Paddeln rund um Potsdam mit Kindern

Ein wunderschöner Samstag, genau richtig zum Paddeln rund um Potsdam sogar mit Kind.

Deshalb darf eines der nordicfamily Kinder heute mit in mein Zweier Paddelboot steigen.

In der intensiven Zeit der Pandemie Ende April und Mai, war es sehr ruhig hier auf den Gewässern rund um Potsdam und Berlin. Die Bootsclubs durften nicht öffnen, so dass die Saisoneröffnung etwas nach hinten verschoben wurde. In den letzten Wochen jedoch wurde es nach und nach voller. Einige Menschen holten ihre privaten Boot hervor und dann öffneten auch wieder die Bootsverleiher ihre Tore.

Paddeln rund um Potsdam und die Bootsverleiher

Am Griebnitzsee in Potsdam Babelsberg befindet sich einer dieser Bootsverleiher. Das ist für Menschen, die mit der Bahn angereist kommen, sehr praktisch, weil die Verleihstation direkt im Bahnhof und gleichzeitig am See ist. Man muss nur mit dem ausgeliehenen Boot eine steile Treppe überwinden.

Da ich jedoch vor einigen Jahren mal zugeschlagen habe, als sie alte Verleihboote verkauften, haben wir jetzt immer eines zur Verfügung, was eigentlich viel zu viel im Garten herumliegt.

Altes Boot wieder in Schuss gebracht

Zwei Paddel und schicke neue Sitzauflagen habe ich schon vor der Saison mal bestellt, weil unsere Große schon etwas angeekelt auf die alten „Sitzpolster“ schaute. Nun ja wie neu sieht es nicht aus, aber etwas annehmbarer. Den Bootswagen leihen wir uns immer von Nachbarn.

Morten und ich haben uns Proviant und alles Mögliche für den Tag auf dem Wasser zusammengepackt. Den Bootswagen samt Festschnallriemen von den Nachbarn besorgt und hieven jetzt gemeinsam das Boot auf den Wagen.

So richtig firm bin ich mit der Transporttechnik nicht. Aber auf den 300 Metern zum Ufer können wir das Boot auf dem Wagen immer mal wieder neu justieren. Es muss ein lustiges Bild abgeben, wie wir, einer vorne und einer hinten durch das Stadtviertel juckeln. Es ist erst relativ früh, aber schon sonnig und warm.

Am Ufer des Griebnitzsees angekommen, lassen wir das Boot zu Wasser. Ich finde das in unserer Konstellation, achtjähriger Junge und eine Erwachsene, etwas umständlich, weil das Boot relativ schwer ist. Dennoch kriegen wir es gut hin, schnallen den Bootswagen auf das Boot vorne drauf und steigen ohne nasse Füsse zu bekommen ein.

Start am Griebnitzsee zum Paddeln rund um Potsdam

Schon das erste Mal geschwitzt, heißt ja auch Wassersport.

Aber dann sitzen wir zwei entspannt im Paddelboot und lassen erst einmal das Schaukeln der kleinen Griebnitzseewellen auf uns wirken. Herrlich. Als wenn sofort Entspannt eintritt, sobald wir auf dem Wasser sind. Ob es die Bewegung ist oder die Ausstrahlung von Glitzerwasser und blauem Himmel. Ich weiß es nicht, aber es wirkt.
Ich mache mir nicht große Hoffnungen, dass Morten große mitpaddelt. Will ihn auch nicht nötigen. Trotzdem macht er hin und wieder ein paar gute Paddelschläge mit.

Zugegebener Maßen passt das Paddel auch nicht ganz zu seiner Körpergröße. Es könnte ruhig etwas kürzer sein.
Wir paddeln den Griebnitzsee entlang und halten uns am linken Ufer, wo eine Menge beeindruckender Villen am Ufer emporragen. Mit Pool oder ohne, mit Sitzplatz am Wasser und perfekt gemähtem Rasen. Viele Menschen sind hier allerdings nicht zu sehen.

Hier auf dem See ist der Schiffsverkehr an diesem Samstag nicht sehr ausgeprägt. Den jüngsten erstaunt es jedoch als ein ewig langes Transportschiff uns überholt. Es hat Schrott geladen, trägt eine polnische Flagge und es ist sogar ein kleines Auto mit auf dem riesigen Schiff. Die menschen leben da also richtig drauf?

Nach einer halben Stunde erreichen wir fast das Ende des Griebnitzsee, was mit einer Brücke gekennzeichnet ist, die Babelsberg und Klein Glienicke verbindet.

Vom Griebnitzsee in den Tiefen See und am Park Babelsberg vorbei

Morten hat sich inzwischen schon ein Hörspiel auf die Ohren gesetzt.

Ich paddel immer noch am linken Ufes des tiefen Sees entlang, jetzt haben wir den Park Babelsberg an unserer Seite. Es ist ein bisschen wie im Märchen mit dem kleinen Schloss, dem Flatowturm und der etwas hügeligen Landschaften auf die wir vom Wasser auf blicken.

Ich hatte mir im neuen Wasserwanderatlas, dem Jübermann die Strecke bis nach Herrmannswerder aus gesucht und die Kilometer berechnet. Das könnten wir schaffen.

Potsdam Sightseeing vom Wasser aus

Auf der Havel sind jetzt schon einige kleine Motorboote unterwegs, das Wasser ist bewegter und wir kommen uns vor wie auf einem kleinen Meer.

Rechter Hand erhebt sich jetzt am Ufer die organische Architektur des Hans Otto Theater mit seinen roten Muschelschalen – vielleicht kommt daher auch meine Assoziation vom Meer.

Als nächstes paddel ich den kleinen Kapitän unter der gewaltigen Brücke hindurch, die wir auch oft mit dem Fahrrad überqueren, wenn wir in Potsdams City radeln.

Dahinter zeigt sich schon die Spitze der Freundschaftsinsel. Dort sollen nichtmotorisierte Boote die Alte Fahrt nutzen, von uns aus gesehen den rechten Fahrtweg.
Ich treffe immer wieder auf Schilder, die ich auf dem Wasser nicht deuten kann. Wird Zeit, dass ich doch mal einen Kurs dazu belege.

Rechts von uns zeigen sich nun die renovierten schönen Gebäude des berühmten Museums Barberini in Potsdam.

Soviele Sehenswürdigkeiten sehen vom Wasser aus betrachtet noch einmal so ganz anders aus. Verblüffend.

Da wird das Gewässer wieder weit, die Havel zeigt sich uns als großer See, wo mittlerweile einigermaßen viel Schiffsverkehr stattfindet.

Auf der Karte sind zwei kleine Inseln hier ind er Havel verzeichnet, sie heißen die Untere und die Obere Planitz. Ich nehme sie gar nicht rihctig als Inseln wahr, sondern nur als Havelufer.

Unser Ziel ist Hermannswerder

Nun breitet sich vor uns die Insel Herrmanswerder aus. Sie ist so groß und verzweigt, dass wir uns überlegen können, ob wir sie umrunden, oder nur bis zu einer schönen Anlegestelle zu paddeln und dann wieder zurück nach Hause.

Hermannswerder kennen wir bisher auch gut von Landseite aus, eine schöne Gartenkolonie, eine evangelische Schule und viele Ausbildungsstätten der Hoffbauerstiftung sind hier wie in einem keinen Dorf bei Potsdam angesiedelt.

Das Ufer was wir jetzt linker Hand haben ist schon natürlich zugewachsen mit Bäumen.

Und da wir jetzt schon 2,5 Stunden unterwegs sind, halte ich nach einem Rastplatz am Ufer Ausschau. Und tatsächlich öffnet sich ein Teil der Büsche und es bietet sich eine perfekte Anlegestelle für Morten und mich. Wir schieben das Paddelboot etwas zwischen Baumwurzeln hindurch und verkeilen es so, dass es nicht abtreiben kann, ich ziehe meine Schuhe aus und mache ein Schritt in das noch frische Havelwasser. Dann breiten wir endlich die bunte Picknickdeck eam Ufer aus und fühlen uns ein bisschen wie auf einer Dschungelinsel gestrandet.

Mein Sohn erkundet gleich die knorrigen Kletterbäume und folgt den schmalen Pfaden durchs Untrheolz. Ich öffne die Tupperdosen und präsentiere das gesunde Picknick. Zum Glück habe ich aber auch ein paar Leckerein eingepackt und eine Thermostasse mit Kaffee für mich persönlich.

Dann lagern wir im Halbschatten und entspannen uns von der anstrengenden Fahrt hierher. Ich befürchte, dass es für mich anstrengender war als für Morten.

Rückreise zum Griebnitzsee

Nach einem kurzen Stündchen packen wir wieder alles zusammen in die Wasserdichten Säcke und verstauen es im Boot, auf geht’s am späten Nachmittag wieder zurück zum Griebnitzseeufer.

Jetzt könnte man meinen, dass ich den selben Weg zurück beschreibe. Aber fast zufällig habe ich einen anderen Weg entdeckt.

Geheimtipp Neustädter Havelbucht

Mehr oder weniger zufällig und wegen meiner Neugierde biegen wir unter einer kleinen Eisenbahnbrücke links in die Neustädter Havelbucht ein. Da fühle ich mich gleich wie im Spreewald. Kleine Bootsanleger und ein kleines ruhiges Gewässer mit gemütlicher Atmosphäre. Was für ein Kleinod hier an der großen Havel. Durch eine ganz kleine Durchfahrt gelangen wir hinter den beiden Inseln obere und Untere Planitz wieder auf die Potsdamer Havel.

Dann folgen wir wieder dem altbekannten Weg zurück, an der Freundschaftsinsel vorbei hinein in den tiefen See. Der kleine Kapitän nickt derweil ein bisschen weg, soviel Seeluft macht ja auch müde.

Auf dem Weg treffen wir Sina in ihrem kleinen Faltboot, womit sie super flexibel unterwegs sein kann.

Ich genieße die immer goldiger werdende Sonne über dem Wasser. Das Stück auf dem Griebnitzsee ist schnell geschafft und dann legen wir auch schon kurz nach vier wieder an unserer Ausstiegsstelle an.

Dann beginnt der etwas anstrengende Teil, Boot aus dem Wasser zerren wieder auf den Bootswagen hieven, festschnallen.

Das wäre geschafft. Gemütlich trödeln wir wieder zurück nach Hause und ruhen uns von dem Microadventure ein bisschen aus.

Hier von Potsdam aus haben wir so viele Möglichkeiten, Paddeltouren mit Kindern zu unternehmen.

Neulich paddelte ich schon mal mit Merle zur Pfaueninsel und dann rund um Wannsee herum. Das war eine lange und schöne Tour.

Mit meiner Freundin Sina habe ich bis in die mittlere Havel Richtung Brandenburg geschafft. Mal sehen was noch dazu kommt. Hast du gute Empfehlungen für Paddeltouren rund um Potsdam? Dann schreib sie uns gerne in die Kommentare.

Geertje

Geertje schreibt und fotografiert auf Reisen gerne, um diese intensiven Momente des Lebens festzuhalten. Sie möchte diese wunderbare Welt auch ihren Kindern zeigen und reist deshalb am liebsten als Familie in den Norden. Schön ist es, wenn Bilder und Texte auch andere Familien zum Reisen inspirieren.

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