Mit Familie wandern: der höchsten Berg Dänemarks

Mit Familie wandern, hört sich immer so romantisch an. Ist es auch hin und wieder, manchmal auch herausfordern, anstrengend und belebend, besonders in Dänemark, wenn es um den höchsten Berg geht.
In unserem kleinen Ferienhaus in der Region Odder liegt der Boden noch voller Süßigkeiten vom Halloween Vorabend. Es sind Herbstferien und wie auch schon im vergangenen Jahr ist es für uns die ideale Zeit, um in Dänemark zu wandern. Die sanft hügelige Landschaft und die duftenden Herbstwälder laden regelrecht dazu ein. Zum Frühstück gibt es frisch gebackene Waffeln. Ich befürchte zu Hause müssen wir auch mal wieder unser Waffeleisen reaktivieren.

Draußen scheint es etwas grau und regnerisch zu sein. Dennoch wollen wir heute Wandern gehen und einige Gipfel in der Gegend erklimmen. Das ist kein Scherz, denn südlich von Århus liegt unter anderem der höchste Berg Dänemarks, der Møllehøj, der Sukkertoppen und Himmelbergjet.

Mit Familie wandern – der Aufbruch

Die Picknickrucksäcke werden gepackt: mit den Restwaffeln vom Frühstück einer Thermoskanne Tee und ein bisschen Obst. Dann fahren wir kurzerhand mit unserem Caddy eine halbe Stunde ins Landesinnere – quasi in die Berge. das Wetter ist etwas diesig und herbstlich, passt aber ganz gut  hierher.

Die höchste dänische Erhebung

Um die Berge in Dänemark zu definieren, müsste man an dieser Stelle etwas weiter ausholen, denn es geht um Zentimeter und natürliche Erhebungen oder Erhebungen mit einem Bauwerk. Historische Streitigkeiten mündeten aber mit der Entscheidung, dass der Møllehøj der höchste dänische Berg ist. Imposanter ist jedoch der gleich daneben liegende Ejer Bavnehøj. Ein großes Tor schmückt seinen Gipfel bei 170 Metern und deshalb ist es schon von Weitem gut sichtbar.

Ein gut ausgebauter Parkplatz und ein Infostand bieten beste Voraussetzungen hier eine kleine Wanderung zu starten, denn ist auch ein 2 Kilometer langer Wanderweg ausgeschildert. Zunächst erklimmen wir jedoch das Tor, in dessen Pfeilern enge Wendeltreppen, den Weg nach oben bahnen.

Dort oben angekommen staune ich nicht schlecht, wie weit mein Blick in die hügelige Landschaft geht. Felder, Wälder , Wiesen bis zum Horizont. Hin und wieder kleine Gehöfte oder die typischen weißen dänischen Kirchen sind dazwischen gestreut.

Unsere Ausrüstung für das Wandern in Dänemark

An den Füßen tragen die Kids übrigens Wanderschuhe die wasserabweisend sind knöchelhoch, damit lässt es sich prima wandern und sie haben ordentlich Grip. Das neue Herbstmodell Rask von Viking footwear ist knöchelhoch und rund herum mit einer Goretex Membran ausgestattet. Sie sind also wasserdicht. Meine Wanderschuhe haben mich schon auf den Kebnekaise gebracht, dann werden sie mich auch durch die dänischen Berge tragen können.

Für ein Familienfoto reicht die Geduld der kleinen nicht, sie wollen losziehen und die Gegend erkunden. Den höchsten Punkt Dänemarks muss man anscheinend etwas suchen. Nur ein schmaler Pfad führt von dem großen Tor zu einem Kuhstall. Dort riecht es schon mächtig nach Kuhdung.

Ein Mühlstein auf dem Møllehøj

Ein tonnenschwerer Mühlstein markiert den Punkt der höchsten Erhebung Danmarks. Ich mache innerlich einen Haken hinter den zweiten Scandinavian Summit der fünf Scandinavian Summits. Hiermit habe ich also nach dem höchsten Berg Schwedens, dem Kebnekaise, auch den höchsten Berg Dänemarks bestiegen, den Møllehøj bestiegen.

Die Familie eilt schon den Wanderrundweg entlang während ich noch schnell die Nachricht in die sozialen Medien übertragen muss. Ich sehe sie schon auf dem gegenüberliegenden Hügel entlang schlendern.

Die Kuhweide ist matschig, es hat aufgeklart auf den umliegenden Hügeln stehen bunt belaubte Herbstbäume. Nach etwa einem Kilometer gehen wir durch einen Zaun und kommen an einen wunderschönen Rastplatz mit Aussicht, Bänken und Feuerstelle. Außerdem gibt es die berühmten Schelter. Unter ihnen kann man Isomatte und Schlafsack ausrollen und eine Nacht in der Natur verbringen. Wunderbar für ein Mikroadventure.

Der Rundweg führt uns danach wieder zum Parkplatz beim Ejer Berget.

Wir trinken einen Schluck Tee und schauen auf die Landkarte, um zu sehen, wo unser nächster Wander Spot auf uns wartet.
Eine alte Wassermühle befindet sich 20 Autominuten von hier. Wir steigen also in unseren Caddy, der uns zuverlässig von Wanderpunkt zu Wanderpunkt bringt.

Mit Familie wandern: über kleine Landwege durch lauschige Alleen zum nächsten Wanderpunkt

In  Klostermølle wartet ein großer Hof, alte Gebäude und ein romantisches Seeufer auf uns. Wir blicken über den Mossø.  Merle fragt, ob es das Meer ist – so weitläufig scheint der See hier mitten in Jütland.
In der großen hölzernen Wassermühle kann man eine Treppe emporsteigen und vor oben aus über den Schilfgürtel Vögel beobachten. Wir haben leider das Fernglas nicht parat. Außerdem wird in einer kleinen Ausstellung erzählt, wie früher hier vor Ort die Papierherstellung von statten ging, Dicke Pappen hängen noch wie zum trocknen den hölzernen Gestellen.

Wir schlendern am Ufer des Mossø entlang und lassen uns vom Herbstwind durchpusten. Die Kids klettern auf den einen oder anderen Baum, um sich richtig auszutoben. Mit Familie wandern, bedeutet, Kompromisse zu machen, aber auch Dinge zu erleben, die ich in meinem sportlichen Ehrgeiz wahrscheinlich nicht erleben würde.
Für meinen Geschmack ist das leider nur ein Spaziergang, eine Wanderung ist etwas anderes. Aber das macht nichts, wir waren draußen und haben wieder einen lauschigen Ort kennengelernt.

Frau Möllers Farm Shop

Auf der Liste unserer Empfehlungen steht noch ein Farmshop, wo man auch noch regionale Leckereien zu sich nehmen kann. Frau Möllers Farmshop erreichen wir wieder nach einer kleinen Autofahrt. Stallgeruch und Hühnergegacker schlagen uns entgegen, als wir aus dem Auto steigen.

Im Farmshop dagegen duftet es nach Keksen und Süßigkeiten, regionale Käse und Wurstspezialitäten werden hier verkauft. Alles sieht sehr fein und lecker aus. Wir können uns kaum beherrschen. Jan geht mit den Kids in der gegenüberliegenden Fleischerei einkaufen. Fleisch von glücklichen Tieren soll heute unser Abendbrot sein.


Aber auch hausgemachtes Eis ist verführerisch. Ich gönne mir einen Eiskaffee mit Vanilleeis.
Wir entdecken noch etwas das Farmgelände und füttern dabei Kühe, streicheln Ferkelschnuten und kraulen weiche Schafswolle.

 

Endlos Trampolin springen im Rush

Mit Familie wandern… ist jetzt auch endlich mal vorbei, alle sind geschafft – manch einer braucht dann Entspannung in Form einer Couch und die anderen einfach noch mehr Bewegung.

Dann ist es endlich mal genug mit der frischen Luft. Wir sind ins Rush eingeladen, wo man endlos auf Trampolinen umher springen kann.

Ich bin etwas skeptisch finde aber auch meinen Gefallen daran. Merle kennt solche Einrichtungen aus Berlin schon. An der Kasse bekommen wir bunte Socken und einen Chip für den Ninja Warrior Parcours. Na ich bin gespannt, was es damit auf sich hat.
Die bunte Halle besteht zum größten Teil aus Trampolinflächen. Die Kids rennen gleich darauf los während ich mich vorsichtig herantaste und erst einmal keine Saltos mache, sondern seicht auf und ab wippe.

Besonders anziehend ist ein Sprungturm, von dem man aus in ein Luftkissen springt. Das probier ich dann auch mal.

Natürlich muss man viele Sicherheitsregeln befolgen, damit hier keinem etwas passiert. Unter anderem soll man auf dem Po oder Rücken in dem Luftkissen landen, nicht mit den Füßen zu erst. Da muss man aber schon mutig drauf losspringen.

Ein Bereich gefällt mir besonders gut. Auf einer sich drehenden Rolle schafft es besonders Morten gut zu balancieren. Daneben gibt es einen schmalen Steg auf sich Merle und ich mit weichen langen Rollen bekriegen. Wir versuchen uns von dem Steg zu schubsen. Abwechselnd fallen wir in die weichen Luftkissen und jauchzen vor Freude.

Dann pocht mein Herz – der Ninja Parcours wartet. Wir legen uns jeder einen Ninja Account an und einer nach dem anderen loggen wir uns ein, um die 50 m lange Strecke zurück zu legen.
Morten versucht es als erstes und ist wohl für einige Abschnitte zum Hangeln und Klettern einfach noch zu kurz. Trotzdem kann er die zu Fuß überbrücken. Merle versucht es als zweites, ihr geht auch die Kraft aus, von mir ganz zu schweigen – aus mir wird wohl in diesem Leben kein Ninja mehr. Man benötigt unheimlich viel Armkraft und generell Muskeln, die man im Alltag nicht braucht.

Deshalb machen wir lieber noch eine lustige Sache an Drehbalken, über die man rüber jumpen muss oder sich ducken muss, um nicht erwischt zu werden. Ich battle mit Merle und es macht richtig Spaß, ein Mitarbeiter des Rush stellt die Geschwindigkeit ein.
Die Kids sind nach anderthalb Stunden ordentlich durchgeschwitzt, ich kann auch nicht mehr.

Ordentlich müde und ausgetobt kommen wir im gemütlichen Ferienhaus in Rude Strand an. Dort hat der Papa schon das Fleisch von glücklichen Tieren zubereitet. Kamin und Essen tun ihr übriges, dass wir danach müde ins Bett fallen.

 

 

Vielen Dank für die Unterstützung der Recherche für das Thema: „Mit Familie wandern in Dänemark“ an die Region Kystlandet in Dänemark wie den Ferienhausanbieter Feriepartner Dänemark für das hyggelige Häuschen und Visit Dänemark und die Einladung ins Rush.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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