Tag 25: Abenteuer Heimreise

DSC_019902.10.2010:  Was für ein Tag..aber zuerst: Was für eine Nacht. Das Schiff flog. Um 2 Uhr Nacht wurde ich wach von krachen des Schiffes. Schon während des Sturms am Tage hatten wir uns an riesige, langwellige (nicht langweilige!) Wellen „gewöhnen“ können. Sobald die Wellenlänge die des Schiffes überschreitet knallt der Bug regelmäßig in die Wellen und taucht so tief ein, das die Gischt alle Fenster einhüllt. Kein Fensterputzer weit und breit.

Nicht überraschend, dass es vielen sehr schlecht geht. Manche hatten schon nach der ersten Sturmnacht überlegt von den Färöer Inseln mit dem Flugzeug nach Kopenhagen zu fliegen. Doch diese dritte Nacht schlägt die vorangegangenen um Längen, wenn auch nur kurz. Das Schiff knarzt und kracht in enorm hoher Frequenz in die Wellen. Man sieht nichts aber man fühlt das selbst Mitschiffs man sich fast am Bett festhalten muss. Kurz steigt eine gewisse Beunruhigung in mir auf,  als zwar das „Fahrstuhl fahren“ und dafür das, wie ich finde schlimmere, „rollen“ anfängt. Merle schläft trotzdem (oder deswegen?)  tief und fest. Selbst als morgens um 6 die Ansage über den Lautsprecher kommt, man möge bitte bis um 7 die Kabine geräumt haben, da das Schiff um 9 ankäme.

Die Logik können wir nicht nachvollziehen und ich hatte mit Marc schon am Abend beschlossen, Nö, so ein Quatsch machen wir nicht mit. Warum sollen wir 2 Stunden sinnlos auf den Gängen des Schiffes rumhängen. Marc geht auch prompt um 6.05 zur Rezeption und Beschwert sich heftig. Um die Sache rund zu machen kommt 10 min. später die Ansage, das Schiff würde erst um 10.45 ankommen und man könne daher bis 7.45 in der Kabine verweilen – wie großzügig. Ich denken „Nee“, und gehe es langsam an. Merle hat eh keine Lust aufzustehen.

Dann aber versammeln wir uns alle gegen 9.00 Uhr in der Cafeteria. Merle und Geertje machen einen auf gemütlich vorlesen, Jan Marc und Renate gehen wieder an Deck um Dänemark zu begrüßen. Ich beschließe aufgrund der Verspätung, die unseren Bahnanschluss unmöglich werden lässt, einen Mietwagen ab HH zu organisieren, was mit mir schnell gelingt. Mein bestimmtes Auftreten (frühes Aufstehen ohne Grund macht mich nicht zum umgänglichsten Zeitgenossen!) an der Rezeption führt dazu, das ich das Boardtelefon ohne Verzögerung in die Hand bekomme mit dem kleinlauten Satz „Aber bitte nicht zu lange“, den ich aber sofort mit einem Lächeln ignoriere und den Stewart genauso bestimmt bitte mir die Telefonnr. von Sixt aus dem Internet zu suchen.  Das hatte ich damit geklärt. Um 1215 deutsche Zeit verließen wir –übrigens Rückwärts die Rampe runterfahrend (fragt nicht….) das Schiff.

530 Kilometer bis HH vor uns. Nach ausgiebigem Tanken und einem Fahrerwechsel erreichten wir dann gegen 1830 endlich das Autohaus an dem wir unsere liebgewohnen FamilienLandrover abgeben mussten. Vorher noch getankt und abgekerchert und schon saßen wir im Taxi zur Reeperbahn, wo der 24 h Sixtservice angesiedelt ist.

Dann die Überraschung. Ich hab um unsere Reisekasse zu schonen lapidar einen Kleinwagen bestellt. Ich hätte präziser sein sollen. So standen wir vor einem Zweisitzer Caprio. In den weder unser Gebäck noch Merle wirklich gut reingepasst hätten. Der Sixtmitarbeiter, kam zufällig dazu, sah das Problem und bot uns ein anders zweitüriges Fahrzeug an , das aber immerhin kein Zweisitzer war. „Aber es ist nicht ausgesaugt.“ Das war uns total egal, wie man sich denken kann. Alles Gebäck rein. Und dann noch was auf der Reeperbahn gegessen. Nach dem ganzen hin und her und Merle mit Windeln ausstatten usw. waren wir um 2100 endlich auf der Autobahn Richtung Potsdam. Ich fuhr zügig durch und um 2315 bogen wir endlich in der Otto-Erich-Str. ein. Merle schlief und wir sind jetzt auch in jeder Hinsicht Fertig.

Bis bald…

 

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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