden und dann in einen Fluss hinab rauschen und mit einer großen Welle enden. Wir sind schön erfrischt und ganz schön nass nach dieser Fahrt. Alle sind begeistert und ermutigt, weitere Fahrgeschäfte zu erkunden.

Jedoch wird es etwas krasser: zweireihig fahren Motorräder über eine Achterbahn. Es sieht natürlich nur so aus wie Motorräder. Merle schleppt mich da rein. Morten hat noch zu viel Angst. Verstehe ich. Wir stellen uns an und werden in die Motorradsitze regelrecht eingequetscht. Nach vorne gelehnt, fühle ich mich aber auch einigermaßen sicher. Mit einem großen Ruck und einer wahnsinnigen Beschleunigung lehnen wir uns in die erste Kurve. Wir rasen zwei Runden durch schleifen, bergauf und bergab und wissen nicht, wo uns die Sinne stehen. Krass. Schlecht ist mir nicht, jedoch muss ich es auch nicht gleich nochmal haben. Da die ganze Fahrt nicht besonders lange dauert, habe ich gar keine Zeit groß darüber nachzudenken. Kaum sind wir aus dem einen raus, werde ich in die nächste Bahn gezerrt, Tornado, Hype und ähnliche Namen tragen diese geschlungenen Stahlgerüste an denen in Lichtgeschwindigkeit Gondeln entlangrasen. Alle geht so schnell, dass man gar nicht so recht zu sich kommen kann.

Spass auch für den kleineren im Vergnügungspark Särkänniemi

Morten ist ganz schön traurig, dass die thrilligsten Sachen , nur für die großen Mädchen sind. Der Papa läßt sich zu keiner Fahrt hinreißen. Stattdessen gehen wir nach den großen Fahrt erst einmal ins Restaurant Reimu. Dort gibt es ein echt leckeres Salatbuffet und Streetfood. Wir sind froh, im kühlen Restaurant zu rasten. Denn auf dem Gelände des Vergnügungsparks gibt es kaum Schatten und wer hätte das gedacht, dass in Finnland in diesem Sommer auch schon viele Tage und Wochen so heiß ist wie in Deutschland, nämlich um die 30 Grad.

Ich muss immer wieder die Kids ermahnen, ihre Schirmmützen aufzusetzen.

Während Merle und Jan noch gemütlich futtern, drehe ich mit dem kleinsten noch einmal eine exklusive Runde durch den Angry Birds Park. Der Parkteil bietet für etwas kleinere Kinder viele Attraktionen, viele kleine Karussells und einen besonders spannenden Angry Birds Spielplatz.

Morten ist wieder besänftigt, als wir in coolen alten Oldtimer Autos eine kleine Strecke auf Schienen abfahren. Mittlerweile hat auf der großen Bühne im Vergnügungspark Särkänniemi eine Show mit Akrobaten und Artisten begonnen. Wir gesellen uns zu den Zuschaern bevor wir weiter ziehen. Am Ende läßt sich der Kleine doch noch zu der Motorrad-Achterbahn hinreißen und die Geschwister fahren zusammen noch einmal die Wasserrutsche Joki.

Der Parkteil Dogville im Vergnügungspark Särkänniemi

Jan bemerkt bald, dass wir einen ganzen Parkteil noch gar nicht besucht hätten. Also schlendern wir rüber nach Dogville. Dabei streifen wir das Planetarium und das Aquarium, was bestimmt bei schlechterem Wetter einen Besuch wert ist und zeigen einem als Hund kostümierten Mitarbeiter unsere Eintrittsarmbänder. Hier in Dogville ist alle super gemütlich. Viele Tiere in kleinen Gehegen können angeschaut und gestreichelt werden. Unsere Kinder laufen mit einem Aw und Oh von Tier zu Tier. Ponys, Enten, Schafe, dicke Schweine und Welpen, von denen sich Merle gar nicht losreißen kann. Den Kleinen zieht es eher zu einer Schlussruine mit innenliegendem Abenteuerspielplatz.

Vergnügungspark Särkänniemi

Ich gönne mir einen Softeiskaffee und warte im Schatten. Jan bemerkt, dass es schon bald Abend ist und wir noch ein Stündchen in unser Möcki brauchen.

Als guter Tipp stand heute eigentlich noch ein Saunabesuch auf dem Plan. Aber erstens ist uns schon heiß genug und zweitens sehen wir uns alle nach einem Bad im See an unserem Möcki nach dem turbulenten Tag im Vergnügungspark Särkänniemi.

Fix und fertig vom Geschwindigkeitsrauch und der Sonne sitzen wir im Auto.

Im Möcki angekommen, stürzen wir runter zum Steg und nehmen ein kühles Bad.

Und weil es so schön und einfach ist, heize ich doch noch die Sauna mit trockenem Birkenholz an. Während Jan kocht, baden wir abwechselnd im See und schwitzen in der schönen Sauna im Blockhaus.

Am Abend gibt es dann noch eine kleine Krise, da im Reisegepäck die Festplatte mit den Filmen nicht zu finden ist. Das Gute daran: es werden doch wieder Spiele raus gekramt und die Kinder werfen abwechselnd flache Steine ins Wasser und schauen ihnen verträumt hinterher, wie sie über den See springen.

Wie unser Roadtrip in Schweden begann, kannst du hier nachlesen.

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  Unterstützt von visitFinnland und Visit Tampere.

Der Besuch im Vergnügungspark Särkänniemi war ein echtes Highlight in der finnischen Stadt Tampere.

 

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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