Hvide Sande – Standup Paddling im Sturm und Segeln auf der hundert Jahre alten Maja

Es ist immer noch windig und der Himmel ist grau.

Wenn man die Straßen entlang fährt, liegen vor jeder zweiten Ferienhütte bunte Surfsegel, Neoprenanzüge oder stehen Wohnmobile und Campingbusse an den Parkplätzen. Hvide Sande scheint ein Mecka für Wassersportler zu sein. Das will ich auch mal testen und erfülle mir einen langgehegten Wunsch. Eine Stunde Stand up Paddling ausprobieren. Man könnte denken, dass das Wasser im Fjord ruhiger ist, als an der Seeseite. Aber das ist nicht so. Viele Wellen kräuseln sich hier und ich ziehe mir schnell den Neoprenanzug und ein leuchtgelbes T-Shirt über. Damit man mich im Wasser zur Not wieder findet, sagt Yvonne, die auf ihrem roten T-Shirt Instructor stehen hat. Sie führt mich heute in die Welt des SUP ein, wie es auch als Abkürzung heißt. Da wir nicht viel Zeit haben, bleiben wir hier auf der welligen Seite, überspringen den Theorieteil und mischen uns unter die anderen Menschen im Wasser, die allerding alle Segel an ihrem Brett haben oder Kites an langen Schnüren.

Ein Brett ohne Segel und viel Surfwind

Ich denke, dass es mit meiner Yogapraxis und  Snowboarderfahrung ja nicht so schwierig sein kann, auf dem Brett das Gleichgewicht zu halten, aber ich ahne schon, dass es nass werden wird. Auf dem Trocknen sagt Yvonne, an welcher Stelle auf dem Brett ich am besten stehe und wie rum ich das Paddel halten muss. Klingt nicht schwer.

Der erste Schritt ist es, auf dem Brett im Wasser zu knien. Es schaukelt mächtig und ich versuche das Gleichgewicht zu halten. Geht einigermaßen. Die Wellen drücken jedoch immer wieder die Nase des Paddel Boards Richtung Land. So steige ich ein paar Mal ab und drehe es wieder mit der Nase Richtung offenes Wasser.  Yvonne bestätigt zum Glück, dass es heute wirklich nicht einfach ist, genau die Sportart zu testen. Eigentlich unterrichtet sie auch Wellenreiten. Und für meine sieben jährige Tochter frage ich gleich nach, ob das auch für Kinder geeignet wäre. Sie sagt, dass genau die „leichten Flöhe“ Spaß haben, auf kleinen Wellen zu reiten und ich plane im Kopf unseren nächsten Wassersport Urlaub, wo ich meine Kenntnisse im SUP erweitere, vielleicht auch mal kite.

Obwohl ich schon beim ersten Versuch auf dem Brett zu stehen kopfüber ins Wasser plumpse, habe ich eine Menge Spaß, das Wasser ist mit Neopren Anzug nicht besonders kalt und immerhin schaffe ich es, bis zur ersten pinken Boje zu „SUPpen“ und auch wieder zurück. Zugegebenermaßen hilft mir Yvonne und stabilisert mein Brett, damit ich ein kleines Erfolgserlebnis habe und vielleicht mal wieder komme, wenn nicht so ein Wind ist.

Ich bin glücklich auf eine Art, die ich auch vom Snowboarden kenne. Mit den Naturgewalten auf Tuchfühlung und ein bißchen körperlicher Anstrengung, genau richtig.

Der Bramsegelschoner Maja

Der Tag soll mit dem Thema  Wasser und Wind weitergehen, als ich um 11 Uhr den Dreimast Bramsegelschoner Maja betrete. Gelb schwarz gestreifte Segel sehe ich nirgends. Stattdessen den piratenhaften Viktor, der kurz die Sicherheitsvorkehrungen beschreibt, bevor, die Maja ablegt. Die hundert Jahre alten Planken, die Masten und die Segel erzählen von Wind und Wetter der letzten Dekaden. Man darf mit anpacken, denn nach 20 Minütiger Fahrt aus dem Hafen sind wir auf der offenen Nordsee und es werden die Segel gehißt. Für meinen Geschmack hatte ich erst mal genügend körperliche Aktivität

Ich sehe zu, wie andere die schweren Taue ziehen und das alte Segeltuch im Wind flattert.
Das große Schiff wird im Wind richtig schnell und ab und zu spritzt mir salzige Gischt ins Gesicht.

Ein wunderbarer letzter Eindruck von der Natur in der Mitte Jütlands.
Hier werde ich zurückkehren, um all die angefangenen ‚Projekte‘ weiter zu verfolgen und vielleicht mal einen typischen Ferienhausurlaub in Dänemark zu genießen.

Diese Eindrücke entstanden während einer Pressereise nach Hvide Sande auf Jütland in Dänemark. Vielen Dank für die Einladung und die intensive Erfahrung auf dem Wasser mit Yvonne von der Surfschule West Wind

 

 

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.