Silvester in Venabu

Die Wolken scheinen immer dichter über den Bergen zu hängen und es ist immer noch windig im Venabufjell. Es ist einen ganzen Zacken kälter und die Bäume haben eine bizarre weiße Hülle bekommen. Heute laufe ich mit Merle eine Silvester Frauen Runde mit den Langläufern. Wir wachsen wie empfohlen unsere Skier mit Bluextra und „korken“ ordentlich.

Frisch gespurt ist am besten

Dann geht es erst einmal an der Straße Richtung Kiwi – von dort kann man in verschiedene Loipen abbiegen. Wir fahren noch etwas weiter Richtung Süden und nehmen eine für ca. 2 Stunden empfohlene Route durch Wald und Feld. Die Loipe ist frisch gespurt. Das kann man immer morgens auf einem Monitor im Skistall sehen. Dann macht es besonders Spaß und die Loipe ist auch gut zu finden.

20151231-DSC_2969

Venabu Crosscountry with familyMerle japst ordentlich fragt, wann wir endlich Pause machen und ich entscheide, dass wir an einem Wegweiserschild unsere Vorräte angreifen. Das ist etwa nach der Hälfte. Besonders spannend ist für sie, dass wir auf der jeweilige Karte am Wegweiser gut nachverfolgen können, wo wir sind und wie weit es noch ist. Ich verspreche auf dem Rückweg noch einmal beim Kiwi – Laden Halt zu machen für ein Heißgetränk. Der Laden ist Quasi Cafe, Lebensmittelladen, Skisport Laden, Post und Bank in einem und ein lebendiger Treffpunkt im Fjell.

Der Himmel ist Grau, das Gefühl für Zeit geht in der Landschaft schnell verloren und ich kann mir vorstellen, dass man auch mal schnell von der Dunkelheit überrascht werden kann. Deshalb stecke ich auch immer ein Headlight ein. Von denen haben wir vor der Reise auch erst einmal welche besorgt. Aber gegen die Kopfscheinwerfer, die die Leute hier tragen, sind das nur Notbeleuchtungen.

Familienski mit Pausen aus dampfenden Kakao

Tatsächlich haben wir uns die ausführliche Pause im „Dorfzentrum“ dann auch verdient, trinken Kakao und Kaffee, essen Muffin, stöbern im Laden und kaufen Leftse, einen süßen Snack aus weichem gefülltem Brot.

Zu Hause angekommen, steht schon Essen bereit, die Jungs haben auch eine kleine Tour absolviert – bis zum Schild und zurück.
Mittagsschlaf ist heute besonders wichtig, wer weiß wie wild die Party nachher wird.

Silvester in Venabu mit viel Musik

Um 16 Uhr gibt es erst einmal ein traditionelles Silvesterkonzert in der Fjellkirche. Den schönen kleinen Bau habe ich ja schon am Vortag bewundert. Alle laufen aus den verschiedensten Richtungen, hauptsächlich aus dem Venabu Fjellhotel in die kleine Kirche.

Dort nehme ich mit den Kids in der vordersten Reihe Platz, es gesellen sich noch Marit und Johanna dazu, die wir beim Buffet kennengelernt haben. Lars Tvete eröffnet das Konzert und stellt die Musikanten vor. Olaug Furusaeter ist eine junge Geigerin hier aus der Gegend, die Skandinavische Musik studiert hat. Sie beeindruckt mit bewegten norwegischen Weisen, wobei sie den Rhythmus laut mit dem Fuß mitklingen lässt. Das beeindruckt Merle. Morten ist zappelig und aufgeregt, dass ich irgendwann beschließe, mit ihm nach hinten in den Vorraum zu gehen, damit er niemanden stört. Der Pianist und Gitarrist Andreas Halasi aus Ungarn spielt auch einige Songs, eher Coversongs und selbstkomponiertes. Nach einer Stunde strömen alle aus der vollbesetzten Kirche nach draußen. Hundert Menschen gehen mit Fackeln in den Händen Richtung Hotel. Eine beeindruckende Lichterkette entsteht trotz Sturm. Immer wieder müssen Fackeln neu angezündet werden. Aber das stört nicht. Am Venabu Fjellhotel angekommen, stecken wir die Fackeln in den Schnee und wärmen uns in der Lounge bei norwegischen süßen Glögg. Das ist so ähnlich wie Glühwein nur ohne Alkohol und mit Mandeln und Rosinen verfeinert. Ich unterhalte mich noch so lange mit Marit in der Lounge bis wir bemerken, dass unsere Kinder spielend und tobend zwischen mittlerweile herausgeputzten Hotelgästen für Aufsehen sorgen. Silvester in Venabu ist eben kein ganz normaler Abend. Wir schnappen uns all die Klamotten und gehen unserer Wege. Jan hat in unserer Hütte schon am Silvester Abendbrot gefeilt. Im Hotel dagegen wird ein 5 Gänge Menü serviert und andächtig der Silvesterrede des Königs gelauscht.

Bei uns gibt es Lachs mit Reis und Gemüse, Milchreis mit Früchten zum Nachtisch. Wir schauen noch einen Familienfilm und ich bringe Morten dann ins Bett mit dem Versprechen ihn um Mitternacht zu wecken. Aber ich werde dabei so müde, dass ich am liebsten mit liegenbliebe. Im Wohnzimmer schauen Merle und Jan einen weiteren Film und ich lege mich einfach daneben auf die Couch du schlafe weiter. Als es dann kurz vor Mitternacht ist, beauftrage ich die beiden, schöne Fotos zu machen und wechsle wieder in ein richtiges Bett. Es böllert draußen ein bisschen, obwohl es hieß, hier am Hotel brennen nur Kerzen. Aber es ist auch nicht viel zu sehen aus der umliegenden Landschaft, weil alles in den tiefhängenden Wolken verpufft. Späteren Berichten zufolge sind alle so ziemlich aufgebrezelt, sogar die Kids tragen Anzug und Schlips und spielen nachher in dem Outfit auch Billard und Kicker. Bridget spiel Dudelsack, exotisch für die Gegend – aber sehr schön, wie Merle erzählt.

Papa

Jan Marquardt ist als Papa von Merle und Morten gut ausgelastet. Hat aber doch noch Zeit sich als Videograf, Blogger und Journalist mit all den spannenden Themen zu beschäftigen, die ihn an neue virtuelle und reale Orte führen. Das ein oder andere Foto hat er auch schon zum Blog beigesteuert. Und viele Texte von unterwegs versehentlich als Geertje Jacob eingeloggt veröffentlicht, daher steht in den Texten meist noch ein extra Hinweis auf seine Autorenschaft. Falls nötig :)

Kommentare sind geschlossen