Winter in Kanada mit Familie

Wir wollen den echten Winter in Kanada mit Familie erleben bei Schneeskulpturen Symposien mitarbeiten und vor Kälte bibbern. Wir fliegen über Grönland hinweg, um in das Herz Kanadas zu gelangen. Diesmal ist das Schneeskulpturteam „International Snowflake“ gleichzeitig ein Familienteam, Jan, Morten und ich fliegen zu unserer kanadischen Freundin Carole, um mit ihr zwei Skulpturen zu erschaffen.

Banff in Alberta Kanada

Winter in Kanada mit Familie: Unsere Reise von Berlin nach Alberta

Vor dem Silverskate Festival in Edmonton haben wir noch zwei Tage Zeit, um die Gegend zu erkunden. Weil ich im vergangenen Jahr den Banff Nationalpark in Alberta am Rande der Rockies so beeindruckend fand, muss ich in diesem Jahr gleich meine Family hier herschleppen. Deshalb geht es am Tag nach unserer Ankunft auf kanadischem Boden mit einem Mietauto von Edmonton gen Westen. Flaches Land, kaum vorzustellen, dass hier irgendwann mal 3000er um uns herum erscheinen sollten. Auf dem Weg nach Banff treffen wir noch unsere Künstlerfreunde Brian und Dawn in Red Deer mit ihrem Hund Despero. Ein kurzes intensives Aufeinandertreffen, mit jeder Menge kulinarischer Highlights. Die beiden haben sich ins Zeug geschmissen, um uns eine perfekte Pause vom Roadtrip zu bescheren. Die hatten wir nötig, denn die Adresse, die ich von den beiden hatte, war nicht ganz eindeutig. Eine Stunde sind wir um die kleine Stadt gefahren und über die Highways bis wir die richtige Abfahrt gefunden haben. Verrückt, dabei bin ich doch schon mal dort gewesen.

Winter in Kanada mit Familie
Winter in Kanada mit Familie – Alberta

Winter in Kanada mit Familie: Magische Momente auf der Banff Gondola beim Nightrise

Am späten Nachmittag erreichen wir den Banff National Park
Ein kleiner Skiort mit jeder Menge gemütlicher Läden und endlich den 3000ern um uns herum. Wir sind erstaunt, obwohl wir die Bergkette nun schon eine Weile am Horizont erahnt haben.
Das I Tüpfelchen ist nun die Fahrt mit der Banff Gondola. Eine kleine Skigondel bringt uns steil bergauf auf den Sulfur Mountain. Hier oben gibt es ein mehrstöckiges Haus mit Panoramafenstern, Souvenirshop, Cafe und einer Ausstellung.

Es ist fast Sonnenuntergang und wir stehen staunend auf der Holzterrasse. Großes Kino „Boa“ und „Ahhhhh“ als wir uns umschauen. Ich kann gar nicht genug kriegen und überlege, wie ich die eindrücklichen Giganten mit der Kamera porträtiere.

Winter in Kanada mit Familie NIghtrise Gondola
Winter in Kanada mit Familie Nightrise

Jan und Morten sind ganz schön fertig vom Jetlag und der langen Reise, sie können das Erlebnis deshalb nicht voll genießen. Jedoch schaffen wir es gemeinsam über einen langen Bordwalk mit Dutzenden Treppenstufen auf den Nachbargipfel.
What to Know About Nightrise

Nun versinkt die orange Sonne zwischen den Wolken und den Bergspitzen auf der gegenüberliegenden Talseite im Westen. Die schroffen Gipfel sind schneebedeckt und scheinen mir wie eine Filmkulisse. Als ich zurück trödele bemerke ich schon Musik und bunte Lichter auf der Terrasse der Mountainstation. Bewegte Bodenprojektionen, Feuerschalen und Sound kreieren eine eindrückliche Atmosphäre. Ich fange an zu träumen und wandle durch die innenliegende Ausstellung, erfahre etwas über die indigene Bevölkerung, ihre Interpretation der Nordlichter und anderer Naturphänomene. Zusammen sehen wir im Kino noch einen kurzen Film über das Land und die Menschen hier, über die Stoney Nakota, einer der indigenen Stämme.

Auch mich erwischt der Jetlag und als es schließlich ganz dunkel ist, nehmen wir die Gondel nach unten. Wir schweben im Dunkeln über dem erstrahlenden Ort Banff. Viele kleine Lichter sind hier inzwischen angegangen

Im Nachbarort Canmore ziehen wir in unsere Ferienwohnung ein und genießen viel Raum auf zwei Etagen, eine echte Küche und ein bisschen Schlafenszeit, um den Jetlag zu verarbeiten.

Der sorgt auch dafür, dass wir am kommenden Tag schon sehr früh wach sind, allesamt, auch der Teenager.

Kanada im Winter mit Kind erleben: Gefrorene Wasserfälle und Winterwanderung mit Guide

Heute haben wir eine Verabredung mit Discover Banff Tours. An der Trainstation von Banff werden wir mit einem kleinen Reisebus eingesammelt und wir fahren Serpentine um Serpentine tiefer hinein in die Berge. Diese Rocky Mountains bei Tageslicht jetzt noch imposanter als gestern Abend. Der Himmel strahlt uns blau entgegen und es ist nicht allzu kalt. Ich erinnere mich an das vergangene Jahr, wo ich in dieser Gegen minus 30 Grad erlebt habe.
Wir gehen auf eine Wanderung zum Johnston Canyon Icewalk. Mit uns eine Gruppe von 10 weiteren Gästen und eine erfahrene Wanderführerin von Guided Tours & Activities in Banff National Park | Discover Banff Tours

Winter in Kanada mit Familie - Wasserfall
Guided to Johnston Icewalk


Sie gibt uns zum Start Spikes aus, kleine Gummiteile mit Nägeln, die wir uns unter die Füße schnallen, um nicht auszurutschen. Außerdem erklärt sie ein paar Sicherheitsregeln, damit keinem etwas passiert. Kaum sind wir um die erste Kurve gebogen leuchten mir die gefrorenen gletscherblauen Wasserfälle entgegen. Hin und wieder höre ich ein Rauschen und Plätschern, suche mit den Augen die Quelle des Geräusches und entdecke klares Bergwasser in einen Bach fließen.
Die klare Bergluft ist erfrischend und selbst Morten ist von der neuen ungewohnten Landschaft gefesselt. „Das ist ja mal eine richtig tolle Wanderung“ – einen Satz, den ich nicht so schnell erwartet hätte, aber wenn man das flache Brandenburg gewohnt ist, bekommt man hier auf eine Weise eine Menge Winter Exotik, eben den echten Winter in Kanada geboten. Die Wanderführerin hält an einigen Stellen an und erklärt. An den Felsen sehen wir durch ihren Hinweis kleine Fossilien – das war hier mal alles Meeresboden! Dann entdeckt Jan ein kleines Eichhörnchen im Bau sitzen und alle Handy Kameras sind auf das arme Tier gerichtet. Ein neues Foto Format lernen wir ebenso kennen: Das Vertikal Panorama. Ich kannte das bisher nur als Horizontales Breitbild, aber klar kann man das auch in die andere Richtung anwenden und so hohe Bäume und Wasserfälle ablichten.


Die Upper Falls sind das eigentliche Highlight, eine Plattform beschert uns den Blick auf riesige vereiste Wasserfälle. Zwischen den blau schimmernden Rieseneiszapfen bewegen sich kleine bunten Figuren an roten Seilen: Eiskletterer nutzen die Gunst der Stunden. Das ist spannend zu beobachten für uns. Ein bisschen erinnere ich mich an meine eigenen Eisklettererlebnise und fand es eigentlich nicht so prickelnd, aber zugucken ist auch faszinierend genug.  Die Wanderführerin hält heiße Schokolade für uns bereit und leckere Kekse, dann geht’s auf den Rückweg zum Parkplatz. Wir sind nicht die einzigen Besucherinnen an diesem Tag, die gefrorene Landschaft ist schon ein attraktives Sightseeing Ziel.
Tubing im Sunshine Banff

Winter in Kanada mit Familie: Tubing im Sunshine Village bei Banff

Zurück im Ort Banff, machen wir uns einen Plan für den weiteren Tag. Tubing im Sunshine Skigebiet steht auf dem Plan.
Zum Skigebiet gehört auch ne urige Bar, wo wir nen kleinen Mittagssnack nehmen, bevor wir uns in die aufgeblasenen Reifen schmeißen. Schon von weitem sehen wir die halbrunden Bahnen in denen Menschenbesetzte Reifen runterrasen. Tubing in Banff and Lake Louise | Banff & Lake Louise Tourism
Am Fuße der Bahnen bekommen wir auch jeder einen rot schwarzen aufgeblasenen Ring, so groß wie ein LKW Schlauch. Der bekannte Zauberteppich, der kleine Skianfänger normalerweise  den Hang hochbefördert, bringt nun uns mit den Reifen zum Einstiegspunkt der Reifen Rodelbahn. Tubing heißt das also. Morten und ich beschließen alsgleich, dass wir zusammen runterfahren wollen, dazu werden wir vom Personal richtig in die Reifen platziert, greifen an den jeweils andern Griff und werden mit einer kleinen Drehung in die rasante Abfahrt entlassen. Ich muss ein bisschen Kreischen und mich darauf konzentrieren die kleine Action Cam festzuhalten. Puh, das war die Aufregung wert: ein krasser Adrenalinschub, als wir ein zweites Mal oben stehen, bemerken wir, dass Jan noch nicht gerodelt ist, er hat etwas mehr Respekt und nimmt sich für die Entscheidung zum Abfahrtsmoment noch etwas Bedenkzeit. Die Sonne bretzelt hier auf uns herab und um uns herum erleben wir die imposanten schneebedeckten Berge der Rockies. Abfahrt mit Aussicht, ein wirklich spektakulärer Spaß.

Winter in Kanada mit Familie tubing in Sunshine

Nach fast einem Dutzend Abfahrten wollen wir uns noch etwas Zeit zum Bummeln nehmen.
In Banff gibt ne herrliche „Bummelzone“ mit Cafes, Läden und na klar einem Eisladen. Morten interessiert sich für die ansässigen Brandstores und so trödeln wir durch den kleinen Skiort. In Canmore allerdings entdecken wir noch auf die Empfehlung unserer kanadischen Freunde Brian und Dawn einen Outdoor Second Hand store. Masenweise gut erhaltene Outdoorkleidung und andere Ausrüstung zu sehr akzeptablen Preisen. Da nehmen wir uns gleich noch ein paar Outdoor Souvenirs mit. Home Switchgear heißt der Laden.

Mittlerweile ist die Sonne untergegangen, Abendbrotzeit und Schlafenszeit für uns, nicht ohne im Pool des Apartmenthauses gewesen zu sein. Auf der Dachterrasse ist ein beheizter Whirlpool, den wir natürlich dringend ausprobieren müssen. Obwohl wir ihn nicht zum Blubbern kriegen, ist es doch schön entspannend, da einfach etwas rum zu lümmeln.

Winter in Kanada mit Familie: Cave and Basin und die Geschichte des ersten Nationalparks

Donnerstag ist unser letzter Rockies Tag, den wir mit einem Besuch in Cave and Basins abrunden wollen. Noch vor Öffnungszeit des Historical Site versuchen wir einen kleinen Spaziergang entlang des Flusses. Jedoch sind alle Wanderwege vollständig überfroren und wir müssen sehr vorsichtig unterwegs sein, um nicht auszurutschen. Ich find Es abenteuerlich und auch interessant, immer wieder auf den Fluss zu schauen und unterwegs Tierspuren zu entdecken – Könnten das Wolfsspuren sein?

Winter in Kanada mit Familie Cave and Basin Historical Site

 Cave and Basin ist dann eine Art Museum, denn damals wurde dieser Ort tatsächlich für ein öffentliches Bad genutzt, dass mit dem Wasser der heißen Quellen gespeist wurde.
Cave and Basin National Historic Site In einem Raum ist das warme Wasser in einer Höhle wunderschön mit Licht in Szene gesetzt. Im Außenbereich des Museums ist eine kleine Winterolympiade aufgebaut, so probieren wir uns im Eisstockschießen und anderen Disziplinen aus.

Aber dieser Ort ist so viel mehr. Auf der Webseite lesen wir:

… wie ein fantastischer Traum aus einer Geschichte von Tausendundeiner Nacht.

So beschrieb William McCardell die nebelgefüllte Höhle an den Hängen des Sulphur Mountain in Banff, als er, sein Bruder Tom und ihr Partner Frank McCabe sie im Herbst 1883 zum ersten Mal sahen.

Angesichts der archäologischen Belege menschlicher Besiedlung im Bow Valley, die 10.000 Jahre zurückreichen, sowie der Geschichten der First Nations über die Höhle und das warme Wasser wissen wir, dass diese Arbeiter der Canadian Pacific Railway nicht die ersten waren, die diese Quellen entdeckten. Doch angesichts des potenziellen Gewinns in diesen Mineralwässern errichteten die Eisenbahner einen Zaun um ihre „Entdeckung“ und bauten eine Blockhütte nahe dem Eingang der Höhle. Sie schufen unwissentlich die erste grobe Grenze um das, was schließlich Kanadas erster Nationalpark werden sollte.

Auf einer Ausstellungstafel entdecke ich ein Eisschloss aus geerntetem Eis und erfahre, dass im ersten Weltkrieg Deutsche Gefangene an diesem Schloss gebaut haben. Was für ein Zufall hier zu dieser Zeit Eisskulpturen zu entdecken! seit 1917 60×90 Feet groß – gigantisch.

Winter in Kanada mit Familie Minnewanka
Lake Minnewanka

Winter in Kanada mit Familie: Schneeskulpturen beim Silverskate Festival in Edmonton

Am Mittwochabend fahren wir wieder zurück nach Edmonton, schnell ist die Landschaft wieder flach und die majestätischen Rockies verschwinden hinter uns am Horizont.
Die offizielle Eröffnung des Festivals findet zur „Presidents Reception“ mit allen Schneeskulptur Teams mit Abendessen statt. Indigene Künstler eröffnen die Veranstaltung mit Musik.  Es ist für uns sehr stimmig, dass wir gemeinsam auf dem Land der Ureinwohner feiern und dieser Fakt Würdigung erfährt.
Silver Skate Festival – Create Your Winter Experience!

Peace Arches – Schneeskulptur des Team International Snowflake

Von Donnerstag bis Samstag arbeiten unsere kanadische Freundin Carol, Jan, Morten und ich an der Schneeskulptur „Peace Arches“. Ich hatte mir lange im Vorfeld Gedanken gemacht und wollte aus diesem Gotischen Bogen eine neue Architektur erschaffen und ein schlichtes, fast abstraktes Kunstwerk erschaffen. Dabei treibt mich die Neugier an, wie die Form gelingt, was die Form mit dem Raum rundherum macht, wie verschiedene Lichtsituationen wirken. In den Mittagsstunden an den Arbeitstagen steht die Sonne hoch. Wir müssen ein Sonnensegel spannen, damit die Südseite uns nicht wegschmilzt.

An diesem familiären und kreativen Ort durfte ich schon mehre Jahre mitwirken.

Snowsculpting beim Silverskate Festival 2018 in Edmonton Kanada

Feuerskulpturen am Abend im echten Winter Kanadas

Morten schafft ordentlich was weg. Jan und er machen sogar eine weitere Schneeskulptur „nebenan“, einen Bierkrug – lustig, da keiner von beiden Bier trinkt, aber symbolisch für das deutsche Team ist es vielleicht trotzdem passend. An den Abenden des Festivals sind wir alle fix und fertig, ich schaffe es, am ersten Abend die Zeremonie mit zu erleben. Eine langsame Prozession mit verkleideten Darstellern und kunstvollen Laternen schreitet langsam zum Platz mit der Skulptur „The rising oft he Kundalini“.

Die Menge im riesengroßen Feuerkreis brüllt „Burn it! Burn it“ und langsam entzünden die Künstler die spiralförmig gebaute Holzskulptur vom Boden aus. Sie ist bestimmt fast 10 Meter hoch und die Flammen kriechen langsam spiralförmig nach oben bis sie an der Spitze grünlich leuchten. Ich erfahre später, dass dies mit Kupferdraht erreicht wird. Superspannend, wer weiß vielleicht mach ich ja mal eigene Feuerskulpturen.

Nach zweieinhalb Tagen harter körperlicher Arbeit beenden wir die Peace Arches und freuen uns über ein gelungenes Ergebnis, denn wir wussten vorher nicht, ob die zueinander gelehnten Bögen auch ohne Mittelsäule stehen würden.
Wir richten die Scheinwerfer bei einbrechender Dunkelheit nochmal anders aus und erfreuen uns an dem spannenden Schattenspiel. Dann feiern wir mit den anderen Teams aus der Türkei, Frankreich, USA, Kanada eine bunte Truppe mit vielen tollen Arbeiten. Neben uns entstand zum Beispiel „strong und free“ ein grimmig , lustig schauender Biber mit erhobener Faust. An anderer Stelle ein gigantischer Tintenfisch mit lustigen Saugnäpfen. Ich bewundere die figürlichen Arbeiten immer sehr

Winter in Kanada mit Familie: Schneeskulpturen Symposium beim Festival du Voyageur

Winnipeg und das Festival du Voyageur sind sschon seit einigen Jahren fester Bestandteil meiner kreativen Winterarbeit. Snowcarving beim Festival du Voyageur in Winnipeg – zum dritten Mal

Diese Stadt in der kanadischen Provinz Manitoba kann tatsächlich sehr windig sein, deshalb auch oft „Windypeg“ genannt. Bitterlich kalt war es oft, Einwohner der Stadt überlegen sich dann, ob sie die verschieden Tunnel- oder Brückensysteme der Stadt nutzen, um sich von A nach B zu bewegen, um nicht in die minus 30 Grad raus zu müssen. Jan, Morten und ich fliegen von Edmonton nach Winnipeg und ziehen in unsere Unterkunft das Fairmont Hotel in Winnipeg ein. Bei vorherigen Symposien wohnten wir auch immer hier und genossen den Ausblick über die Stadt vom 23 Stock und der dort befindlichen Schwimmhalle mit Sauna. Unsere kanadische Freundin Carole ist hier zu Hause, so können wir bei ihr Wäsche waschen und haben auch gleich eine Einheimische für spezielle Fragestellungen ( Shoppen für Teenager). Wir sind aber gleich ganz neugierig auf die Schneekuben, die das Ausgangsmaterial für unsere zweite Skulptur bilden. Auf dem Festival Gelände stehen die gewaltigen Blöcke vor uns, 4,50 Seitenlänge 3,50 hoch. Morten bemerkt gleich, wieviel Schnee da weg zu schippen sei. Bei dem kleinen Block in Edmonton haben wir bestimmt auch schon zwei Tonnen Schnee bewegt.

Eröffnung des Symposiums in Headquarter des Festivals und eine leckere Pizza, um die anderen Teams kennen zulernen. Schon am nächsten Tag startet dann unsere fast 5-tägige Arbeitsphase and dem Entwurf Peace Arches II. Wieder eine Bogenförmige Konstruktion. Die Sonne brezelt unerbittliche auf die Südseite des Kubus. Wir trauen uns kaum, dort Hand anzulegen und zu arbeiten. Mit der gigantischen Seilsäge trenne wir zunächst mutig einige Ecken des Kubus ab. Mit lautem Getöse und einem finalen Rumms brechen die vielen hundert Kilo Schnee von oben herunter. Immer wieder ein Spektakel zum Filmen und beobachten.

Um uns herum nimmt das Festival du Voyageur, das Festival der Pelzhändler Form an, in großen Festzelten gibt’s Soundchecks für die Bands, die ab Freitagabend hier spielen, Souvenirshops öffnen ihre Pforten und der Schneespielplatz wird fertig gestellt.

Familienabenteuer im kanadischen Winter: Rivertrail, Warming Huts und Winterleben am Fluss

Den Abend nach der Arbeit nutzen wir um The Forks zu besuchen. Ich mag diesen Ort, weil er so viel möglich macht: Mit Freunden zu einer Pizza treffen, Schlittschuhfahren auf dem Rivertrail, shoppen gehen. Der Rivertrail ist eine gut gepflegte Schlittschuhstraße auf dem Eis des zugefrorenen Flusses. Sie ist mit kleinen Tannenbäumen markiert und führt einige Kilometer den Fluss hinunter. Wir spazieren ihn entlang anstatt uns Kufen unter die Schuhe zu schnallen. Wie in jedem Jahr finden wir hier auch die Installationen der Warming Huts. Fantasievollen kleine Hütten, Unterstände und Rauminstallationen, die es den Besuchern ermöglicht, kurz auszuruhen und vor dem Wind Schutz zu suchen.  Des Öfteren hatte ich auch hier Entwürfe eingereicht, denn in jedem Jahr findet eine offene Ausschreibung statt. Von den hunderten Einreichungen werden dann eine Handvoll Designs auch praktisch umgesetzt. In desem Jahr hat die deutsche Künstlerin Franziska Agrarwal eine Schneeskulptur Installation dort auf dem Fluss umgesetzt. Beeindruckende Tore aus gepresstem Schnee bilden ein lange, durch die wir durchspazieren können. Sie berichtet später, dass die Reihe hätte, eigentlich länger sein sollen, doch das Gewicht der Kuben war einfach zu hoch und damit die Gefahr, dass das Eis, also der zugefrorene Fluss, das Gewicht nicht mehr halten kann.

Tag für Tag arbeiten wir an unserem Igluartigen Form, bis wir am letzten Tag endlich den finalen Schritt wagen können: Fenster einsetzen. In Absprache mit Peter und Chris, zwei befreundeten Künstlerin / Architekten dürfen wir Seeeis benutzen, was sie für uns besorgt haben und an Ort und Stelle verfrachtet haben, sogar in Scheiben ist es schon geschnitten. Ich muss e snur noch mit Morten in Tropfenform schneiden. Mit Kettensäge und entsprechender Ausrüstung gelingt es mir drei Tropfen herzustellen. Sie sind knapp an der Grenze des Bewältigbaren, denn Eisblöcke in dem Maße sind sehr schwer. Doch mit vereinter Kraft setzen wir die tropfenförmigen Eisscheiben in die vorbereiten Öffnungen unserer Skulptur.  Mit sehr feinen Meißeln gelingt es Morten, die Fenster zu „putzen“, dann können wir bei einsetzender Dunkelheit versuchen sie extra zu beleuchten. Dazu setzen wir Headlights,also mitgebrachte Stirnlampen in die Skulptur und sie leuchtet von innen durch die Fenster. Der gesamte Platz wird zusätzlich durch farbige Scheinwerfer in Szene gesetzt. So ergeben die vier großen Skulpturen des Symposiums ein hervorragendes Ensemble. Auf dem zentralen Festplatz des Festivals. Nun darf auch ier gefeiert werden.  Wir Künstlerteams nehmen an einem gemeisnamen Abschlussessen im Fort teil und schlendern dann als großer Pulk über das gerade eröffente Festival, hören folkige Bands und trinken mit einer heißen Stange karamellisiertes Bier und vergnügen usn bei Maple Tuff. Bei letztem wird warmer Ahornsirup auf eine Shcneefläche gegossen. Er kühlt langsam ab und erhält dadurhc ine gummiartige Konsistenz, Männer in rot schwarz karieretn Flanellhemden rollen die Masse vorsichtig auf Holzstäbchen bevor sie es uns alsLollies zum Naschen überreichen. Organisatorin Christel freut sich uns jede Ecke des Festivals zu zeigen und jedwede Art der kulturellen Erfahrung zu teilen. Mich interessiert und fasziniert ebenfalls die Ecke des Festivals, an der Kettensägenkünstler in wahnsinniger Geschwindigkeit Holzskulpturen herstellen. Bärtige Burschen mit lauten Benzinsägen schnitzen, Bären und Adler, die sie dann versteigern.

Winter in Kanada mit Familie: Unser persönliches Fazit zwischen Rockies und Manitoba

Nach einer knappen Woche Winnipeg, schließen wir am Sonntag mit einem Besuch im Dim Sum Restaurant. Ein großer runder Tisch und um uns herum fahrende Wägelchen mit Leckereien bilden einen herrlichen Brunch Abschluss. So sehen wir noch einmal uns wichtige Menschen an diesem besonderen Ort in Kanada bevor wir am Montag wieder den Heimflug antreten.
Das war dann wohl der echte Winter in Kanada mit einem Besuch in Banff, Edmonton und Winnipeg.

Was bleibt nach dieser Reise, ist das Gefühl, echten Winter erlebt zu haben – in all seinen Facetten. Majestätische Berglandschaften im Banff Nationalpark, gefrorene Wasserfälle im Johnston Canyon, rasante Tubing-Abfahrten und stille Momente im Schnee haben diese Zeit für uns als Familie besonders gemacht. Dazu kommen die kreativen Erfahrungen auf den Festivals in Edmonton und Winnipeg, bei denen Kunst, Begegnungen und kultureller Austausch eine ganz eigene Tiefe in unsere Reise gebracht haben.

Gerade die Mischung aus Natur, Abenteuer und künstlerischer Arbeit hat diesen Winter in Kanada mit Familie so einzigartig gemacht. Zwischen Jetlag, Roadtrips und eiskalten Temperaturen gab es immer wieder diese besonderen Augenblicke, in denen wir als Team zusammengewachsen sind – draußen, im Schnee, fern vom Alltag.

Kanada im Winter ist intensiv, manchmal herausfordernd, aber vor allem unglaublich bereichernd. Für uns steht fest: Diese Reise war nicht nur ein weiteres Abenteuer, sondern eine Erfahrung, die bleibt – als Familie und als Kreativteam.




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