Von Bellykeeran zur Pferde/Esel-Farm mitten im Nirgendwo bei Wicklow.

Dank Autobahn kamen wir bis zur Abfahrt Ashford südlich von Dublin schnell voran. Doch ohne Navi war, unser Ziel, die Clissmann Farm, in den vielen winzigen nicht weiter benannten unverschuldeten Strässchen einfach nicht zu finden. Auf Nachfrage half uns ein Anwohner in dem vor fuhr und uns so hinleitete.
Angekommen. 1400. Während wir das Zelt aufbauen, freundet sich Merle mit Annika aus Hongkong an und war den Rest des Tages mit ihr auf der Pferdewiese unterwegs. Die Sonne scheint bei 23 Grad. Darauf müssen wir uns auch erstmal einstellen. Merle im Kleidchen, ich mit kurzen Hosen. Die Sonnencreme wird ausgepackt und Morten mit einer Mütze ausgestattet.

Tag1 Clissmann Caravan Farm
Im Gegensatz zum warmen Tag war die Nacht sehr kühl und Sternenklar.
Doch die Sonne heizt das Auto schnell wieder auf. Nachdem Frühstück begleiten wir die beiden Planwagenfamilien zur Ausbildungsstunde bzgl. Pferde ausstatten und vor den Wagenspannen.  Viele Handgriffe, die es in der richtigen Reihenfolge zu machen gilt. Muss ich mir zum Glück nicht merken. Interessant ist es aber allemal. Dann gibt es Mittag bei den anderen und Morten ist einfach mal mit. So sind unsere hungrigen.

Geertje

Die Pferde, Esel und das Mädchen

Vielleicht haben wir uns gerade in einen Urlaub verliebt, den wir gar nicht gemacht haben: Urlaub im Planwagen mit Pferd.

Wir wachen in unserem Zelt auf und hören ein lautes IA von der Weide 3m von uns entfernt, Hufegetrappel, Vogelgezwitscher. Wir sind mitten in den Wicklowmountains, an einem Samstag zu Besuch bei Familie Clissmann, die das Unternehmen Clissmann Caravan betreiben. Sie haben Pferde, Esel und Planwagen und bieten sowohl Planwagentouren , als auch Eselwanderungen an. Unsere Tochter weiß seit der ersten Stunde, welcher Esel ihr ‚Esi’ ist und welches Pferd ihr Lieblingspferd.

Schon gestern Abend war es kein Problem, sich unter dem Elektrozaun durchzubewegen und die Pferde und Esel zu besuchen, sich mit ihnen zu unterhalten, sie zu füttern. Merle schließt schnell Freundschaft auch mit anderen Kindern von Familien, die morgen eine Planwagentour starten und die ganze Schar ist schnell auf der Weide hinter dem Hügel verschwunden.

Heute morgen ist eine Einführung angesagt, wie pflege ich das Pferd, wie spanne ich es an und wieder aus, wie und wann füttere ich das Tier, was mir den ganzen Tag dient.

Tatsächlich haben wir großen Respekt vor all den Details , die es zu beachten gibt. Die Familien, die heute aufbrechen, bannen sicherheitshalber alles auf Videofilm, damit sie nichts vergessen. John, vom Hof, erklärt alles genau. Merle ist immer vorne dabei, etwas zu probieren und mit zu machen. Wir stehen im Schatten von großen Unterständen, im Schatten ist es etwas kühl, es scheint aber ein warmer wolkenloser Tag zu werden. die Kleinsten rattern auf Plastiktraktoren über den Beton.

Gegen Mittag erfahren wir, daß alle sehr beschäftigt sind mit den Tieren und den Vorbereitungen der Abfahrt der zwei Planwagen, deshalb entscheiden wir uns erstmal, einen kleinen Autoausflug zu machen, bevor wir unseren Eselspaziergang machen.

Der Kleinste soll auch seinen Mittagsschlaf machen und der Größte will was zu essen. Wir visieren Wicklow Stadt an. An den Menschenmengen, Dublinausflüglern und anderen sommerlich gekleideten Menschen merken wir, dass Samstag ist. Trotzdem ist es wiedermal beeindruckend, die Steilküste, diesmal im Osten, zu sehen, den Seewind zu spüren. Das Wasser ist so klar, dass wir Lust haben zu schnorcheln. Merle beobachtet die Angler.

Der Hunger siegt und es geht weiter.

Der Kleinste schläft und wir visieren eine weitere Sehenswürdigkeit an, den Rapunzelturm in Glandelough. Schon einige hundert Meter davor beschließen wir ob der Masse von Autos, Bussen und Besuchern umzukehren. Schnell wieder zus Basis, auf den Hof.

Es ist Hochsommer, heiss, kaum Schatten, dass haben wir tatsächlich nicht erwartet und müssen aus der hintersten Ecke unsere sommerlichen Klamotten herauskramen. Merle ist sehr erfreut, ihr Einhornkleid zu sehen.

Wir trinken Wasser und suchen den Schatten, Merle freundet sich gleich wieder mit neuen Gästen an und dann sollte es endlich soweit sein.

Merle darf selbst mal einen Esel führen.

Eine Frau aus Deutschland, die morgen ihre Eselwanderung beginnt, dreht auch eine Proberunde.  Davor müssen die Esel aber schön gestrieglet werden, Pam hat noch eine Menge Winterfell, was rausfällt und deshalb das Bürsten wirklich effektiv macht. Alle Kinder auf dem Hof sind mit Begeisterung dabei.

Die beiden Tiere sind angeblich ‚best friendes’ und wollen immer zusammen irgendwohin laufen. Das hilft. Merle hat ganz schön zu tun, den Esel in der Spur zu halten, manchmal will er auch am Wegesrand fressen oder ist schneller weil der andere Esel weit voraus ist. Das wichtigste ist, den Strick schön eng zu halten und den Rest locker in der Hand zu halten, nicht um sich herumschlingen!

Ich vermute, Merle hat Respekt vor ihrem Kuschelesel bekommen, der auf der Weide so anhänglich war, und jetzt auch mal sehr eigenwillig sein kann.

Nach einem schattigen Spaziergang sind wir dann auch wieder auf dem Hof.

Abendessen vom Campingkocher, alle haben etwas Sonnenbrand und kuscheln sich müde von der Landluft in die Schlafsäcke.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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