Winteraktivitäten in Arvidsjaur in der Weihnachtszeit

Die Winteraktivitäten in Arvidsjaur sind vielfältig. Hier kommen sowohl Motorsportfans, als auch Natur liebenden Familie wie wir auf ihre Kosten.
Echte Winter zu Weihnachten sind schon immer unser Traum. In diesem Jahr nutzen wir die Gelegenheit eines Direktfluges von Hannover nach Arvidsjaur nach Schwedisch Lappland, um schneereiche Weihnachten zu erleben.

Die nordicfamily wacht im gemütlichen Ferienhaus „Haus Lappland“  in Abborrträsk in der Nähe von Arvidsjaur auf.

Draußen ist es noch dunkel, jedoch müssen wir aufbrechen, denn es steht eine Schneeschuhwanderung auf dem Programm. Draußen ist das wenige Licht schön blau und die Luft ungefähr minus 10 Grad kalt.

Winteraktivitäten in Arvidsjaur

Winteraktivitäten in Arvidsjaur: Schneeschuhwanderung

Winteraktivitäten in Arvidsjaur: Schneeschuhwandern mit Wildact Adventures

In unserem Mietwagen fahren wir über vereiste Straßen, glücklicherweise haben die Autos hier Spikes. Jan fährt deshalb ganz sicher durch die schneebedeckte Landschaft. Man muss sehr aufmerksam sein, denn die Gefahr von Wildwechsel von Rentieren oder Elchen ist in der Dämmerung besonders hoch.
Bis nach Storberg wo die Schweizer Simone und Jürg das Unternehmen Wildact Adventures angesiedelt haben, benötigen wir ca. 40 Minuten.
Auf dem großen Gelände sind große Hundezwinger für die 64 Schlittenhunde, die hier auch wohnen.

Winteraktivitäten in Arvidsjaur

Gestern hatten wir das Vergnügen mit ihnen durch die Landschaft zu fahren.
Heute treffen wir Johannes, der uns mit seinem sympathischen thüringischen Dialekt begrüßt. Mit roter Mütze, Wikingerbart und nordischem Strickpullover entspricht er eindeutig meinem Bild von einem Nordland Guide. Seine Ausbildung zum Wildnisführer hat er in Kanada und Finnland absolviert und ist jetzt in Schwedisch Lappland hängen geblieben, erzählt er unterwegs, als wir im weißen Puderschnee auf Schneeschuhen unterwegs sind.

Ausrüstung für das Schneeschuhwandern in Lappland

Doch zunächst wird unsere kleine Ausflugsgruppe instruiert, Mark und Anne begleiten mich und die Kinder auf die Schneeschuhwanderung. Johannes, der Wildnisguide, den wir gestern schon kennenlernten (link), hilft uns beim Anlegen der Ausrüstung. Die Schneeschuhe werden einfach an die normalen Winterstiefel geschnallt und die richtige Stocklänge muss ausgesucht werden, so dass der Unterarm rechtwinklig unter dem eigentlichen Griff landet, wenn man den Skistock hält.

Die Schneeschuhe gibt es in verschiedenen Größen, Mortens sind viel kleiner, aber trotzdem hat man das Gefühl Riesenschlappen an zu haben.

Ich trage einen Rucksack für Thermoskanne, Süßigkeiten und Daunenjacke, falls jemand in der Pause friert.

Die Bewegung ist ganz lässig, man kann schlurfen und sogar ganz leicht den Hang hinab gleiten. Beim Aufstieg helfen die Metallzacken unter dem Fußballen.

 

Die Schneeschuhwanderung in der Umgebung von Storberg

Gegenüber der Straße geht es auf einem Feld etwas bergan. Als ich zurückschaue, habe ich einen fabelhaften Blick auf das kleine Örtchen Storberg in Schwedisch Lappland. Als Sechsergruppe gehen wir im Gänsemarsch durch den tiefen pulvrigen Schnee.  Vor mir stiefelt der Kleinste von uns und wirbelt immer eine Menge losen Schnee auf. Die Stöcke benutzt er, um Schnee von den umliegenden Bäumen und Büschen zu fegen. Er braucht öfter mal eine kleine Verschnaufpause und versucht sich durch Fallenlassen auszuruhen. Ich versuche zu erklären, dass das wiederholte Aufrappeln und Aufstehen extra Energie kostet.  Grau ist alle Theorie.

Die kleine Schneeschuhwandergruppe hält an, weil Johannes eine Tierspur entdeckt hat. Wir sollen einen Tipp abgeben. Kleine Pfötchen und leichte Striemen zeichnen sich im Schnee ab. Letztere habe ich erst gar nicht bemerkt. Morten sieht sie sofort und tippt auf einen Vogel. Und tatsächlich bestätigt Johannes die Vermutung, denn die Streifen stammen von den Flügeln.

Immer wieder laufen uns ältere Rentier- oder Elchspuren über den Weg. Wie fantastisch wäre es, die anmutigen Tiere hier in der Landschaft zu sehen. Andere große Spuren stammen vom Arctic Hare, dem Schneehasen. Die obere Schicht des Schnees ist angetaut und wieder gefroren, so dass kleine Eisplatten entstehen und mit dem Gewicht eines Tieres eine immens größere Spur entsteht, als normalerweise.

Arvidsjaur

Auf einem Hügel mit fantastischer Aussicht machen wir eine längere Pause. Die Sonne ist schon wieder im Untergang begriffen, ein paar echte Strahlen hat sie uns noch geschickt. Nur ein paar Minuten ist sie hier um diese Jahreszeit über dem Horizont zu sehen. Dann ist schon wieder Dämmerstunde angesagt.

Der Rückweg wird für mich als Motivator etwas anstrengender. Während Merle gut Johannes Ausführungen folgt und mit dem Tempo mithält, muss ich alle paar Meter den Kleinsten motivieren. Ich habe etwas Bedenken, dass es gleich richtig dunkel ist und wir sicherlich bei Dunkelheit unseren Weg nicht so gut finden. Jedoch kommen wir ganz gut voran und kommen am See an, an dem auch das Gehöft der Schweizer Firma Wildact liegt. Gleich ist das Dach der kleinen Grillkota am Ufer zu erkennen und wir laufen noch einige Minuten über den pudrigen Schnee des zugefrorenen Sees die Hütte fest im Blick.

 

Winteraktivitäten in Arvidsjaur

Aufwärmen in der Grillkota nach den Winteraktivitäten in Arvidsjaur

Dort angekommen, entfacht unser Guide Johannes von Wildact Adventure gleich ein Feuer an der zentralen Feuerstelle. Schnell wird es hell und auch sehr warm in der niedrigen und dunklen Holzkota. Die Schweizer haben eine richtig klasse Konstruktion darum gebaut. Wie eine Murika, die typisch nordischen Pfannen, befindet sich ein Ring um das Feuer, worauf man perfekt grillen kann.
Gestern haben wird das schon beim Flammlachs Essen (Link) erlebt.

Winteraktivitäten in Arvidsjaur

Morten schlägt draußen die Eiszapfen von der Dachrinne, während drinnen das Fladenbrot fertig bäckt. Rentierwürstchen am Spieß tropfen vor Fett und kringeln sich ganz leicht. Es duftet und es tut unheimlich gut sich nach der Tour damit zu stärken.

Kaffee, der auf dem Lagerfeuer in einem Kessel vor sich hin gebrodelt hat, gehört selbstverständlich dazu. Hier oben trinke ich so viel Kaffee wie sonst nicht im Jahr. Auf dem Lagerfeuer gekochter Kaffee schmeckt einfach köstlich.

Jan hat sich derweil im Warmen entspannt und ist jetzt auch wieder mit von der Partie. Nun gehen wir zum noch gemütlicheren Teil über. Simone und Jürg haben für uns die Badtunna angeheizt. Das ist eine große Tonne mit viel warmen Wasser. Sie wurde mit Holz angeheizt und dampft jetzt für uns in der Abenddämmerung.

Arvidsjaur

Perlmuttwolken in Schwedisch Lappland

Doch was ist das? Am Abendhimmel wird es bunt. Die Wolken zeigen regenbogenfarbige Schlieren. Wie ich später erfahre, nennen sie sich nacreous clouds oder Polare Stratosphären Wolken, im Volksmund sind sie auch als Perlmuttwolken bekannt. Sie schillern und leuchten am Dämmerungshimmel. Es ist fantastisch und ich kann die Kamera gar nicht aus der Hand legen. Als sich mein Künstlergeist beruhigt hat, tauche ich in den warmen Bottich, wo sich schon eine Kinderschar versammelt hat. Welch ein Gejubel.

Winteraktivitäten in Arvidsjaur: Badtunna mit Schneebad bei Wildact Adventure

Nach einigen Geschichten und Rätselraten im warmen Wasser sind auch die Perlmuttwolken verschwunden. Eine neue aufregende Herausforderung muss her.  Eines der arktische schweizerischen Kindern kommt auf die Idee, kurz das warme Wasser zu verlassen, um sich im Schnee zu wälzen. Schnell wird das ein Spiel zwischen allen Bottichbewohnern. Mir gelingt es, mich richtig im losen Schnee zu wälzen, als ich wieder in das warme Wasser eintauche, prickelt es wie mit tausend Nadeln auf der Haut.

Arvidsjaur

Die Autos und die arktische Kälte in Schwedisch Lappland

Ach herrlich, so ein Bad in arktischer Nacht. Und es tut so wohl nach einem aktiven Tag in Schwedisch Lappland.
Um unseren Weg nach Abborrträsk mussten wir uns natürlich wieder anpellen. Unser Auto wurde schon vorgewärmt, die Temperatur hier draußen ist schätzungsweise auf minus 15 Grad gesunken. Hier im Norden sind die Autos mit einem Steckeranschluss an der Stoßstange ausgerüstet. Hier wird ein Motorwärmer  mit Strom versorgt. Außerdem ist im Innenraum des Fahrzeugs ein kleiner Propeller, der die warme Luft im Innenraum verteilt. Eine herrliche Einrichtung. Besonders wichtig, wenn es 25 Grad minus und kälter wird.

Weihnachtsvorbereitungen in Arvidsjaur

In Arvidsjaur kaufen wir noch ein paar wichtige Zutaten für unser leibliches Wohl und lassen uns dann in Abborrträsk in unserem gemütlichen Ferienhaus „Haus Lappland“ nieder.

Die Nachbarn haben uns einen schönen kleinen Tannenbaum vor die Tür gestellt, der muss auch noch aufgestellt und geschmückt werden. Fleißig basteln viele kleine Hände an Papiersternen und ein wenig Dekoration. Ein Christbaumständer findet sich auch im Keller des Ferienhauses. Die Besitzer aus Sachsen haben wirklich an alles gedacht.

Ein Kamin im Ferienhaus ist für uns immer besonders wichtig, da wir ihn zu Hause nicht haben. So sitzen wir oft an langen Winterabenden im Urlaub davor, spielen auf dem Holzfußboden Gesellschaftsspiele, malen und basteln und lesen Geschichten, die zum nordischen Winter und diesen frostigen Weihnachtstagen passen.

Vielen Dank für die Unterstützung der Reise an Visit Arvidsjaur, flycar, wildact adventures und „Haus Lappland“.

 

 

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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